Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Behörden forschen in der Gemeinde Schechen nach

Geheime Querdenker-Schule in Deutelhausen eröffnet? Bürgermeister: „Ich habe ein schlechtes Gefühl bei der Sache“

Die Stiftung „Freiheit braucht Mut“ ist im Internet nicht zu finden. Das Hinweisschild ist auch in kyrillischen Buchstaben beschriftet
+
Die Stiftung „Freiheit braucht Mut“ ist im Internet nicht zu finden. Das Hinweisschild ist auch in kyrillischen Buchstaben beschriftet
  • Sylvia Hampel
    VonSylvia Hampel
    schließen

In einen Bauernhof in Deutelhausen in der Gemeinde Schechen ist nach langem Leerstand Leben eingekehrt. Was nicht für uneingeschränkte Freude sorgt. Denn es scheint, als hätten Querdenker dort eine Schule eröffnet.

Schechen – Was tut sich auf dem alten Bauernhof in Deutelhausen? Vieles deutet aktuell darauf hin, dass dort sogenannte Querdenker eine Schule eröffnet haben. Ein Hinweis darauf ging aus der Nachbarschaft des Hofes am Freitag bei der Gemeinde ein. Seitdem laufen dort und im Landratsamt die Nachforschungen. „Wir wissen, dass da etwas ist. Aber was, das wissen wir noch nicht“, formuliert es Bürgermeister Stefan Adam. Ob es wirklich eine Schule ist, ist noch fraglich, aber auf dem Hof sind seit Tagen sehr viele Kinder zu sehen. Die Nummernschilder der laut Nachbarn oft 20 und mehr Autos kommen nicht nur aus dem Landkreis Rosenheim, auch Ebersberger und Miesbacher sind vertreten.

Lesen Sie zum Thema: Querdenker-Schule Deutelhausen russisches Hoheitsgebiet? Die Polizei sorgt für Ruhe

Viele Fragezeichen

„Viel kann ich dazu derzeit noch nicht sagen“, so Ina Krug, Sprecherin des Landratsamtes, auf Nachfrage der Redaktion. Das Landratsamt sei am Freitagnachmittag drüber informiert worden, dass sich auf dem Bauernhof in Deutelhausen in der Gemeinde Schechen wohl eine zweistellige Anzahl an Kindern und Jugendlichen treffe. „Es gibt derzeit noch viele Fragezeichen. Unklar ist unter anderem, ob es sich hier tatsächlich um einen Schulbetrieb oder eine Art Betreuung handelt“, so Krug. Unbekannt sei auch noch die Situation vor Ort. Dies müsse jetzt alles zunächst abgeklärt werden.

Lesen Sie dazu: Keine genehmigte Schule in Deutelhausen – Ministerium prüft Schließung

Ehemaliger Besitzer wollte Hof abreißen

Nach Aussagen von Nachbarn stand der heruntergekommene Hof jahrelang leer, nachdem der letzte Mieter ausgezogen war. Der ehemalige Besitzer hätte das Gebäude abreißen wollen, habe es dann aber wohl verkauft.

Nach unzufriedenen Lehrern gefragt

Ein Nachbar, der namentlich nicht genannt werden will, wurde bei einer Begegnung mit einem der Erwachsenen, Trump-Kappe auf dem Kopf, informiert, dass es sich um eine Gruppe handele, die mit „dem System“ nicht einverstanden sei und jetzt eine eigene Schule aufmache. Ob er nicht zufällig Lehrer kenne, die auch unzufrieden seien. Sie bräuchten noch Lehrkräfte. „Ich habe nur gesagt, dass ich niemanden kenne und bin gegangen“, erzählt er.

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

Ob Schule oder Lerngruppe, das ist rechtlich einer der Knackpunkte. Bisher können Eltern, die nicht wollen, dass ihre Kinder Selbsttest machen und Maske tragen, diese aus dem Präsenzunterricht herausnehmen und der Schulpflicht per Distanzunterricht nachkommen. Diese Regelung gelte nach wie vor, bestätigt Angelika Elsner vom Staatlichen Schulamt auf Nachfrage.

Privatschulen müssen von Regierung genehmigt werden

Privatschulen, gleich welcher Geisteshaltung, müssen von der Regierung von Oberbayern genehmigt werden, um den Unterrichtsbetrieb aufnehmen zu können. Von der Regierung von Oberbayern kam bis Redaktionsschluss keine Antwort auf die Anfrage der Redaktion.

Sie haben eine Meinung zu diesem Thema? Klicken Sie hier und schreiben Sie uns einen Leserbrief.

„Wenn es eine Art Lerngruppe oder Mittagsbetreuung ist, dann gibt es rechtlich vermutlich keine größeren Probleme“, sagt der Bürgermeister. Werde aber eine Schule betrieben, dann sehe es anders aus. Da wären dann in Sachen Baurecht, Jugendrecht, Schulrecht, etc. noch viele Fragen offen. Das versuche die Gemeinde gemeinsam mit dem Landratsamt jetzt zu klären. Adam gibt offen zu: „Ich habe ein schlechtes Gefühl bei der Sache.“

Kommentare