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Hilfe aus der Luft

23 Leben gerettet: Der Raublinger Kitz-Engel mit der Drohne

Dieses Trio hat ein Herz für Tiere: Toni Maurer, Hans Söllner und Dieter Mulisch spüren mithilfe einer Drohne Rehkitze im Gras auf.
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Dieses Trio hat ein Herz für Tiere: Toni Maurer, Hans Söllner und Dieter Mulisch spüren mithilfe einer Drohne Rehkitze im Gras auf.

Mit seiner Drohne hilft Dieter Mulisch Bauern beim Aufspüren von Rehkitzen. So wird er vor dem Mähen zum lebensrettenden Engel aus der Luft.

Raubling – „Da, siehst du den weißen Punkt hier auf dem Bildschirm?“, sagt Dieter Mulisch zu den umstehenden Männern. Dieser „weiße Punkt“ ist ein Rehkitz, das er mithilfe seiner Drohnenaufnahme im hohen Gras im Feld eines Landwirtes ausgemacht hat.

Drohnenflug über die Felder

Seit rund vier Wochen ist Mulisch im Gemeindegebiet Raubling mit seinem fliegenden Auge im Einsatz, um Landwirte bei der Aufspürung von Rehkitzen zu unterstützen, ehe sie ihre Felder mähen. „Ein so kleines Kitz bei der Mahd tödlich zu verletzten, will keiner“, sagen die Bauern Toni Maurer aus Moos und Hans Söllner aus Grünthal.

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Die Felder der beiden hat Mulisch kürzlich mit der Drohne abgeflogen. Dabei geht er systematisch vor: Nach einem auf seinem Bordcomputer vorher festgelegten Plan lässt er die Drohne über die bestimmtem Felder fliegen. An diesem Tag ist er allerdings wenig erfolgreich: „Das ist aber auch gut so“, erklärt Maurer.

Denn dann hätten seine vorsorglichen zusätzlichen Tierschutzmaßnahmen schon gewirkt. „Man steckt am Vorabend Fähnchen mit Rascheltüten auf, in der Hoffnung, dass die Geiß, die Mutter vom Kitz, merkt: ,Da ist etwas, was mir Angst macht, also gehe ich mit meinem Jungen lieber woanders hin.‘ Zu 99 Prozent wirkt das. Am besten mäht man dann gleich am nächsten Tag in aller Frühe“, sagen Söllner und Maurer.

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Trotzdem bevorzugen sie eine zusätzliche Beobachtung per Drohne, weil nicht alle Felder abgesteckt werden können. Erst dann beginnt die Mahd. Die Fähnchen dürfe man aber nicht tagelang stehenlassen, das Wild würde sich sonst daran gewöhnen.

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„Zwei Kitze haben wir an diesem Tag schon aufgespürt. Sie liefen aber davon, als sich jemand näherte. Die sind jetzt halt schon etwas größer als noch vor einigen Wochen und laufen von selber weg. Hauptsache, sie sind aus der Gefahrenzone, sprich aus dem zu mähenden Feld“, sagt Mulisch.

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In den vergangenen vier Wochen habe er rund 90 Felder mit einer Gesamtfläche von circa 210 Hektar mit seiner Drohne überflogen. Die gute Nachricht: Bislang wurden 23 Rehkitze aufgespürt und gerettet.

In einer Schachtel oder in einem Korb werden sie geborgen und am Waldrand wieder ausgesetzt. „Aber ganz wichtig: Auf keinen Fall mit der bloßen Hand anfassen, unbedingt nur mit Handschuhen“, verdeutlicht Söllner, „Sonst nimmt die Mutter das Kitz nicht mehr an und es ist verloren.“

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