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Fliegenplage in der Kastenau: „Man kommt mit dem Totschlagen nicht hinterher“

„Die Fliegenfänger sind in zwei Stunden komplett voll“, erzählt Anwohnerin Karin Zehentner. 
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„Die Fliegenfänger sind in zwei Stunden komplett voll“, erzählt Anwohnerin Karin Zehentner. 

Nicht zum ersten Mal überfallen Tausende Fliegen Gärten und Häuser in der Kastenau. Inzwischen war sogar das Ordnungs- und Umweltamt vor Ort. Was die Gründe für die Plage sein könnten.

Rosenheim – „Da geht einmal die Tür auf und schon sind 20 bis 40 Fliegen drin“, erzählt Monika Strauß und ergänzt etwas verzweifelt: „Man kommt mit dem Totschlagen gar nicht mehr hinterher.“ Das geht nun schon seit Jahren so – nicht permanent aber immer wieder. Am schlimmsten sei die Fliegenplage 2019 gewesen, aber auch jetzt sind die Plagegeister wieder da: „Man kann kein Fenster öffnen, kein Essen irgendwo stehen lassen.“ Schließlich sind Fliegen auch Krankheitsüberträger. Besonders Magenerkrankungen gehen auf sie zurück. Strauß hat natürlich längst Fliegengitter in den Fenstern, aber auch die halten nicht alle Tiere draußen. Im Garten sich aufzuhalten ist quasi unmöglich, erzählt sie.

Anwohnerin startet Unterschriftenaktion

Vor drei Jahren hat Monika Strauß sogar Unterschriften gesammelt und sich an den Stadtrat gewandt mit der Bitte, „die Gründe für die Fliegenplage zu überprüfen und gegebenenfalls die Firma entweder zu zügiger und hygienischer Arbeit aufzufordern und dies auch regelmäßig zu überprüfen“. Die Firma ist die Entsorgungsfirma Remondis. Die liegt auf der anderen Seite der Bahngleise und desto näher man denen kommt, desto schlimmer wird es. „Wir wohnen in der ersten Reihe von den Bahngleisen aus, aber auch noch in der vierten oder fünften ist es eine Plage“, erzählt Strauß.

2019 hörte die Plage dann recht plötzlich auf. Das Ordnungsamt trat mit Remondis in Kontakt. Diese setzte industrielle Fliegenfänger ein, um das Fliegenaufkommen einzudämmen. Mit Erfolg. Innerhalb kürzester Zeit war es dann vorbei mit der Fliegenplage.

Monika Strauß

Dann war erst einmal Ruhe – bis April dieses Jahres. Und Strauß hat wieder angerufen, bei Remondis und bei der Stadt. Und seit vergangenem Mittwoch wird es besser. Ihre Tochter, die ebenfalls in dem Viertel wohnt, habe sogar mal wieder ein Fenster geöffnet, erzählt eine erleichterte Strauß. Aber der Vorwurf bleibt: „Wir wohnen seit 22 Jahren hier und früher gab es keine Fliegenplagen“, erklärt Strauß.

Die Stadt ist auch heuer den Beschwerden nachgegangen: „Auf dem Gelände des angesprochenen Unternehmens sind im Bereich der Mülllagerboxen und der Grüngutlagerung keine übermäßigen Fliegenpopulationen festzustellen,“ heißt es auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Dennoch, so ein Sprecher der Stadt, habe Remondis Fliegensäcke aufgehängt, die die Tiere anlocken und einfangen.

Auch die Fliegengitter halten die Fliegen nicht komplett aus den Häusern.

Remondis selbst weist alle Schuld von sich: „Das kommt nicht von uns, das haben Umweltamt und Ordnungsamt bestätigt“, erklärt Michael Schneider, Pressesprecher des Unternehmens. Auch an anderen Standorten kenne man das Problem nicht: „Ich sitze hier in der Firmenzentrale, hier gibt es auch eine Anlage für Grüngut, sogar für Tierkadaver und hier sind keine Fliegen.“ Aber Schneider hat Verständnis dafür, dass Remondis in Verdacht gerät: „Natürlich wird da immer schnell mit dem Finger auf uns gezeigt, aber wir haben alle Maßnahmen ergriffen, damit es nicht noch einmal zu einer Belästigung mit Fliegen kommen kann. Das wurde uns auch vom Ordnungsamt bestätigt“, sagt er.

Aber die Fliegenplage ist nun mal da gewesen, das berichtet auch Strauß Nachbarin aus der zweiten Reihe von den Bahngleisen aus gesehen Karin Zehentner: „Das war brutal, Du konntest Dich draußen nicht mehr hinsetzen.“ Fliegenfänger seien innerhalb von zwei Stunden komplett voll gewesen.

Falsche Entsorgung von Grüngut?

Mögliche Gründe für die Fliegenplage seien laut Stadt der milde Winter, das feuchtwarme Klima oder auch falsche Entsorgung von Grüngut. Nur ist das Wetter nicht nur in der Nähe der Bahngleise feuchtwarm und der Winter war auch im Rest Rosenheims nicht eiskalt. Ob gerade die Kastenauer ihr Grüngut falsch entsorgen, scheint auch eher unwahrscheinlich.

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