Auf der A93 bei Kiefersfelden

Über 30 Stunden krank in Auto - Kaum Überlebenschancen für Hunde aus illegalem Transport

Die Tiere waren während der Fahrt nicht gesichert
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Illegaler Tiertransport bei Kiefersfelden

Am 24. April stoppte die Polizei einen illegalen Tiertransport auf der A93 bei Kiefersfelden. Ein Mann transportierte illegal 16 Hunde. Um die Tiere steht es nicht gut.

Update, Mittwoch, 28. April, 7.22 Uhr - Schlechte Überlebenschancen für Hunde

Die Mitteilung im Wortlaut:

Kiefersfelden - In der Nacht von Samstag (24. April) auf Sonntag wurde um 2.20 Uhr ein Transporter am österreichischen Grenzübergang Kiefersfelden angehalten. Der Fahrer und seine Begleitung hatten insgesamt 16 Hunde ungesichert in ihrem Fahrzeug. Es handelte sich durchweg um Cane Corso bzw. Cane Corso Mischlinge, davon sechs ca. 5 Monate alte Junghunde sowie zwei erwachsene Hündinnen und eine Hündin, die erst vier Tage zuvor 7 Welpen geboren hatte. 

Der Transport war mit Start in Süditalien bereits über 30 Stunden unterwegs und sollte noch weiter nach Norddeutschland gehen. Papiere bzw. Impfausweise der Hunde waren nicht vorhanden. Die Bundespolizei stellte deswegen die Tiere sicher und informierte den Tierschutzverein Rosenheim, der die Hunde noch in der Nacht abholte und sicher im Tierheim unterbrachte. Es war geplant, einige der Tiere in weitere bayerische Tierheime zu verlegen, da durch die Aufnahme der Tiere die Quarantänestation im Tierheim Rosenheim an die Kapazitätsgrenzen gelangt war. 

Illegaler Tiertransport bei Kiefersfelden am 25. April

Hunde aus einem illegalen Tiertransport, der bei Kiefersfelden gestoppt wurde.
Hunde aus einem illegalen Tiertransport, der bei Kiefersfelden gestoppt wurde.  © Tierschutzverein Rosenheim e.V.
Hunde aus einem illegalen Tiertransport, der bei Kiefersfelden gestoppt wurde.
Hunde aus einem illegalen Tiertransport, der bei Kiefersfelden gestoppt wurde.  © Tierschutzverein Rosenheim e.V.
Hunde aus einem illegalen Tiertransport, der bei Kiefersfelden gestoppt wurde.
Hunde aus einem illegalen Tiertransport, der bei Kiefersfelden gestoppt wurde.  © Tierschutzverein Rosenheim e.V.
Hunde aus einem illegalen Tiertransport, der bei Kiefersfelden gestoppt wurde.
Hunde aus einem illegalen Tiertransport, der bei Kiefersfelden gestoppt wurde.  © Tierschutzverein Rosenheim e.V.
Hunde aus einem illegalen Tiertransport, der bei Kiefersfelden gestoppt wurde.
Hunde aus einem illegalen Tiertransport, der bei Kiefersfelden gestoppt wurde.  © Tierschutzverein Rosenheim e.V.

Leider stellte sich im Laufe des Tages heraus, dass die sechs Junghunde allesamt blutigen Durchfall hatten und der schlimme Verdacht der Pfleger bestätigte sich nach einem Parvovirus Schnelltest durch eine Tierärztin. Alle Junghunde hatten eine akute Parvovirus Infektion, die in vielen Fällen tödlich verläuft und hochansteckend ist. Da die Inkubationszeit 7-14 Tage beträgt und die Krankheit bereits ausgebrochen ist, ist davon auszugehen, dass die Hunde bereits im kranken Zustand in den Transporter verladen wurden.

Leider verstarb ein Hund noch im Laufe des Tages, die anderen Hunde befinden sich in einer Tierklinik und werden mit Medikamenten und Infusionen versorgt. Ob die Tiere durchkommen, ist aber leider nicht sicher. Die einzige Möglichkeit, sein Tier vor einer Parvo-Infektion zu schützen, ist die Impfung, die normalerweise im Alter ab der 8. Lebenswoche in Form einer Grundimmunisierung erfolgt. Leider ist das bei den betroffenen Hunden wohl nicht geschehen. Die zwei erwachsenen Hündinnen sowie die Hundemutter mit den sieben Welpen sind derzeit nicht akut erkrankt. Da aber alle Hunde gemeinsam transportiert wurden, muss auch hier zunächst die Inkubationszeit von circa einer Woche abgewartet werden. 

Für das Rosenheimer Tierheim grenzt die Aufnahme der Hunde an eine Katastrophe und ohne die bereits fertig gestellte Quarantänestation im Neubau, die komplett vom Vermittlungsbereich getrennt ist und einen eigenen Wirtschaftsraum hat, hätte es zum Drama für das ganze Tierheim werden können. Parvoviren können ohne richtige Desinfektion monatelang überleben. Auf die Tierpfleger kommt nun ein riesiges Arbeitspensum zu, immer mit dem belastenden Gedanken, dass die betroffenen Tiere sehr schlechte Überlebenschancen haben.

Dieser Transport zeigt wieder einmal auf, wie hier auf grausame Weise gegen den Tierschutz verstoßen wurde. Nicht nur, dass die zum Teil todkranken Tiere fast zwei Tage lang transportiert werden sollten, sondern es wurde billigend in Kauf genommen, dass eine Hundemutter mit Welpen, die noch nicht einmal die Augen geöffnet hatten, dieser Strapaze ausgesetzt wurde. Für Tierschützer stellt sich hier erneut die Forderung, dass angesichts dieser qualvollen Transporte endlich strenge Strafen sowohl gegen Veräußerer, Transporteure und Erwerber verhängt werden. 

Pressemitteilung Tierschutzverein Rosenheim e.V.

Erstmeldung, Montag, 26. April, 13 Uhr - Polizei stoppt illegalen Tiertransport

Die Mitteilung im Wortlaut:

Am 24. April, gegen 23 Uhr, kontrollierten Beamte der Bundespolizei am Grenzübergang Kiefersfelden, A93, Richtung Rosenheim, einen Transporter, Fiat, Ducato, mit italienischer Zulassung.

Der Fahrer des Autos konnte keinerlei Ausweisdokumente vorweisen. Während der Kontrolle seines Fahrzeuges wurden insgesamt 16 Hunde aufgefunden (sieben Welpen, sechs Junghunde und drei erwachsene Hunde). Der Polizeidiensthundeführer der Operativen Ergänzungsdienste Rosenheim wurde hinzugezogen und prüfte zunächst den Gesundheitszustand der Hundeschar. Für keinen der Hunde führte der Fahrer des Pkw einen Impfnachweis/EU-Heimtierausweis mit. Es stellte sich heraus, dass die Welpen zum Kontrollzeitpunkt erst vier Tage alt waren. Die Mutter der Welpen befand sich ebenfalls im Fahrzeug. Sie säugte einen Teil der Welpen auf der Rücksitzbank.

Nach Angaben des Fahrers soll es sich bis auf einen erwachsenen Hund, einem reinrassigen „Cane Corso Italiano“, bei den weiteren 15 Hunden um „Cane Corso Italiano-Mischlinge“ handeln. Die Hunde wurden ohne jegliche Sicherung im Fahrzeug transportiert. Die Welpen waren zum Teil in einem größeren, nach oben geöffneten Kunststoff-Eimer gelegen (alle Welpen bekamen auf diese Weise trotzdem genug Sauerstoff). Die Welpen hatten noch verschlossene Augen. Die Tiere wurden sichergestellt und ins Tierheim Rosenheim verbracht, in dem sie jetzt untersucht, versorgt und gut gepflegt werden.

Das Staatliche Veterinäramt des Landkreises Rosenheim führt die weiteren Ermittlungen nach dem Tierschutzgesetz und den Verstößen gegen EU-Recht.

Pressemitteilung Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim

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