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Verwaltung erstellt Standortkarte

Chiemsee Schifffahrt und Campingplatz: Hier gibt es in Prien lebensrettende Defibrillatoren

An diesen Orten gibt es in der Marktgemeinde Prien Defibrillatoren. Klinger
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An diesen Orten gibt es in der Marktgemeinde Prien Defibrillatoren. Klinger

In Deutschland sterben laut dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung jährlich rund 65000 Menschen an einem plötzlichen Herztod. Ein Defibrillator kann das verhindern, indem er das Herzkammerflimmern eines Menschen durch Stromstöße beendet. In Prien gibt es nun eine Defi-Standortkarte.

Prien – Im Priener Gemeindegebiet gibt es elf Defibrillatoren. Das sind jedenfalls diejenigen, von der die Verwaltung weiß, und die sie auch in ihre Standortkarte aufgenommen hat. Eine Idee, die laut Alexander Klammer von der Personalstelle im Priener Rathaus aus dem Marktgemeinderat stammt.

Geräte im Gymnasium und am Chiemseeufer

In einer Sitzung sei diskutiert worden, ob es möglich wäre, im Ort überall dort Schilder anzubringen, wo es Defibrillatoren gibt. Das Ordnungsamt habe aus Gründen der Übersichtlichkeit vorerst eine Absage erteilt. Laut Alexander Klammer wolle sich die Gemeinde diese Möglichkeit jedoch trotzdem weiterhin offen halten.

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Daraufhin hat die Verwaltung eine Karte mit den Standorten der Geräte im Gemeindegebiet plus den Zeiten, zu denen diese verfügbar sind, anfertigen lassen. Auch Städte wie Wien und München verfügen schon über solche Karten. In Prien gibt es einen Defibrillator zum Beispiel auf dem Campingplatz Harras, einen weiteren bei der Chiemsee-Schifffahrt. Auch im Ludwig-Thoma-Gymnasium ist ein Gerät zu finden.

Aufruf auf der Homepage

Um die Standorte herauszufinden, habe die Verwaltung einen Aufruf im Gemeindeblatt und auf ihrer Homepage gestartet. Alle Firmen oder Einrichtungen, die sich gemeldet hätten, seien auf der Karte eingezeichnet. Falls jemand mit seinem Gerät noch nicht vertreten ist: „Man kann sich jederzeit an die Gemeinde wenden“, sagt Klammer. Die Liste werde in diesem Fall aktualisiert.

Drei bis vier Monate habe es gedauert, bis die Karte fertig gewesen sei und alle Rückmeldungen eingegangen wären. Für Alexander Klammer war es die Arbeit wert. „Es ist wichtig, einen Beitrag zu leisten, dass ein Leben gerettet werden kann“, sagt er. Die Marktgemeinde habe mit der Karte die nötige Infrastruktur für Ersthelfer geschaffen.

Laien beenden Herzkammerflimmern

Das findet auch Andreas Rieger sinnvoll. Der stellvertretende Leiter des Rettungsdienstes beim BRK Kreisverband Rosenheim begrüßt die Idee der Marktgemeinde, eine Standortkarte anzufertigen. Mit einem Defibrillator zur Hand könnten Laien bis zum Eintreffen der Rettungskräfte das Herzkammerflimmern eines Patienten beenden und so seine Überlebenschancen steigern. Beim Finden eines solchen Geräts soll in Prien künftig die Karte helfen.

So funktioniert ein Defibrillator:

Defibrillatoren gibt es mittlerweile in vielen Firmen, öffentlichen Gebäuden und Schulen. Meistens sind sie mit den Buchstaben AED und dem grün-weißen Herz-Zeichen gekennzeichnet. Ein Defibrillator hat im Normalfall eine eingebaute Sprachfunktion, die nach und nach erklärt, was zu tun ist. Laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung hat eine Defibrillation das Ziel, Herzkammerflimmern zu beenden. Dazu müssen die Ersthelfer zwei Elektroden auf der Brust des Patienten aufkleben, eine unterhalb des rechten Schlüsselbeins und die andere an der linken Brustkorbseite unterhalb der Achselhöhle. Während des Aufklebens sollten die Helfer mit der Herzdruckmassage nicht aufhören. Der Defibrillator führt anschließend automatisch ein Elektrokardiogramm durch. Dann gibt er entweder die Anweisung, einen Elektroschock über den Schock-Knopf auszulösen oder das Gerät übernimmt dies selbst.

Karte im Internet oder als Ausdruck:

Die Karte mit den Standorten der Defibrillatoren ist auf der Internetseite der Gemeinde unter www.prien.de/de/soziales/defibrillatoren_standorte.htm zu finden. Auf Wunsch kann man sie sich auch im Rathaus ausdrucken lassen.

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