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Kolbermoorer Stadtkirche

Kolbermoor: So gewinnt Barbara Huber die Herzen der Gläubigen

„Menschen sind ultraspannend“, sagt Pastoralassistentin Barbara Huber, die hier im Bibelgarten sitzt. Sie hat ihre Praxisausbildung bei der Kolbermoorer Stadtkirche gemacht. Im September tritt die 27-Jährige eine neue Stelle bei Garmisch an.
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„Menschen sind ultraspannend“, sagt Pastoralassistentin Barbara Huber, die hier im Bibelgarten sitzt. Sie hat ihre Praxisausbildung bei der Kolbermoorer Stadtkirche gemacht. Im September tritt die 27-Jährige eine neue Stelle bei Garmisch an.
  • VonJohannes Thomae
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Im September wechselt sie nach Garmisch: Pastoralassistentin Barbara Huber über ihre Zeit bei der Kolbermoorer Stadtkirche.

Kolbermoor – „Menschen sind ultraspannend“, sagt Barbara Huber (27) und die Zeit in Kolbermoor hat sie in dieser Auffassung nur bestärkt. Zwei Jahre lang war sie dort, durchlief ihre Praxisausbildung zur Pastoralreferentin bei der Stadtkirche und gehörte damit zum Seelsorgeteam. Im September wird sie bei Garmisch eine neue Stelle antreten.

Firmlinge stärken

Ihre Neugier auf ihre Mitmenschen hat Huber, die in Bad Aibling aufgewachsen ist, zu ihrem Beruf gebracht: „Ich wollte schon als Jugendliche wissen, wie die Menschen mit den großen Sinnfragen des Lebens umgehen.“ Als junger Mensch frage man sich ja, wo ist der Sinn des Ganzen. „Ich wollte wissen, wie geht das eigentlich bei den anderen: Glauben. Und wohin führt sie ihre Suche.“

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Für die 27-Jährige ist ihre Jugendzeit noch sehr präsent und deshalb ist sie bei der Jugendarbeit noch sehr nah an ihrer „Kundschaft“: „Die Firmlinge zum Beispiel sind in einer Umbruchzeit, man wird vom Kind zum jungen Erwachsenen. Und ich möchte sie in dieser Phase stärken, möchte, dass sie wissen, dass in jedem viele Fähigkeiten angelegt sind, man muss nur offen genug sein, um sie an sich selbst zu entdecken.“

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Wichtig findet sie auch, dass man als junger Mensch die Erfahrung macht, dass es Orte gibt, die einem Kraft und Sicherheit geben. „Das muss nicht allein die Kirche sein, es muss nicht mal ein Raum im üblichen Sprachgebrauch sein. Es genügt, einen Ort zu haben, an dem man sich verstanden und von anderen angenommen gefühlt hat. Solche Erfahrungen möchte ich bieten, denn derartiges kann einen durchs ganze Leben tragen und eine enorme Hilfe sein, wenn es mal wieder hart auf hart kommt.“

Seelsorge in allen Lebenslagen

Harte Momente sind es sicher, wenn man am Grab eines Familienangehörigen steht und auch die Seelsorge in diesen Lebenssituationen gehört zu Hubers Aufgaben. „Es klingt vielleicht komisch, aber ich finde Beerdigungen durchaus als einen schönen Teil meines Berufes. An einem Grab ist das, was Seelsorge bedeutet, greifbar: Zu versuchen, anderen eine Stütze zu sein und auch, dem Leben des Verstorbenen in dem, was man sagt, gerecht zu werden“.

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Das, was sie sagt, ist auch sonst wichtig für die, die ihr zuhören, zum Beispiel in Wortgottesdiensten: „Da fragt man sich schon manchmal, wer bin ich denn eigentlich, dass ich anderen, die viel älter sind als ich, die viel mehr Leben und Erfahrungen hinter sich haben, irgendetwas sagen kann, was sie berührt.“

Mut gemacht

Mut hat ihr da einer ihrer Lehrer an der Universität gemacht. Der habe gesagt: „Allein schon durchs jung sein in dieser Kirche gewinnt man viele Herzen.“ Und das habe sich auch in ihrer Erfahrung bestätigt. Was sicher auch daran liegt, dass Huber in ihrem Wesen eine gelassene, aber ansteckende Fröhlichkeit ausstrahlt. Dass sie die Menschen wirklich mag, ist bei ihr sofort zu spüren.

Blick in die Zukunft

Und auch, dass sie voller Optimismus in die Zukunft der Kirche blickt: „Kirche wirkt im Kleinen vielleicht manchmal eng und verhärtet, aber wenn man aufs große Ganze schaut, ist es anders: Da ist eine 2000-jährige Tradition, in der sich Menschen auf die Suche nach dem Sinn des Lebens machten. Da war und ist nie etwas abgeschlossen, das ist eine fortwährende Reise. Kirche ist nicht eng, der historische Jesus Christus war einer, der immer wieder aufs Neue Grenzen und Regeln aufgebrochen hat.“

„Bin Frauen begegnet, die was bewegen“

Wesentlich für diese Überzeugung ist auch, so räumt sie ein, dass sie im Seelsorgeteam um Pfarrer Maurus Scheurenbrand diese Freiheit bestätigt fand. Und gerade in Kolbermoor erleben durfte, welch wichtige Rolle den Frauen in der Kirche zukommt. Ob es ihre drei Kolleginnen waren oder die Frauen in der Gemeinde – „ich bin hier Frauen begegnet, die wirklich etwas bewegen“. Veränderung komme eben nicht nur von oben, sie hänge ganz wesentlich davon ab, dass man an der Basis die Spielräume ausnutzt. „Und da ist mittlerweile sehr viel möglich.“

Ökumene „läuft in Kolbermoor“

Ganz wichtig sei auch, dass in Kolbermoor die Ökumene keine Frage ist, „weil es einfach läuft“. Und sie bezeichnet ausdrücklich Pfarrerin Birgit Molnar als einen Menschen, von dem sie viel gelernt habe. Auch Huber kann man ein großes Kompliment machen: Wer mit ihr zu tun hat, bekommt eine Ahnung davon, dass das Wort Gottes tatsächlich eine frohe Botschaft ist. Die Kolbermoorer werden sie vermissen.

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