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Nachgefragt beim Kreisvorsitzenden des Hausärzteverbands Oberbayern

Impfstoffmangel bei Hausärzten? - „Müssen teils ungebrauchte Dosen wegwerfen!“

Dr. Nikolaus Klecker
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Dr. Nikolaus Klecker

Haben die Hausärzte der Region genügend Impfstoff? Wir haben uns bei Dr. Nikolaus Klecker, Hausarzt in Rosenheim und Bezirksvorsitzender für Oberbayern des Bayerischen Hausärzteverbands erkundigt. Es stellt sich heraus: Obwohl ausreichend Impfstoff vorhanden ist, können nicht alle Impfwilligen bedient werden.

Rosenheim - „Insgesamt läuft die Impfkampagne in den Hausarztpraxen der Region eigentlich gut. Wir bemühen uns redlich, teilweise gibt es sogar Sonder-Impftage am Samstag. Aber sagen wir es, wie es ist: Bei Biontech gibt es derzeit einen Engpass. Wann der behoben ist, da gibt es derzeit keine offiziellen Nachrichten dazu, zumindest die nächsten Wochen wird er weiter anhalten, das sagt auch das Bundesgesundheitsministerium“, berichtet Dr. Nikolaus Klecker, Hausarzt in Rosenheim und Bezirksvorsitzender für Oberbayern des Bayerischen Hausärzteverbands. „Moderna dagegen wäre genügend vorhanden. Allerdings wollen viele Leute diesen Impfstoff nicht erhalten und es gibt auch viele, welche Moderna nicht erhalten sollten, beispielsweise wenn sie unter 30 oder schwanger sind.“

Zumindest für Impfzentren der Region konnte der von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) prognostizierte Impfstoffmangel zu Jahresbeginn wohl vermieden werden. Bereits Ende Dezember hatten sich die Landratsämter der Region dahingehend optimistisch gezeigt und offenbar auch Recht behalten. Doch nun wird insbesondere Biontech bei Hausärzten knapp. Das Ärzteblatt berichtete bereits vor einigen Wochen, dass es Kürzungen beim Biontech-Impfstoff geben, während Moderna weiter ausreichend geliefert können würde. Schon zuvor hatte es teils an diesem Impfstoff für Hausarztpraxen Engpässe gegeben. Auch aus unserer Leserschaft gibt es Berichte, dass teilweise eine Impfung mangels Impfstoff beziehungsweise dem richtigen Impfstoff nicht möglich war.

Gibt es einen Impfstoffmangel bei Ärzten in der Region? - Nachgefragt beim Kreisvorsitzenden des Hausärzteverbands in Oberbayern

„Dann gibt es vielleicht Leute, welche sich mit Moderne impfen lassen wollen und den Impfstoff auch vertragen würden“, fährt Dr. Nikolaus Klecker fort. „Dann steht man aber teils vor einem neuen Dilemma: Meistens sind das nicht einmal eine Handvoll von Leuten. Eine Flasche des Vakzins gäbe aber zehn Impfdosen. Wenn die aber einmal angebrochen ist, muss sie auch weg.“ Während sich die meisten Impfstoffe gekühlt, je nach Präparat, ein bis sechs Monate halten, muss eine geöffnete sogenannte „Durchstechflasche“ innerhalb von 6 Stunden verwendet werden. „Es braucht dringend kleinere Fläschchen, momentan verlieren wir so regelmäßig Impfstoff der weniger nachgefragten beziehungsweise benötigten Art“, klagt Klecker.

„Wie gesagt: Es gibt viele Leute, für die Moderna nicht geeignet ist. Aber von denen, die es nutzen könnten, kommen dann viele gezielt auch zu ihrem Hausarzt weil sie andere Impfstoffe wollen, insbesondere eben Biontech“, führt Klecker weiter aus. „Doch selbst wenn Leute einen Impftermin mit Moderna vereinbaren passiert es teils, dass sich zehn anmelden, sechs davon kommen dann auch. Das ist doch haarsträubend, dass wir dann ungebrauchte Impfstoffdosen wegwerfen müssen und in anderen Teilen der Welt bekommen die Leute teils gar nichts.“ Er fürchte angesichts dessen, dass erst eine Impfpflicht Abhilfe schaffen würde. „Wir reden schon mit Engelszungen auf die Leute ein, aber scheinbar hilft das nichts.“

hs

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