Katzenhasser am Werk?

Zwei Katzen mit Schusswunden in Raubling aufgefunden – Besitzer sind entsetzt

Die elfjährige Lucia Hodann vermisst ihre Katze Stella. Ende März wurde das Kätzchen tot am Spielplatz aufgefunden.
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Die elfjährige Lucia Hodann vermisst ihre Katze Stella. Ende März wurde das Kätzchen tot am Spielplatz aufgefunden.

Angst und Schrecken unter den Katzenbesitzern in Raubling: Wie zwei Tierhalter gegenüber den OVB-Heimatzeitungen berichteten, soll ein Unbekannter Ende März / Anfang April auf zwei Katzen geschossen haben. Die eine sei gestorben, die andere sei schwer verletzt.

Raubling – Bereits Ende Januar weckte ein vermeintlicher Giftköder (Plus-Artikel OVB-Online), abgelegt auf einer Terrasse in Großholzhausen, Sorge unter den Tierhaltern. Damals hatte die Polizei den Verdacht auf Giftköder mit präpariertem Gift allerdings nicht bestätigt.

Kinder am Boden zerstört

Nicht einmal drei Jahre alt sei Stella geworden. „Sie war unser aller Liebling“, sagt Claudia Hodann (50) über ihre kürzlich verstorbene Katze. Ihre Kinder seien alle am Boden zerstört. „Meine Tochter Lucia ist heute noch so traurig und lacht kaum mehr“, erzählt die vierfache Mutter.

Am 27. März sei Stella noch wohlauf gewesen. „Am Spätnachmittag haben wir sie dann rausgelassen“, schildert Claudia Hodann. Über die Nacht sei Stella weggeblieben. Nichts Ungewöhnliches, sie sei Freigängerin gewesen. Auch am nächsten Morgen machte sich die Raublingerin laut eigenen Angaben noch keine Sorgen.

Erst, als die Nachbarin geklingelt und erzählt habe, sie hätte beim Gassigehen am Spielplatz im Rohretweg eine tote Katze entdeckt, sei sie panisch geworden, erzählt die 50-Jährige. Um sich Klarheit zu verschaffen, sei sie zum Spielplatz gegangen – und dort habe sie Stella tot am Boden entdeckt. „Ich hab sie sofort erkannt.“

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Zuhause habe sie dann gerätselt, was die Ursache für den plötzlichen Tod sein könnte. Also nahm sie das Kätzchen und fuhr damit zum Tierarzt. Die Ärztin habe ein kleines Loch an der Schulter entdeckt und verwies sie auf einen anderen Tierarzt mit Röntgengerät. Dieser habe dann eine Röntgenaufnahme gemacht und herausgefunden, dass ein Projektil eines Luftgewehrs im Wirbelkanal des Tieres feststeckte. Claudia Hodann erstattete daraufhin sofort Anzeige bei der Polizei Brannenburg.

Anzeige erstattete auch Silvia Retzlaff, eine Nachbarin von Claudia Hodann. Denn auch auf ihre Katze sei geschossen worden. Zwar habe „Mimi“ überlebt – „aber gut geht es ihr nicht“, macht die Besitzerin deutlich.

Das Grundstück der Retzlaffs grenze genau an den Spielplatz, auf dem Stella tot aufgefunden wurde. „Unsere beiden Katzen spielten dort oft“, berichtet Silvia Retzlaff. Und am 3. April, kurz vor Ostern, hätten sie bei Mimi ein tiefes Loch am Rücken entdeckt. Auch hätte die Katze „recht hohes Fieber“ gehabt. Ein Besuch beim Tierarzt bestätigte ihren Verdacht: Mimi wurde ebenfalls Opfer eines Luftgewehr-Angriffs.

Und Silvia Retzlaff kocht vor Wut, wenn sie den Hergang schildert. „Man traut sich schon gar nicht mehr, die Katzen herauszulassen.“ Sie ist sich sicher: Da war ein Katzenhasser am Werk. An einen Unfall glaubt sie nicht. Dafür sei die Wunde zu tief gewesen.

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Auch der Brannenburger Tierarzt Dr. med. vet. Falk Helber, der das Röntgenbild der toten Katze Stella anfertigte, wunderte sich über die tiefe Schusswunde. Es komme immer wieder mal vor, dass bei Röntgenuntersuchungen Geschosse in Katzenkörpern gefunden werden. Aber normalerweise würden die Projektile nicht so weit eindringen. „Das scheint mir schon eher vorsätzlich gewesen zu sein“, mutmaßt Helber bei dem Fall „Stella“.

Polizei Brannenburg gibt keine Auskunft

Eine Nachfrage bei der Polizei Brannenburg ergab wenig Aufschluss. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollten die Beamten noch keine Auskunft geben.

Die Gemeinde Raubling verurteile diese Taten „aufs Schärfste“, teilte Geschäftsleiter Stefan Landprecht auf Nachfrage mit. „Wenn wir von solchen Fällen erfahren, berichten wir auch im Gemeindeblatt darüber, um die Leute zu sensibilisieren.“ Auch auf der Homepage der Gemeinde wurde auf diesen Vorfall bereits verwiesen.

Claudia Hodann will die Leute warnen. „Bitte passt auf auf eure Lieblinge, vor allem in unserer Gegend“, hat sie auch in den sozialen Medien gepostet. Nicht nur ihre Tochter sei traurig. Auch ihr achtjähriger Sohn Timo vermisse es, Stella auf seinem Schoss zu halten und mit ihr zu kuscheln.

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