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Turbulente zwölf Monate

Frasdorfs Bürgermeister Daniel Mair: „Wir haben ein schwieriges Jahr hinter uns“

Frasdorfs Bürgermeister Daniel Mair lobt die gute Zusammenarbeit im Gemeinderat.
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Frasdorfs Bürgermeister Daniel Mair lobt die gute Zusammenarbeit im Gemeinderat.
  • VonKatharina Koppetsch
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Was hat die Gemeinde Frasdorf im vergangenen Jahr beschäftigt? In einem Interview mit den OVB-Heimatzeitungen spricht Mair über die Corona-Pandemie, die Finanzen und die anstehenden Projekte

Frasdorf – Über ein Jahr ist Daniel Mair (CSU) neu im Amt des Bürgermeisters. In der Zeit ist bereits einiges passiert. In einem Interview mit den OVB-Heimatzeitungen spricht Mair über den Bürgerentscheid, die Corona-Pandemie und die geplanten Projekte der Gemeinde Frasdorf.

Wie hat Ihnen das erste Jahr als Bürgermeister gefallen?

Daniel Mair: Es hat mir große Freude bereitet. Ich war 25 Jahre in unterschiedlichen Gemeinden in der Verwaltung tätig. In diesem Jahr habe ich eine neue Rolle kennenlernen dürfen. Es ist etwas anderes, wenn man an der Spitze steht und Rede und Antwort stehen muss und auch der Kritik ausgesetzt ist. Es macht mir aber Spaß.

Wie empfinden Sie die Arbeit mit dem neu gewählten Gemeinderat?

Mair: In Frasdorf ist das schon ein Phänomen. Wir hatten immer schon ein sehr gutes Verhältnis. Wir haben ein schwieriges Jahr hinter uns. Gerade im Bezug auf den „Frasdorfer Anger“ gab es viele Diskussionen. Sie waren aber immer fair und sachlich. Wir gehen gut miteinander um. Das ist nicht in jedem Gemeinderat so.

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Mitte Mai haben sich die Bürger in Frasdorf per Bürgerentscheid für eine Miedl-Konditorei und einen Regionalmarkt des Anderlbauers entschieden. Wie geht es hier weiter?

Mair: Mir war von Anfang an wichtig, dass die Bürger bei dem Projekt mitgenommen werden – gerade wenn es um eine so wichtige Entscheidung geht. Ich wollte eigentlich ein Ratsbegehren durchsetzen, das wurde aber abgelehnt. Zum Glück hat sich die Bürgerinitiative gegründet und es kam zu dem Bürgerentscheid. Ich finde es schade, dass die Entscheidung nicht eindeutiger ausgefallen ist. Aber wir hatten eine super Wahlbeteiligung. Nach der Entscheidung für das Neubauprojekt sind wir kein gespaltener Ort. Ich gehe davon aus, dass die Gemeinde noch in diesem Jahr das Baurecht erteilen kann. Dann müssen die Bauanträge gestellt werden.

Inwieweit war Ihr erstes Amtsjahr von Corona gezeichnet?

Mair: Die Corona-Pandemie war schon eine wahnsinnige Herausforderung. Wir mussten die Gemeinderatssitzung in die Lamstoahalle verlegen. Die Gemeinde hat außerdem eine Corona-Schnellteststation ins Leben gerufen. Wir mussten das selber in die Hand nehmen. Die Schnellteststation wird von Ehrenamtlichen drei mal die Woche je zwei Stunden lang betrieben. Wir testen im Schnitt rund 50 Menschen in zwei Stunden.

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Im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde auch vermehrte Probleme mit Wildparkern.

Mair: In Corona hat man leider gesehen, das überall geparkt wird. Ich habe die Polizei an speziellen Tagen darum gebeten, vermehrt zu kontrollieren. Ich sehe aber keine Notwendigkeit, neue Parkplätze zu schaffen. Wir haben auf den Parkplätzen die Parkgebühr auf drei Euro erhöht. Ab Juli kann voraussichtlich an beiden Parkplätzen über die App „Parknow“ mit dem Handy bezahlt werden. Außerdem haben wir die Hinweisschilder des Tourismusverbands Chiemsee-Alpenland aufgestellt. Die Schilder sollen Ausflügler sensibilisieren.

Wie steht die Gemeinde finanziell dar?

Mair: Frasdorf hat durch die Corona-Pandemie aktuell keine massiven Einbrüche in der Einkommenssteuer. Aber erst in zwei drei Jahren werden wir sehen, welche Auswirkungen die Pandemie finanziell auf uns hat. Bis jetzt ist die Gemeinde schuldenfrei. Aber in den kommenden Jahren wird die Gemeinde Kredite aufnehmen müssen. Derzeit sieht es danach aus, als ob die Gemeinde dieses Jahr noch ohne Kredit auskommt. Wir müssen aber sparen und uns auf die wesentlichen Projekte beschränken.

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Welche Projekte beschäftigen derzeit die Gemeinde Frasdorf?

Mair: Wir mussten leider die Ausschreibung für unseren Turnhallenbau aufgeben. Wir haben für die Gewerke keine Angebote bekommen. Deswegen wollen wir sie im Winter erneut ausschreiben und dann im Frühjahr voraussichtlich mit dem Bau beginnen. Der Kindergartenbau Wildenwart ist ebenfalls eine große Herausforderung. Hier musste ich in Verhandlungen mit der Erzdiözese gehen, die sehr zäh verliefen. Außerdem muss Frasdorf nun die gesamte Planung des Kindergartens übernehmen. Erst war angedacht, dass die Gemeinde die Bauleitplanung übernimmt und Prien dann die Gebäudeplanung. Das ist aber leider nicht möglich und deswegen liegt nun auch die Gebäudeplanung bei uns. Das müssen wir zeitnah realisieren. Neun Kinder stehen derzeit auf der Warteliste für einen Kindergartenplatz. Ich sehe außerdem einen Bedarf bei der Seniorenbetreuung im Ort. Mir schwebt hier ein Tagesangebot für alleinlebende ältere Menschen vor.

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