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+++ Eilmeldung +++

Kurz vor Mittag in Rosenheim

Schwerer Unfall auf Umgehungsstraße – Offenbar auch Schwerverletzte

Schwerer Unfall auf Umgehungsstraße – Offenbar auch Schwerverletzte

Vierte Welle der Pandemie

Angespannte Corona-Lage in Rosenheim: Klinik muss Patienten bis nach Murnau verlegen

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Die Region Rosenheim ist bei den Corona-Infektionen erneut ganz vorne dabei.

Die Region Rosenheim ist bei den Corona-Infektionen erneut ganz vorne dabei, zusammen mit zwei Nachbarn: Hinter dem Berchtesgadener Land und dem Landkreis Traunstein belegt die Stadt Rosenheim deutschlandweit Platz drei bei den Corona-Neuansteckungen.

Rosenheim – In der Intensivstation des Romed-Klinikums in Rosenheim spricht die Chefin mittlerweile von großer Anspannung. „Bei uns leuchtet die Ampel tiefrot“, sagt Leitende Ärztin Katharina Lenherr.

Ein anderes Bild zeigt die Homepage des bayerischen Gesundheitsministeriums. Dort gibt die so genannte Krankenhaus-Ampel Bayern weiterhin grünes Licht. So deutlich konnte man seit Einführung der Ampel noch nicht sehen, wie sehr der neue Pandemie-Maßstab über die krassen Unterschiede im Freistaat hinwegtäuscht.

Ebenfalls interessant: Corona-Impfpflicht wie bei Masern: Wasserburgs Romed-Chef ist dafür

In der kreisfreien Stadt Rosenheim etwa steht die 7-Tage-Inzidenz bei 235,9, im Landkreis Fürstenfeldbruck bei 38,4. Über beiden Kommunen aber leuchtet das Grün der Klinik-Ampel.

Zweistellige Ansteckungszahlen in vielen Gemeinden: Die Region Rosenheim gehört nach wie vor zu den Hotspots der Corona-Pandemie in Deutschland.

Angespannte Lage in den Kliniken

Während daher bayernweit die Klinikkapazitäten zumindest rechnerisch noch ausreichen, steht Medizinern im Corona-Hauptklinikum in Rosenheim das Wasser bis zum Hals. Ein Covid-19-Patient musste bereits ins Unfallkrankenhaus Murnau verlegt werden.

Der Freistaat insgesamt steht allerdings auch nicht gut da. Am Freitag (15. Oktober) sprang die Bayern-Inzidenz zum ersten Mal seit Mai wieder über die 100, nur in Thüringen lag sie höher. Bayern verzeichnet darüber die drei heftigsten Hotspots in Deutschland: Dem Landkreis Berchtesgadener Land (312,2) folgten Traunstein (259,2) und Stadt Rosenheim. Der Landkreis Rosenheim liegt mit 213,2 auf Platz sechs.

Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes in Rosenheim, läutet die Alarmglocke. Er erwartet für den Herbst einen noch stärkeren Anstieg und damit auch eine höhere Belastung der Kliniken.

Dem Gesundheitsamt Rosenheim wurden seit Freitag vergangener Woche täglich durchschnittlich etwa 100 (bis zu 142) neue Fälle gemeldet. In sieben Tagen summierten sie sich auf 708 (Vorwoche: 670). Nach Auskunft Hierls sind überwiegend Ungeimpfte betroffen. Zwei Drittel der positiv Getesteten sind zwischen 18 und 59 Jahre alt.

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Warum Rosenheim erneut unter den Hotspotregionen zu finden ist? Nachdem zu Beginn Reiserückkehrer viele andere Menschen ansteckten, herrsche mittlerweile ein diffuses Ausbreitungsgeschehen vor. Hierl führt außerdem eine hohe Zahl von Ansteckungen in Schulen, Heimen, Betrieben und Asylunterkünften an.

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Sein Fazit: Für die Region Rosenheim gingen die Lockerungen zu früh zu weit: Die Regelungen zu 3G in der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung seien für Regionen „mit hohem Infektionsdruck, hoher Belegung auf den Intensivstationen und zu geringer Impfrate, wie in Stadt und Landkreis Rosenheim, nicht geeignet, um das Infektionsgeschehen deutlich abzubremsen“.

Die Zahlen der Region

Nur etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Stadt und Landkreis sind nach den Berechnungen des Landratsamtes vollständig geimpft. Ohne Impfungen, die sich Menschen aus der Region woanders geholt haben, und ohne Impfungen durch Betriebsärzte liegt die Quote bei 55,72 Prozent Zweitimpfungen und 56,97 Prozent Erstimpfungen.

Niedrige Quote: Für eine Region mit so wenigen Geimpften kamen die Lockerungen möglicherweise zu früh. Grafik Schöne

Bisher sind insgesamt 22 768 Fälle von Covid-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 17 767, Stadt: 5001). Die Auswertung der Fälle seit 1. September ergibt, dass trotz der Impfbemühungen etwa zehn Prozent in der Altersklasse über 60 Jahre betroffen waren, also Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf. Fast zwei Drittel der Fälle (65 Prozent) lagen im Bereich zwischen 18 und 59 Jahren. 14 Prozent der Fälle traten bei Kindern zwischen 12 und 17 Jahren auf. Für diese Altersgruppe existiert eine Empfehlung der Stiko, diese Infektionsfälle wären grundsätzlich vermeidbar gewesen. Elf Prozent der Fälle traten bei Kindern unter zwölf Jahren auf, für die es bislang noch keine Impfstoffzulassung gibt.

Viele Ansteckungen in den Schulen der Region Rosenheim

Im Zeitraum vom 1. September bis 6. Oktober wurden 3005 Fälle registriert, davon waren 2400 (79,9 Prozent) ungeimpft, 418 vollständig Geimpfte steckten sich an, davon 316 mit Symptomen (10,5 Prozent).

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In der vergangenen Woche wurden in zehn Altenheimen acht Bewohner und 17 Mitarbeiter – davon elf nicht geimpft – positiv getestet. Vergangene Woche sind in Schulen 86 und in Kitas zwölf positive Fälle aufgetreten. In einer Schule wurden seit 22. September insgesamt 27 Fälle aus 14 verschiedenen Klassen gemeldet.

Das Gesundheitsamt hat daher für drei Klassen Quarantäne-Maßnahmen, generelle Maskenpflicht im Schulgebäude und tägliche Schnelltestungen ab Jahrgangsstufe fünf angeordnet.

Mittlerweile wurde bei mindestens 18 949 Personen eine Genesung dokumentiert. 550 Personen (Stand davor: 549) sind bislang an oder mit Corona gestorben (Landkreis: 477). 51 (zuletzt: 36) Covid-Patienten werden stationär behandelt, davon 19 Patienten, sieben mehr als vergangene Woche, auf einer Intensivstation.

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