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SPD-Stadtrat sichtlich verärgert

Kostenloser Badespaß für coronagebeutelte Kinder? Rosenheimer Ausschuss lehnt Antrag ab

Seit Mai hat das Rosenheimer Freibad wieder eröffnet: SPD und „Die Partei“ hatten vorgeschlagen, während der Sommermonate für unter 14-Jährige einen kostenlosen Eintritt möglich zu machen.
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Seit Mai hat das Rosenheimer Freibad wieder eröffnet: SPD und „Die Partei“ hatten vorgeschlagen, während der Sommermonate für unter 14-Jährige einen kostenlosen Eintritt möglich zu machen.

Kinder und Jugendliche mussten aufgrund der Corona-Pandemie auf vieles verzichten. Als Entschädigung sollten sie jetzt freien Eintritt in das Rosenheimer Freibad bekommen. Das jedenfalls forderten SPD und „Die Partei“. Doch die Mehrheit im Haupt- und Finanzausschuss stimmte dagegen.

Rosenheim – Abuzar Erdogan will ein Zeichen setzen. Für diejenigen, an die während der Krise am allerwenigstens gedacht worden sei. „Kinder gehören zu den Verlieren des langen Corona-Lockdowns“, schreibt er in dem Antrag an Oberbürgermeister Andreas März. Nicht nur hätten sie viel Freizeitqualität einbüßen müssen, auch bei den Corona-Impfungen würden sie ganz hinten in der Warteschlange stehen.

Stadtgesellschaft soll etwas zurückgeben

„Deswegen ist es nun an der Zeit, ihnen vonseiten der Stadtgesellschaft etwas zurückgegeben und ihnen zu zeigen, dass sich Solidarität auszahlt“, sagt Erdogan. Eine Möglichkeit wäre ein kostenfreier Freibad-Besuch für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren während der Sommermonate.

Einnahmeverlust von 50 000 Euro

Doch ganz so einfach ist es nicht. Das wurde gleich zu Beginn der Diskussion im Haupt- und Finanzausschuss deutlich. „Die Umsetzung der Maßnahme würde zu einem Einnahmeverlust von rund 50 000 Euro führen“, heißt es von der Verwaltung.

Diesen Verlust müsste die Stadt ausgleichen, was wiederum eine „zusätzliche Belastung des städtischen Haushalts“ bedeuten würde.

Preise bereits „familienfreundlich“

Außerdem gab die Verwaltung zu bedenken, dass die Eintrittspreise in das Freibad bereits kinder- und familienfreundlich seien. „Mit einem Normalpreis von 3,60 Euro und einem ermäßigten Preis von 2,50 Euro liegen die Einstrittspreise in einem erschwinglichen Rahmen“, heißt es aus dem Rathaus.

Lesen Sie auch: Wasser marsch: Rosenheimer Freibad eröffnet am 22. Mai mit umfangreichen Hygienekonzept (Plus-Artikel ovb-online.de)

Freier Eintritt für Kinder unter sieben Jahren

Hinzu käme, dass Kinder unter sieben Jahren ohnehin schon kostenlos ins Freibad könnten und für Eltern mit ihren eigenen Kindern bis zur Vollendung des 14. Lebensjahrs eine Familienkarte zum Preis von 7,30 Euro angeboten wird. Zudem dürfe nicht außer Acht gelassen werden, dass auch ältere Menschen von der Pandemie schwer betroffen sind.

Zwar könne Erdogan Bedenken, was die Wirtschaftlichkeit und die Gleichberechtigung angehe, nachvollziehen, er erinnerte aber auch daran, dass die Rede lediglich von einem Jahr sei. „Es geht einfach darum, dass wir den Jugendlichen zeigen, dass wir sie nicht vergessen haben“, sagte er.

Personalisiertes Ticket für zehn Euro

Dr. Götz Brühl, Geschäftsführer der Stadtwerke, schlug deshalb vor, dass Jugendlichen ein personalisiertes Ticket für zehn Euro ausgestellt wird, das sie zum kostenfreien Freibadbesuch während der Sommermonate berechtigt. „Damit können wir auch genau sehen, wie viele das Angebot nutzen“, sagte der Geschäftsführer. So könnte auch verhindert werden, dass das Freibad überrannt werde.

Fehlt ein Konzept?

Stadtrat Florian Ludwig (CSU) kritisierte, dass ihm ein Konzept fehle. „Wir müssen uns überlegen, wo wir hinwollen und was uns wichtig ist“, sagte er. Ähnlich äußerte sich Robert Multrus, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler/UP. „Mit einem Gießkannen-Prinzip für Kinder werden wir nicht viel erreichen“, sagte er. Der Vorschlag sei gut gemeint, aber nicht gut gemacht.

Lesen Sie auch: Rosenheimer Bademeister verrät, wie er im Gewusel nach dem Lockdown den Überblick behält (Plus-Artikel ovb-online.de).

„Ein kostenloser Eintritt ist nicht der richtige Weg“, stimmte ihm Herbert Borrmann, Fraktionsvorsitzender der CSU, zu. Er schlug stattdessen vor, zusätzliche Angebote zu schaffen. So könnte er sich beispielsweise eine Hüpfburg im Freibad vorstellen. Auch beim Thema Schwimmunterricht könnte nachgebessert werden, da gebe es Nachholbedarf.

Erdogan sichtlich verärgert

Die Argumentation seiner Kollegen verärgerte Erdogan sichtlich. Er erinnerte daran für was mit dem Gießkannen-Prinzip bereits alles Geld ausgegeben worden sei. „Aber bei Kindern unter 14 ist es uns nicht wert, den Sommer kostenlos zu machen“, kritisierte er. Mit 6:5 sprachen sich die Stadträte dennoch gegen einen kostenlosen Freibad-Besuch für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren aus.

Dass es auch anders geht, zeigt München. Dort hat der Stadtrat für dieses Jahr beschlossen, Kindern und Jugendlichen bis zwölf Jahre freien Eintritt zu gewähren. Deren Anteil unter den Besuchern liege zwischen 30 und 40 Prozent, berichten die Stadtwerke München auf Anfrage. Daher könne man sagen: „Das Angebot werde gut angenommen.“

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