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Corona-Lockerungen für Gottesdienste

Halleluja! Gesang ist in den Wasserburger Kirchen wieder erlaubt

Hat die Gesangbücher wieder hervorgeholt: Stadtpfarrer Bruno Bibinger
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Hat die Gesangbücher wieder hervorgeholt: Stadtpfarrer Bruno Bibinger
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Über ein halbes Jahr war es ziemlich still im Gotteshaus: Nur kleine Ensembles durften singen, die Gemeinde musste schweigen. Jetzt haben Pfarrer Bruno Bibinger und Kirchenmusikerin Anja Karola Zwiefelhofer sowie Pfarrerin Cordula Zellfelder die Gesangbücher wieder hervorgeholt. „Halleluja!“

Wasserburg – „Wir haben uns gefühlt wie ein Vogel, dem der Flügel gestutzt wurde“, sagt Stadtpfarrer Bibinger. Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Fronleichnam: Singen war den Chören und den Gottesdienstbesuchern nicht erlaubt. „Es waren stille Feiern“, ergänzt Kirchenmusikerin Zwiefelhofer. „Der Gesang hat allen so sehr gefehlt“.

Das bestätigt auch die evangelische Pfarrerin. Als Zellfelder aus dem Urlaub zurückkehrte, kam gleich die gute Nachricht, dass Singen wieder erlaubt ist. „Die harte Zeit ist vorbei“, sagt sie. In der Christuskirche fiel den Gottesdienstbesuchern die Zwangspause besonders schwer. Denn die Gesangbücher wurden – abgezählt – ausgeteilt, damit die Gläubigen die Lieder wenigstens mitlesen konnten. Nur die Stimme erheben durften sie nicht.

Kirchenmusikerin Anja Karola Zwiefelhofer bekommt wieder stimmliche Unterstützung.

Stimmbänder müssen erst trainiert werden

Gesang in der Kirche ist mehr als Gottes Lob, findet Bibinger. Die gemeinsam erklingenden Stimmen machen eine kirchliche Feier nach seinen Erfahrungen erst zu einem wirklich festlichen, erhebenden Erlebnis. Singend – und natürlich auch betend – nehme der Gottesdienstbesucher außerdem aktiv an einer Messe teil. Gerade auch in der evangelischen Kirche ist dies wichtig, sagt Zellfelder. Das Kirchenlied ermögliche, dass sich die Besucher einbringen könnten.

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Doch als im Dezember der zweite Lockdown kam, wurden die Gesangbücher wieder weggeräumt oder kamen in Quarantäne. Zwiefelhofer saß einsam an der Orgel, unterstützt nur von kleinen Gesangsgruppen. Auch in der evangelischen Kirche sorgten nur die Organisten und Solisten für ein wenig Musik. Die Besucher waren zum alleinigen Zuhören verpflichtet.

Stimmen wieder Leben einhauchen

Diese Zeit der stummen Teilhabe ist jetzt vorbei – und trotzdem wird die Kirchengemeinde noch etwas gedämpft zu hören sein beim Singen, ist Zwiefelhofer aus zweierlei Gründen überzeugt. Denn die Maske muss aufbleiben. Sie werde die Klarheit des Gesangs beeinträchtigen – und auch das Gehör.

Außerdem müssten viele Gottesdienstbesucher das Singen erst wieder trainieren. Wer in der Corona-Pause nicht wenigstens unter der Dusche geträllert hat, wird seine eingerosteten Stimmbänder erst lockern müssen, vermutet sie. Das betrifft auch die Mitglieder von Kirchen-, Jugend- und Kinderchor sowie Männerschola in St. Konrad und St. Jakob. „Die Pandemie hat stimmlich Spuren hinterlassen“, stellt Zwiefelhofer fest. Das Zwerchfell sei schließlich ein Muskel, der als Folge fehlenden Trainings erschlaffe. Jetzt gelte es, den Stimmen des Chors und der Gottesdienstbesucher wieder Leben einzuhauchen.

Niemand ist in der Zwangspause abgesprungen

Doch die Kirchenmusikerin ist überzeugt, dass dies gelingen wird. „Alles sind sehr motiviert“, stellt sie bei den Chormitgliedern fest. Die Tatsache, dass sie wieder zusammenkommen könnten, um gemeinsam zu singen, würden viele als Geschenk empfinden. „Es geht wieder aufwärts“, empfindet auch die Kirchenmusikerin. „Ein Schritt mehr zurück zur Normalität“, so sehen es der Stadtpfarrer und auch seine Kollegin von der evangelischen Kirchengemeinde.

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Zwiefelhofer ist außerdem überglücklich, dass die Chorgruppen trotz der langen Zwangspause keine Auflösungserscheinungen spürten. „Wir sind zusammengeblieben, weil wir so eine tolle Truppe sind“, freut sich die 45-Jährige. Proben sind wieder möglich – allerdings weiterhin nur in kleinen Gruppen, denn im Pfarrsaal St. Konrad haben – mit nach wie vor notwendigem zwei Metern Abstand zur Seite und drei Metern nach vorne – nur 15 Sängerinnen und Sänger Platz.

Die Gesangbücher waren über ein Jahr in der evangelischen Christuskirche nur zum Mitlesen der Lieder da.

Chöre können wieder Pläne machen

Auch online haben die Mitglieder der Kirchenchöre Kontakt gehalten – Noten besprochen, Lieder ausgewählt, sich Gedanken gemacht, welche ins Repertoire noch aufgenommen werden. Auch Projektchor und Band der evangelischen Gemeinde, die anlassbezogenen auftreten, können wieder Pläne machen, freut sich Zellfelder.

Samstag wird im katholischen, Sonntag im evangelischen Gottesdienst zum ersten Mal wieder gesungen. „Welch eine Freude“, sagt die stellvertretende Dekanin. Am vergangenen Wochenende, als die Erlaubnis schon bekannt geworden war, aber die offizielle Genehmigung der Staatsregierung noch fehlte, „haben alle schon mit den Hufen gescharrt“, so Zellfelder schmunzelnd.

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