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Nach schockierender Gewalttat in Aschau im Chiemgau

Vermeintlicher Mörder als Zeuge bei Polizei und Durchbruch nach ZDF-Sendung? Viele ungeklärte Fragen

Im Studio von „Aktenzeichen XY“ wurde das Tötungsdelikt an der Studentin Hanna W. (23) besprochen. Die Ermittler erhoffen sich weitere Hinweise aus der Bevölkerung.
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Im Studio von „Aktenzeichen XY“ wurde das Tötungsdelikt an der Studentin Hanna W. (23) besprochen. Die Ermittler erhofften sich weitere Hinweise aus der Bevölkerung.

Seit knapp zwei Monaten steht die Region unter Schock. Am 3. Oktober wurde Medizinstudentin Hanna (23) nach einem Disko-Besuch im Club „Eiskeller“ tot in der Prien aufgefunden. Fast sieben Wochen sind seit dem schrecklichen Fund vergangen. Am Wochenende vermeldete die Polizei einen Durchbruch.

Aschau im Chiemgau - Über sechs Wochen nach dem gewaltsamen Tod von Hanna im Chiemgau hat die Polizei einen Mordverdächtigen festgenommen. Der „im Alter zwischen 18 und 21 Jahren Heranwachsende“ wurde in Untersuchungshaft genommen, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Samstagvormittag (19. November) mitteilte. Die Leiche der 23 Jahre alten Hanna W. war Anfang Oktober nach einem Diskobesuch in Aschau unweit des Chiemsees aus der Prien geborgen worden - etwa zehn Kilometer vom vermeintlichen Tatort entfernt. Bei dem Täter soll es sich laut Bild-Informationen um einen 20-Jährigen handeln, allerdings hatte das Blatt am Samstag noch berichtet, dass der vermeintliche Täter 18 Jahre alt sei.

Vorwurf des Mordes

Die Polizei hielt sich am Wochenende noch sehr bedeckt: Die Ermittler nannten auf Nachfrage weder das genaue Alter noch den Tatvorwurf, der gegen den jungen Mann aus dem südlichen Landkreis Rosenheim erhoben wird. Nach Worten seines Verteidigers Harald Baumgärtl wird er des Mordes beschuldigt. Sein Mandant habe sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert, sagte der Rosenheimer Rechtsanwalt am Sonntag, wie dpa berichtet. Unklar ist ebenfalls, ob sich Hanna und ihr vermeintlicher Täter kannten.

Fakt ist, dass gegen den Tatverdächtigen bereits am Freitagabend Haftbefehl erlassen worden war. Ein Ermittlungsrichter ordnete noch am selben Abend Untersuchungshaft an. Der Verdächtige mit deutscher Staatsangehörigkeit sitzt nun in einer Justizvollzugsanstalt. Nach der Festnahme, die laut Stefan Sonntag, Pressesprecher Polizeipräsidium Oberbayern Süd, übrigens nicht am Wohnort des jungen Mannes, sondern an einem nicht näher genannten Ort im Landkreis Rosenheim stattfand, wurde dessen Wohnung umfangreich durchsucht. „Der Tatverdächtige war bei seiner Festnahme nicht zuhause“, bestätigte Sonntag.

In den vergangenen Tagen hätten sich „aufgrund von Zeugenangaben konkrete Verdachtsmomente gegen den Tatverdächtigen ergeben“, so Polizeisprecher Stefan Sonntag im Gespräch mit ovb-online.de.

Der Fall hat in dem idyllischen Ort am Fuße der Chiemgauer Alpen gleichermaßen Entsetzen und Anteilnahme ausgelöst. Die Soko „Club“ fahndete mit gut sechzig Ermittlerinnen und Ermittlern intensiv nach dem Täter, die Gemeinde legte ein Kondolenzbuch im Rathaus aus, bei der Trauerfeier für die junge Frau war die Pfarrkirche bis auf den letzten Platz gefüllt.

Kein Durchbruch wegen „Aktenzeichen XY“

Anfang November hatte die Polizei in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY...“ bundesweit um Mithilfe von Zeugen gebeten. Dabei wurde nach Zeugen gesucht, die zwischen 2 und 3 Uhr am 3. Oktober in Hohenaschau Personen gesehen hatten. Hanna hatte um 2.30 Uhr die Disko „Eiskeller“ verlassen, war auf dem einen Kilometer kurzen Weg nach Hause. Nach der Sendung waren an die neunzig Hinweise bei der Soko eingegangen. Diese bezogen sich vor allem auf eine Armbanduhr, die die Ermittler unweit des Parkplatzes der Kampenwandbahn gefunden hatten, an der sie auch die Jacke und einen Ring der getöteten Studentin sicherstellten.

„Dieser Parkplatz wird im Verfahren eine Rolle spielen“, sagte Baumgärtl der Bildzeitung. Der Zusammenhang mit der Tat sei aber „dubios“. Näher wollte er nicht darauf eingehen.

Dem Bericht der Bildzeitung, auch der Zeugenaufruf in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ habe zur Ermittlung des vermeintlichen Täters beigetragen, widersprach eine Polizeisprecherin am Sonntag: „Das waren andere Zeugenhinweise“, erklärte diese, ohne auf Einzelheiten einzugehen. Diese Zeugenbefragungen waren in den letzten Wochen ständig durchgeführt worden, da sich am Tatabend zwischen 600 und 800 Personen in der Diskothek „Eiskeller“ aufgehalten hatten. Verteidiger Baumgärtl hatte nach eigenen Worten bislang noch keine Akteneinsicht, das soll aber „relativ zeitnah“ erfolgen.

War der vermeintliche Mörder als Zeuge bei der Polizei?

Offenbar gab es einen Kreis von Verdächtigen. „Der jetzt Festgenommene war einer der Kandidaten“, will bild.de zudem aus Ermittlerkreisen erfahren haben. Weiter heißt es, dass die 60 Ermittler der Soko „Club“ durch die operative Fallanalyse um Hauptkommissar Alexander Horn auf die Spur des mutmaßlichen Täters kamen. Vieles deute darauf hin, dass der junge Mann am Tatabend ebenfalls in der Disko war und auch eine Aussage bei der Polizei als Zeuge machte. Doch auch hierbei dürfte es sich um eine reine Vermutung handeln.

„Die Arbeit der Soko wird weitergehen“, heißt es hierzu von Seiten des Polizeipräsidiums. Vieles müsse noch geklärt werden. Demnach ist die Polizei weiter damit beschäftigt, die Ereignisse der Tatnacht genau zu rekonstruieren.

Hanna W. stammte aus Aschau im Chiemgau und besuchte am ersten Oktoberwochenende den Club „Eiskeller“ in ihrer Heimatgemeinde. Hanna war zu Besuch in ihrer Heimat, wollte am Tag ihres Todes zurück nach Rumänien fliegen, um dort im neunten Semester Medizin weiterzustudieren. Ein Passant entdeckte am 3. Oktober den Leichnam in der Prien.

mz

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