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Es sprießt und grünt im Eichental

Da haben wir den Salat: Gemeinsames Garteln in Prien

Radieserl und Salat können schon geerntet werden. Lauch, Zwiebeln und Knoblauch sind gesetzt und treiben bereits kräftig aus. Im Priener Eichental haben sich auf Initiative von Grünen-Marktgemeinderat Ulrich Steiner 16 Leute aus verschiedenen Altersgruppen zusammengefunden und betreiben dort seit Mai einen Gemeinschaftsgarten.

Prien – Jeder darf etwa 30 Quadratmeter Boden beackern. Gemüse sprießt schon in voller Pracht, unterbrochen von Farbtupfern blühender Blumen. „Freude im und mit dem Garten“ – das ist das Verbindende an einer neuen Gemeinschafts-Gartenanlage unmittelbar hinter dem Schützenwirt. Möglich wurde das Projekt, weil der Grundstücksbesitzer, der Bauer und Gemeinderat Hans Wallner (Moar z´Bruck), die Fläche für die insgesamt 16 Parzellen zur Verfügung stellte.

Idee stieß auf großes Interesse

„Als ich im März im Priener Marktblatt einen Aufruf startete, war das Interesse gleich sehr groß“, so Steiner im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung, Von Beruf ist er Geologe. „Auch in Marquartstein und am Simssee entdeckte ich solche gemeinschaftlich genutzte Gartenflächen, für Prien sah ich da noch eine Lücke“. Die Teilnehmer sind eine Mischung aus jungen und älteren Menschen, Singles und Familien sowie aus Einheimischen und Zugezogenen.

Zur grundsätzlichen Gesinnung beschreibt Ulrich Steiner die Stimmung wie folgt: „Neben unserer Motivation Freude am gemeinsamen Garteln zu haben, spielt bei uns der Anbau der eigenen Lebensmittel eine Rolle. Wenn zum Beispiel die Karotten mal nicht aufgehen oder erst die zweiten Setzlinge etwas werden, gibt uns der Garten ständige Aufgaben, die bei uns eine neue Wertschätzung gegenüber den Produkten des täglichen Lebens entstehen lassen.“

Ein Stück Lebensqualität

Der Garten sei ein Stück Lebensqualität, wo Wissen und Können um die Aufzucht von Gemüse vermittelt werde. Laut Steiner geht es in der heutigen Zeit weniger darum, sich selbst zu versorgen, sondern darum, praxisnah und vor Ort ökologische Sensibilität zu entwickeln.

Der Obst- und Gartenbauverein Prien und Umgebung steht den neuen Gartlern mit fachmännischen Rat zur Seite. Beirat und Baumwart Christian Steinbichler erzählt im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung: dass sich die Schwerpunkte laut Steinbichler im Laufe der Jahrzehnte verändert haben. Sei es nach dem Zweiten Weltkrieg noch in erster Linie darum gegangen, die Ernährung zu sichern, sei dieser Zeit der Not der Aufschwung des Obstbaus gefolgt. „Der Landkreis Rosenheim ist ein Landkreis des Obstes“, weiß Steinbichler zu berichten, der auch Geschäftsführer des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege in Rosenheim ist.

Trend zum Gemüsebau

In den 70er- und 80er-Jahren stand der Blumenschmuck im Vordergrund. Aktuell erkennt er auf Kreisebene einen Trend hin zum Gemüsebau. Bei der Landesgartenschau in Ingolstadt habe der Kreisverband Rosenheim vor kurzem eine Woche lang das Thema „Da haben wir den Salat“ präsentiert.

Den haben jetzt auch eine Reihe Priener im Gemeinschaftsgarten. „Der Umgang mit der Natur ist einfach ein Ding der Zeit“, meint Steinbichler. Gerade für Menschen mit wenig Platz im Garten oder kleiner Wohnung sei der Gemeinschaftsgarten eine gute Möglichkeit, das auszuleben.

Nachbar und Schützenwirt Jonas Spensberger findet die Aktion ebenfalls sehr gut, wie er sagt. Er habe sich auch schon mit den Gartlern arrangiert, was das Nebeneinander anbelangt, zumal die Gaststätte Parkplätze anbieten kann.

Ob im nächsten Jahr die Möglichkeit wieder besteht, an gleicher Stelle das Grundstück für Hobby-Gartler zu nutzen, das ist derzeit noch offen. Aber Bürgermeister Andreas Friedrich habe ihm schon zugesagt, dass er die Idee und das Projekt grundsätzlich und gerne unterstützen möchte, erzählt Gemeinderat Ulrich Steiner.

Kontakt:

Die lockere Gemeinschaft trifft sich in der Regel freitags ab 17 Uhr im Eichental vor Ort der Gartenanlage. Interessenten zum Austausch und zur Pflege der Gemeinschaft sind jederzeit willkommen. Falls sich noch weitere Leute für das Garten- und Gemüse-Projekt interessieren, können sich diese per Mail an Ulrich Steiner unter priener.garten@gmx.de wenden. Der Gemeinschaftsbetrag zur Pflege der Anlage beträgt im Jahr circa 100 Euro.

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert

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