Schlüssel, Handys und eine Gitarre

Kolbermoor: 120 Fundsachen warten im Fundbüro auf ihren Eigentümer

Schlüssel, Brillen, Regenschirme – und sogar eine Gitarre: Die Eigentümer nicht nur dieser Fundstücke können sich bei Myriam Steinberger (links) oder Melanie Rembeck im Bürgerbüro der Stadt Kolbermoor melden.
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Schlüssel, Brillen, Regenschirme – und sogar eine Gitarre: Die Eigentümer nicht nur dieser Fundstücke können sich bei Myriam Steinberger (links) oder Melanie Rembeck im Bürgerbüro der Stadt Kolbermoor melden.

Schlüssel, Handys, Fahrräder, Geldbörsen und eine Gitarre: Über 120 Fundsachen warten derzeit im Kolbermoorer Rathaus auf die rechtmäßigen Eigentümer.

Kolbermoor - Das ist uns allen sicherlich schon passiert: Wenige Augenblicke vorher steckte der Schlüssel noch in der Hosentasche, jetzt ist er weg. Oder: Lag die Geldbörse vorhin nicht auf dem Beifahrersitz?

Hab‘ ich sie vielleicht doch auf dem Autodach liegen lassen beim Ausziehen der Jacke? Wieso finde ich mein Handy nicht? Verlegt oder verloren? Die verzweifelte Suche nach diesen Dingen endet für viele von uns oftmals im Fundbüro einer Stadt oder Gemeinde – mit der letzten Hoffnung auf einen ehrlichen Finder.

In den Geldbörsen fehlt meistens das Bargeld

Die gibt’s schon noch, sagen Melanie Rembeck und Myriam Steinberger vom Bürgerbüro der Stadt Kolbermoor. 123 Fundsachen seien 2020 im Fundbüro registriert worden.

Die eingeschränkten Veranstaltungen und Einkaufsmöglichkeiten aufgrund der Corona-Pandemie hätten sich nicht auf die Menge ausgewirkt, so Steinberger. „Die Zahlen sind ziemlich gleich geblieben, wie in den vergangenen Jahren.“

Nur die Hälfte der Fundsachen werden abgeholt

Zum größten Teil sind es laut der Verwaltungsangestellten Schlüssel, die abgegeben werden, in der Anzahl gefolgt von Fahrrädern, Handys und Geldbörsen. „Abgegeben oder in den Briefkasten geworfen werden die bei uns nur, wenn Bank- oder Kreditkarten in den Börsen stecken. Meist fehlt aber das Bargeld.“

Schmuckstücke seien eher rar, „derzeit wartet hier nur eine Kette auf ihre Eigentümerin“. Dauert dies länger als die gesetzliche Frist von einem halben Jahr, kann sich der Finder über ein neues Schmuckstück freuen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist hoch, denn laut Steinberger werden nur etwa 30 bis maximal 50 Prozent der abgegebenen Fundsachen in dieser Zeit vom Eigentümer abgefragt und auch abgeholt.

Sechs Monate gesetzliche Wartezeit

Ein Besuch im Fundbüro unterliege derzeit nicht Corona-bedingten Kontaktbeschränkungen, betont die 21-Jährige. „Wer etwas verloren hat in der Stadt, kann zu den normalen Öffnungszeiten des Bürgerbüros zu uns kommen und nachfragen.“

Was für die „Suchenden“ wichtig ist: „Wir bewahren die Artikel in der Regel drei Monate länger auf, weil sich die Eigentümer oftmals auch noch nach einem halben Jahr bei uns melden.“

Apropos melden: Über eine skurrile Situation muss Myriam Steinberger noch heute lachen. Ein Stadtbusfahrer hatte ein Handy gefunden und abgegeben. „Nach einiger Zeit hat dieses Telefon tatsächlich geklingelt: Es war ein Bekannter des Eigentümers, der uns allerdings nicht glauben wollte, dass das Handy derzeit im Fundbüro lagert und unsere Info dazu als einen Aprilscherz gehalten halt.“ Der Anrufer habe wohl deshalb dann seine Ehefrau geschickt, um das Mobiltelefon für den Bekannten abzuholen. „Offenbar hatte er tatsächlich Angst davor, in den April geschickt zu werden.“

Am längsten liegen Schlüssel in den Fundbüro-Regalen

Kein Scherz ist die Tatsache, dass Schlüssel „bei uns sehr lange liegen“, sagt Steinberger. Wie auch eine Konzertgitarre, die bereits seit zwei Jahren auf den rechtmäßigen Eigentümer wartet.

Sie hat zwar im Korpusboden ein Loch, ist aber dennoch bespielbar. Wird sie nicht bald abgeholt, geht auch sie den Weg alles Irdischen – in diesem Fall wird sie im städtischen Bauhof im Sperrmüll enden. Schade drum…

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