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Anstieg der Fälle seit zehn Jahren

Präsidium Oberbayern Süd beklagt zunehmende Gewalt gegen Polizisten

Es werden mehr: Die Gewalt gegen Polizeibeamte beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd ist über die letzten zehn Jahre tendenziell immer weiter angestiegen. Klinger
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Es werden mehr: Die Gewalt gegen Polizeibeamte beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd ist über die letzten zehn Jahre tendenziell immer weiter angestiegen.
  • Korbinian Sautter
    VonKorbinian Sautter
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Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd hat die Auswertungen in Hinblick auf Gewalt gegen Polizeibeamte für das Jahr 2020 zusammengefasst. Mit 738 Fällen haben sich beinahe so viele ereignet wie beim bisherigen Höchststand im Jahr 2019 (770).

Rosenheim – 1795 Polizeibeamte wurden dabei Opfer einer solchen Straftat. Für das Präsidium sind die seit 2011 tendenziell steigenden Zahlen ein Grund zu Sorge.

„Gewalt, tätliche Angriffe und verbale Bedrohungen gegen Polizeibeamte sind nach wie vor auf erschreckend hohem Niveau“, resümiert Polizeipräsident Robert Kopp. Demnach entstehen auch bei scheinbar nichtigem Anlass und bei ganz alltäglichen Einsätzen immer wieder zahlreiche physische oder psychische Angriffe. Speziell bei der Überwachung und Durchsetzung der Corona-Regeln sei es immer wieder zu Auseinandersetzungen gekommen.

Demonstrationen sorgen für Aufruhr

Das Resultat: Mit 738 Fällen liegt man in Oberbayern nur knapp unter dem Höchststand aus dem vergangenen Jahr mit 770 Vorkommnissen. Der Großteil der erfassten Delikte waren Widerstand (191 Fälle), tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte (197 Fälle), Körperverletzungen (53 Fälle), Beleidigungen (267 Fälle) und Bedrohungen (18 Fälle).

Zwar überstanden die Polizisten die Delikte in den meisten Fällen schadlos. Allerdings wurden mit 220 Fällen mehr Polizeibeamte verletzt als im Jahr zuvor (200). In zwei Fällen erlitten die Beamten dabei schwere Verletzungen.

Wach- und Streifendienst am meisten betroffen

Die meisten Angriffe trafen laut Statistik den Wach- und Streifendienst, der sich 1606 Mal gegen Gewaltangriffe verteidigen musste. Vorwiegend handelte es sich bei den Tätern um erwachsene Personen (86 Prozent), der Rest entfällt auf Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren (sechs Prozent) und Heranwachsende zwischen 18 und 21 Jahren (acht Prozent). Rund 54 Prozent der Verdächtigen standen zur Tatzeit unter Alkoholeinfluss, weitere 15 Prozent hatten vor der Tat Rauschgift oder Medikamente konsumiert. Von den dabei 566 ermittelten Verdächtigen waren 471 (83 Prozent) männlich.

Bei einzelnen Dienststellen in der Region ist jedoch ein positiver Trend zu erkennen. So hat die Stelle in Rosenheim 2019 rund 75 Gewaltakte gegen Beamte verzeichnen müssen, während es 2020 nur noch 42 waren. Auch in Wasserburg gab es sieben Vorfälle weniger und in Mühldorf fiel die Anzahl sogar um mehr als die Hälfte von 33 auf nur noch 14 Fälle. „Wir können uns in dieser Region sicher fühlen“, betont daher Rosenheimer Landrat Otto Lederer mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen. Er sieht jedoch auch die steigende Zahl an Demonstrationen gegen die Corona-Vorgaben, die aktuell Potenzial für Widerstand bieten.

Andere Regionen entsprechen dem statistischen Trend

Andere Regionen entsprechen dem statistischen Trend. Bei den Polizeidienststellen in Traunstein und in Waldkraiburg sind die Gewaltfälle gegen Beamte auf nahezu dem gleichen Niveau geblieben. In Trostberg dagegen von elf auf 18 Delikte gestiegen. Außerdem bleibt die allgemeine Gewaltkriminalität im Rosenheimer Landkreis mit 235 Vorkommnissen auf einem hohen Wert.

Präsident baut auf Unterstützung

Für Präsident Kopp ist das „schlichtweg inakzeptabel“. Mit der konsequenten Verfolgung relevanter Straftaten seitens der Staatsanwaltschaften, einer angemessenen Bestrafung durch die Gerichte sowie vor allem mehr gesamtgesellschaftlicher Rückendeckung könne man die Polizisten vor tätlichen Angriffen und Gewalt besser schützen.

Die Polizei kann ihren Teil mithilfe besserer Ausstattung, wie beispielsweise an der Kleidung befestigte Kameras, beitragen. Zusätzlich ruft Kopp zur gegenseitigen Rücksichtnahme auf. „Ein freiheitlich, demokratischer Rechtsstaat muss schließlich alles dafür tun, Polizisten bestmöglich vor Anfeindungen und Angriffen zu bewahren.“

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