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Viele Betriebe in Existenznot

Ohne Style durch den Lockdown: Rosenheimer Friseur-Innung will Handwerk wieder aufnehmen

Stehen für die Wiedereröffnung bereit: Prüfungsvorsitzende Alejandrina Höllbauer, Innungsobermeister Stefan Mashold (Mitte) und Kreishandwerksmeister Gerhard Schloots wollen eine Struwwelpeter-Frisur vermeiden.
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Stehen für die Wiedereröffnung bereit: Prüfungsvorsitzende Alejandrina Höllbauer, Innungsobermeister Stefan Mashold (Mitte) und Kreishandwerksmeister Gerhard Schloots wollen eine Struwwelpeter-Frisur vermeiden.

Die Haare wachsen und die Geduld sinkt. Sechs Wochen nach dem Lockdown für Friseure fordert die Rosenheimer Innung, die Salons so bald wie möglich wieder zu öffnen. Andernfalls drohe der Verlust vieler Existenzen. Auch die Azubis stehen durch die Corona-Maßnahmen vor einem großen Problem.

Rosenheim – Es war zuletzt am Dienstag, 15. Dezember 2020, als sich Schlangen vor den Friseursalons im Rosenheimer Landkreis bildeten und die Stilisten im Akkord arbeiteten, um dem schlagartigen Andrang gerecht zu werden. Seither haben die Salons – trotz Hygienekonzepte – geschlossen. Der Lockdown gilt nun auch für sie. Die Friseur-Innung im Kreis Rosenheim kann das nicht nachvollziehen und fordert die schnellstmögliche Aufnahme ihres Handwerks. Andernfalls fürchtet man, dass nicht nur der Verdienstausfall und die Ausbildung, sondern auch die Schwarzarbeit bald ein Problem in der gesamten Region werden wird.

Der Druck durch die Kunden wächst

„Man wird mittlerweile jeden Tag von den Kunden angerufen“, berichtet Innungsobermeister Stefan Mashold, der einen Salon in Raubling betreibt. Nach mittlerweile rund sechs Wochen im Lockdown sei die Nachfrage nach einer neuen Frisur extrem groß, was zunehmend zu einer indirekten Aufforderung zur Schwarzarbeit führt. Man könnte sich ja ganz unverfänglich auf einen Kaffee treffen und dabei zufällig mit einem neuen Haarschnitt nach Hause gehen. Derlei unseriöse Angebote kommen für Mashold zwar nicht infrage. Dennoch kann er den Unmut der Leute verstehen und wünscht sich sehr, dass das derzeit einzig geschlossene Handwerk endlich wieder öffnen darf.

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Die Prüfungsvorsitzende der Innung, Alejandrina Höllbauer, sieht neben der Existenzbedrohung einiger Friseure im Landkreis vor allem große Schwierigkeiten darin, die jungen Lehrlinge ordentlich ausbilden zu können. „Azubis lernen bei uns am meisten in den Betrieben“, ist sie überzeugt. Die praktische Erfahrung sei essenziell für die Ausübung des Berufs und sei in digitaler, theoretischer Form nicht zu ersetzen.

Verschlimmert der Lockdown den Nachwuchs-Mangel bei den Friseuren?

Der bestehende Fachkräftemangel würde durch die coronabedingte Schließung somit noch schlimmer werden, befürchtet sie. Im Vergleich zum Vorjahr sind laut Friseurinnung bereits rund 18 Prozent weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen worden – „Tendenz steigend“.

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Für die Winterprüfung Ende Januar hat die Vorsitzende ihren Schützlingen Modellköpfe mit nach Hause gegeben, damit sie an Perücken üben können. „Für eine gute Vorbereitung reicht das aber hinten und vorne nicht.“

Viele Friseurbetriebe in Existenznöten

Für den Kreishandwerksmeister Gerhard Schloots steht fest, dass eine Unterstützung seitens der Deutschen Bundesregierung zwingend notwendig ist, um den stark gebeutelten Friseuren zu helfen. Schließlich könne man nicht einfach auf einen „Haarschnitt to go“ oder ein „click-and-collect-System“ wie im Einzelhandel ausweichen.

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Er wünscht sich neben den Ausfallhilfen eine „klare Ansage, was man im Rahmen von Corona noch machen kann, anstatt nur zu sagen, was man nicht mehr darf“. Auch steuerliche Vorteile bei den Hilfen hält er für angebracht. Zudem müssten die Förderungen auch greifen, was bei verspäteter Auszahlung nicht der Fall sei. Laut Schloots sind mit der bisherigen Strategie viele Betriebe in ihrer Existenz bedroht.

„Es gab bei uns keine Infektionen“

Für Innungsobermeister Mashold ist klar, dass endlich etwas passieren muss. Der Obermeister hat gesehen, wie gut die Arbeitsschutzmaßnahmen funktioniert haben und sowohl die Hygienekonzepte als auch die Rückverfolgung gewährleistet werden konnte. Zusammen mit Höllbauer und Schloots fordert er dazu auf, das Friseurhandwerk sobald wie nur irgend möglich wieder zu öffnen und den Lockdown für das so wichtige Handwerk nicht weiter nach hinten zu verlängern. Andernfalls müsste man in Zukunft dauerhaft fürchten, keinen Termin mehr bei den verbliebenen Friseuren zu bekommen.

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