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Außensanierung der Kirche St. Peter und Paul

Historischer Fund im Hohlraum: Das Geheimnis der goldenen Westerhamer Turmkugel ist gelüftet

Nach dem Patronats-Gottesdienst wurden Kugel und Dorn wieder auf dem Kirchturm montiert. Vorher versammelten sich zum Erinnerungsfoto (von links) Thomas Stacheter, Diakon Hubert Atzinger, Rita Andrä, Martin Atzinger, Pfarrer Ralph Regensburger, Andreas Wachter und (vorn kniend) Josef Eichler.
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Nach dem Patronats-Gottesdienst wurden Kugel und Dorn wieder auf dem Kirchturm montiert. Vorher versammelten sich zum Erinnerungsfoto (von links) Thomas Stacheter, Diakon Hubert Atzinger, Rita Andrä, Martin Atzinger, Pfarrer Ralph Regensburger, Andreas Wachter und (vorn kniend) Josef Eichler.

Das Geheimnis der goldenen Kugel, die Ende April vom Kirchturm der Westerhamer Filialkirche geholt wurde, ist gelüftet. Nach einem ersten vorsichtigen Blick durch die Endoskopkamera musste sie geöffnet werden. Was dabei zum Vorschein kam war höchst erstaunlich.

Westerham – „Die Kirche im Dorf lassen“, sagt der Volksmund hin und wieder. Bei den Westerhamern kann sich der Spötter diesen Spruch ersparen. Zum einen ist die Peter-und-Paul-Kirche schon vor langer Zeit gebaut worden, genauer gesagt im 15. Jahrhundert. Zum anderen wird sie derzeit in mehreren Abschnitten saniert. „Unser kulturhistorisches Schmuckstück dürfen wir nicht herunterkommen lassen, es soll auch für unsere Nachkommen erhalten bleiben“, mahnt der Westerhamer Kirchenpfleger Martin Atzinger. Er wiederholt seine Botschaft nicht nur bei fast allen sich bietenden Anlässen, sondern packt gemeinsam mit vielen engagierten Helfern auch an.

Außensanierung geht gut voran

Der Innenteil des Kirchturms ist schon länger hergerichtet, der nicht mehr der gebotenen Sicherheit entsprechende Glockenstuhl wurde dabei komplett erneuert worden. „Und aktuell kommen wir auch mit der Außensanierung des Kirchturms gut voran“, informierte Atzinger die Besucher des Kirchweih-Gottesdienstes, den Pfarrer Ralph Regensburger mit Chorbegleitung feierte.

„Noch sind die Arbeiten nicht abgeschlossen, aber auf einen so traditionellen Festtag sollte deshalb trotzdem nicht verzichtet werden“, betonte der Kirchenpfleger und meinte damit den Namenstag von Peter und Paul, den Patron der Westerhamer Kirche. Auf die Besucher des „kloana Kirta“ wartete auch eine Überraschung: das Geheimnis der goldenen Kugel wurde gelüftet.

Vor Beginn der Turmsanierung war die auf der Zwiebelspitze liegende Turmbekrönung – bestehend aus Kugel und Kreuzdorn – vorsichtig abgenommen worden. Dabei war auch zu sehen, dass eine Gewehrkugel einen glatten Durchschuss hinterlassen hatte. Im Inneren klappert etwas, doch öffnen konnte man die vergoldete Kugel nicht. Trotzdem wollten die Westerhamer einen Blick hineinwerfen.

Thomas Stacheter, der stellvertretende Kirchenpfleger, ging den Geräuschen mit einer Endoskopkamera auf den Grund und entdeckte dabei eine Papprolle. Die Kugel musste geöffnet werden, um ihren Schatz zu bergen. Was dabei zum Vorschein kam? „Eine Erläuterung zur Innen- und Außensanierung der Kirche in den Jahren 1982/1983 vom damaligen Pfarrer Huber, eine Kirchenzeitung aus jener Zeit und die Rechnung einer Spenglerfirma“, berichtet Kirchenpfleger Atzinger.

Kugel und Dorn wurden von Kirchenmaler Josef Eichler aus Heufeld saniert und frisch vergoldet. Die Botschaft an die Nachwelt aus dem Jahre 1982 wurde mit Dokumenten aus dem Jahr 2022 ergänzt. „Unsere Kirchenverwaltung hat die aktuellen Sanierungsarbeiten beschrieben, die Namen und Funktionen ihrer Mitglieder ergänzt und einen aktuellen Kirchenzettel beigefügt. Zusammen mit den historischen Dokumenten haben wir alles in einem Kupferrohr in der Kugel verstaut“, so der Kirchenpfleger.

Inhalt jetzt in Kupferrohrhülse

Beim Patronats-Gottesdienst erteilte Pfarrer Ralph Regensburger Kugel und Dorn schließlich den kirchlichen Segen, ehe beide mit dem Baukran zur Turmspitze hochgefahren und dort wieder montiert wurden.

Mit einem geselligen Beisammensein in der Maschinenhalle der Familie Schnitzenbaumer wurde der „kloane Kirta“ noch gebührend gefeiert. Zur Freude von Martin Atzinger, denn auch die Spenden aus dieser Veranstaltung kommen der weiteren Sanierung der Peter-und-Paul-Kirche zugute.

In den nächsten Wochen werden noch Fassade und Tuffsteingrundmauern saniert sowie der Anstrich erneuert.

Einnahmen des Dorffestes für Kirche

Die Gesamtkosten des zweiten Bauabschnittes werden auf 140 000 Euro geschätzt. 20 Prozent übernimmt die Gemeinde Feldkirchen-Westerham, den Rest finanzieren Pfarrei und Kirchenverwaltung Westerham aus Spenden. Deshalb wird in diesem Jahr im Ort für St. Peter und Paul gefeiert und musiziert.

Die Musiker Joseph Wynants (Querflöte), Karl Heinz Vater (Orgel) und und Ann Thiers-Wynants (Violoncello) gaben ein Benefizkonzert für die Westerhamer Kirche.

Am 24. Juli feiern die Westerhamer rund um St. Peter und Paul ihr Dorffest und spenden den gesamten Erlös für die Sanierung des Baudenkmals. „Die gesamte Vereinsgemeinschaft hilft“, ist Atzinger dankbar. Wer sich mit einer Spende am Projekt beteiligen möchte, kann das unter folgender Bankverbindung tun: Katholische Kirchenstiftung St. Laurentius Feldkirchen, IBAN DE86 7116 0000 0000 2064 74, Kennwort: „Spende für Kirche St. Peter und Paul Westerham“.

Restaurierung erfolgt in mehreren Bauabschnitten

Die Westerhamer Filialkirche St. Peter und Paul wurde vor 1450 gebaut, vermutlich in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Schon seit 2012 laufen die Planungen für die Restaurierung der Westerhamer Kirche. 2020 erfolgten die ersten Arbeiten: „Der Turm wurde von innen saniert, zudem wurden Turm und das Dach des Kirchenschiffes statisch ertüchtigt“, erläutert Kirchenpfleger Martin Atzinger. 77 000 Euro hat die Maßnahme gekostet. „Zwei Drittel hat die Pfarrei übernommen, 20 Prozent die Gemeinde Feldkirchen-Westerham, den Rest konnten wir aus Spenden finanzieren“, so Thomas Stacheter, stellvertretender Kirchenpfleger der Kirchenverwaltung.

Martin Atzinger (Mitte) informiert über die Sanierungsarbeiten an der Kirche.

Nun erfolgt die Außensanierung der Kirche. Danach steht im dritten Bauabschnitt ein Mammutprojekt an: die Innensanierung. Bis zu einer Höhe von 1,80 Metern steckt die Feuchtigkeit in den Gemäuern. Der Putz muss entfernt und erneuert werden. „Dafür muss sämtliches Mobiliar ausgebaut werden: Kirchenbänke, Holzböden, Kanzel, Holzvertäfelungen und die Treppe in der Sakristei“, umreißt Atzinger den Aufwand.

Zwar können ehrenamtliche Helfer Hand- und Spanndienste übernehmen, trotzdem werden die Sanierungskosten hoch sein. Deshalb sammeln die Westerhamer auch weiterhin Spenden.

2024 richten die Mangfalltaler Trachtler möglicherweise das Gaufest aus. „Ein Wunsch wäre, dass bis dahin unsere Kirche außen wie innen in neuem Glanz erstrahlen kann“, so die Kirchenpfleger.

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