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Enger Kontakt

Hochwasser-Opfer in Bad Aibling: Ahrweiler Ehepaar reist mit „Flutgebäck“ nach Oberbayern

Petra und Jürgen Schmitz aus Ahrweiler in Bad Aibling: Sie informierten ihren Freund über den Stand der Dinge zuhause und hatten noch „Flutgebäck“ mitgebracht. Foto: Hecht
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Petra und Jürgen Schmitz aus Ahrweiler in Bad Aibling: Sie informierten ihren Freund über den Stand der Dinge zuhause und hatten noch „Flutgebäck“ mitgebracht.

Der Bad Aiblinger Uwe Hecht hat engen Kontakt nach Ahrweiler. Kürzlich bekam er Besuch aus dem Ahrtal. Jetzt ist er selbst vor Ort und hatte bayerisches Bier und Würste im Gepäck.

Bad Aibling  – Schwer von der Flut getroffen, die in der Nacht auf den 15. Juli das Ahrtal heimgesucht hat, wurden auch Petra und Jürgen Schmitz, Inhaber einer Traditions-Bäckerei im Stadtzentrum von Ahrweiler.

Wie alle übrigen Häuser wurde auch Ladengeschäft mit Cafe´ der Familie Schmitz sowie die im selben Gebäude untergebrachte Bäckerei und Konditorei von den Wassermassen völlig zerstört.

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Wie alle übrigen Häuser wurde auch ihr Ladengeschäft mit Cafe´ sowie die im selben Gebäude untergebrachte Bäckerei und Konditorei von den Wassermassen völlig zerstört. Das Ehepaar erfuhr wie einige Bewohner aus Ahrweiler Hilfe aus Bad Aibling von Uwe Hecht, der seit einigen Jahren mit Familie Schmitz befreundet ist und sich noch im März zusammen mit seiner Frau von Jürgen Schmitz durch die Produktion führen ließ.

Neue Figur aus der Kurstadt?

Ein bei der Flut zerstörter Deko-Weihnachtsmann, der elektrisch betrieben war und seit 1953 zum ersten Advent das Schaufenster des Geschäftes in der Ahrweiler Niederhutstraße zierte, führte die Beiden kürzlich nach Bad Aibling und sie berichteten, was sich seit der Flutnacht speziell in Ahrweiler getan hat und wie die Fortschritte bei der Beseitigung der immensen Schäden sowie der Wiederherstellung der zerstörten Wohn- und Geschäftshäuser sind.

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„Wir haben herausgefunden, dass der Nikolaus in Neustadt an der Aisch gefertigt wurde und haben deshalb dort nach einem neuen Exemplar Ausschau gehalten. Da wir also schon mal in Bayern waren, wollten wir Uwe einen Besuch abstatten und ihm berichten, wie es nun in Ahrweiler zu- und weitergeht. Wir haben ihm auch „Flutgebäck“ mitgebracht, dass wir noch ebenso in unsere Privatwohnung retten konnten. Zudem tun uns ein paar Tage abseits der derzeitigen Situation gut“, so Jürgen Schmitz, der wusste, dass die Aufräumarbeiten in der Stadt nahezu abgeschlossen sind.

Maschinen wieder einsatzbereit

Auch seine Maschinen sind nach wochenlangen Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten wieder einsatzbereit und an einem „flutsicheren“ Ort untergebracht. Ehefrau Petra berichtet, dass Laden und Produktionsstätten mit Maschinen und Backofen in der Flutnacht bis zu zwei Metern unter Waser gestanden hatten. „Unser Ladengeschäft liegt ja etwas höher, insgesamt hatten wir in der Straße einen Wasserstand von bis zu 2,80 Metern“, erinnert sie sich immer noch schockiert an das Geschehen. Aufgeben stand für beide aber zu keiner Zeit zur Debatte. Nachdem die Wassermassen abgelaufen waren, machten sie sich zusammen mit Sohn Jan-Philipp umgehend ans Werk.

Laden- und Café-Einrichtung komplett zerstört

Die Laden- und Cafe´-Einrichtung war komplett zerstört und musste entsorgt werden. Gleichzeitig wurden die Maschinen aus der Produktion „entschlammt“, in kleinste Einzelteile zerlegt, penibel gereinigt und wieder zusammengesetzt. „Wir waren dann gespannt, ob sie noch funktionieren und tatsächlich brachten wir alles wieder zum Laufen“, freut sich Jürgen Schmitz über die letztlich gelungene Aktion.

Backofen war nicht zu retten

Der Backofen, als „Herzstück“ der Produktion war jedoch nicht mehr zu retten. Er musste neu bestellt werden und hat eine Lieferzeit von mindestens zehn Wochen. „Als Uwe Hecht in den Tagen der Flut nach Ahrweiler kam, fand er uns schon bei den weiteren Arbeiten. Es galt ja, Wände abzustemmen, wo nötig Böden rauszunehmen und alles zu trocknen (wir berichteten). All das wurde mit zahlreichen freiwilligen Helfern bewerkstelligt. Hier brachte sich auch Tochter Irena ein, die ihre Tanzgruppe aus Köln als „Räumkommando“ aktivierte. „Alle zusammen haben wir schon viel geschafft“, so Jürgen und Petra Schmitz.

Großer finanzieller Kraftakt

Überhaupt Handwerker zu bekommen war eine Herausforderung, sind die Betriebe in und um Ahrweiler doch größtenteils selbst von der Flutkatastrophe betroffen. Auch wenn der Betrieb eine gute Versicherung hat – „wir hatten uns vor Sachen versichert, von denen wir niemals dachten, dass diese eintreten, sogar Erdbeben“, so der Bäcker- und Konditormeister – bedeutet die Wiederherstellung einen großen finanziellen Kraftakt, dessen Größe noch nicht abzuschätzen ist.

Dennoch blicken Petra und Jürgen Schmitz optimistisch in die Zukunft. Zunächst möchten sie die Produktion wieder aufnehmen um in den Filialen der Stadtteile Bachem und Ramersbach, die von der Flut verschont geblieben sind mit dem Verkauf beginnen.

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Wenn es denn möglich ist, soll auch Mitte Dezember im Hauptgeschäft in Ahrweiler wieder verkauft werden. „Die große Anzahl an Weihnachtsgebäck wird es nicht geben, aber ein wenig wollen wir unseren Kunden schon bieten“, hofft Jürgen Schmitz, der besonders traurig darüber ist, dass der noch vor der Flut hergestellte Teig für seine berühmten Printen, die zum traditionellen Weihnachtsgebäck gehören und dem Schmitz eine Ruhezeit von sechs Monaten gönnt, von der Flut weggeschwemmt wurde.

Bad Aiblinger hilft bei Weihnachtsmann-Suche

Eventuell steht dann ein neuer Nikolaus im Schaufenster. Die Suche in Neustadt war zwar erfolglos, aber Josef Steffl vom Bad Aiblinger Haushaltswaren Pentenrieder hat sich Bilder schicken lassen, mit denen er hofft, fündig zu werden.

In engem Kontakt

Der Bad Aiblinger Uwe Hecht war in den vergangenen Tagen selbst in Ahrweiler und ist heute auf dem Weg Richtung Mangfallstadt. In Richtung Westen unterwegs war er mit 100 Liter Bier und jeder Menge bayerischer Grillwürste. „Denn wir haben ein Straßenfest organisiert.“

Die Fluten haben den AhrweilerWeihnachtsmann zerstört, jetzt kümmert sich ein Bad Aiblinger Geschäftsinhaber darum, einen neuen zu beschaffen.

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