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Besamungsstation Wasserburg-Rottmoos feiert

Ein Stier und seine 16.000 Töchter: Superbulle Wobbler hat Geburtstag

Ein Fest für die ganze Familie: Zur ungewöhnlichen Geburtstagsfeier von „Wobbler“ kam sogar die Züchterfamilie (hinten von links) Angela Epp, Magnus Epp mit ihrem Auszubildenden Georg Perthold und (vorne von links) dem Familienfreund Simon Keppeler, sowie Sohn Johannes Epp zusammen. Die CRV-Mitarbeiter (vorne von rechts), Konrad Bauer, Johannes Wolf, sowie Martin Schweiger (hinten rechts) gratulierten ebenfalls. .
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Ein Fest für die ganze Familie: Zur ungewöhnlichen Geburtstagsfeier von „Wobbler“ kam sogar die Züchterfamilie (hinten von links) Angela Epp, Magnus Epp mit ihrem Auszubildenden Georg Perthold und (vorne von links) dem Familienfreund Simon Keppeler, sowie Sohn Johannes Epp zusammen. Die CRV-Mitarbeiter (vorne von rechts), Konrad Bauer, Johannes Wolf, sowie Martin Schweiger (hinten rechts) gratulierten ebenfalls. .
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
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Zweimal in der Woche besteigt „Wobbler“, der Stolz der Besamungsstation Wasserburg-Rottmoos, eine Gummikuh. Und das seit zehn Jahren. Vor Kurzem feierte der Superbulle Geburtstag.

Wasserburg – Ob „Wobbler“ wohl stolz ist auf seine zahlreiche Nachkommenschaft? Immerhin kann nicht jeder von sich behaupten, 16.000 Töchter gezeugt zu haben und das im Alter von nur zehn Jahren. In Ställen in ganz Europa finden sich die Gene des Zuchtbullen, dem Stolz der CRV Besamungsstation in Wasserburg-Rottmoos. „Nachkommen von ihm findet man in der Türkei, Polen, Italien und natürlich in Deutschland, Österreich und der Schweiz“, erklärt Johannes Wolf, der für den Bullenankauf zuständig ist.

Zweimal in der Woche hat „Wobbler“ seinen Einsatz

Davon hat der Bulle aber keine Ahnung, denn eine echte Kuh hat er in seinem Leben kaum zu Gesicht bekommen. Bei ihm müssen Attrappen aushelfen. „Männer sind da ja etwas einfacher gestrickt“, sagt Wolf mit einem Augenzwinkern.

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Zweimal in der Woche ejakuliert „Wobbler“ in eine Gummikuh, jeweils Montag und Donnerstag und das seit knapp zehn Jahren. Das das noch so klappt, ist ungewöhnlich. Denn durchschnittlich endet die Karriere eines Zuchtbullen mit sieben bis acht Jahren, so Wolf. Danach nehmen normalerweise die Qualität oder die Menge des Spermas ab. „Oder es ist einfach nicht mehr gewollt und verkauft sich nicht mehr.“

Der älteste Zuchtbulle wurde 17 Jahre

Nicht so bei „Wobbler“. Der Stier ist als Samenspender weiterhin beliebt. Mit seinen Zuchtwerten dominiert er die Listen des Fleckviehs und auch seine Leistung nimmt nicht ab. Die Nummer eins sei er zwar nie gewesen. „Aber er war immer vorne mit dabei“, sagt Wolf, auch heute noch. „Wenn er so weiter macht, können wir ihn schon noch ein paar Jahre brauchen.“ 17 Jahre, so alt sei der älteste Zuchtbulle in Rottmoos geworden.

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Zur Geburtstagsfeier von „Wobbler“ ist sogar die Züchterfamilie Epp angereist, extra aus Miesbach. Diesen Freudentag wollen sie nicht verpassen. „Das ist ja schon was Besonderes“, sagt Magnus Epp. Vor allem, da in ihrem eigenen Stall ebenfalls zwei Töchter des Stiers stehen – zwei von den 16.000.

Wobblers Urenkel kommt im November nach Wasserburg

Dabei stand beim Kauf gar nicht fest, dass der Bulle so erfolgreich sein würde. 24.500 Euro hat er gekostet, „ein Schnäppchen“, wie Wolf versichert. „Der teuereste Bulle, den wir hier haben, hat 102.000 Euro gekostet.“ Die vererbten Milchwerte waren eigentlich nicht gut genug, deshalb sei der Preis so niedrig gewesen.

Konrad Bauer, Teamleiter der Besamungstechniker, und Martin Schweiger kauften den Bullen in Vertretung von Wolf dennoch ein. Die Investition habe auf jeden Fall gelohnt. „Wobbler“ meistert seine Aufgabe mit Bravour. Die Linie Wobbler werde sogar fortgeführt. „Im November kommt der Urenkel zu uns“, sagt Wolf, das stehe bereits fest. Wie viele männliche Nachkommen „Wobbler“ insgesamt gezeugt hat, kann Wolf nicht genau sagen. Es sind einige, allerdings steht auch fest: „Die meisten kaufen nur den weiblichen Samen“, sagt Wolf.

Die Samen mit Y-Chromosom werden per Laser entfernt

Das sei dank einer Spezialfirma möglich, die alle Spermien mit einem Y-Chromosom mit dem Laser entfernt. „Die Spermien mit dem Y-Chromosom als männliche Spermien sind leichter“, erklärt Wolf den Prozess, „sie können mehr Farbstoff aufnehmen.“ Der Laser könne dies erkennen und entferne dann die eingefärbten Samenzellen. „Mit einer Sicherheit von 90 Prozent sind die Nachkommen dann weiblich.“

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„Wobblers“ Sperma wird interessierten Landwirten, noch lange zur Verfügung stehen, selbst dann noch, wenn der Bulle nicht mehr kann. Es wird mit Stickstoff tiefgefroren und dadurch haltbar gemacht. Ein Ablaufdatum gibt es nicht. „Wir haben noch Sperma aus den 60-er Jahren“, sagt Wolf. Der Samen von damals sei aber nicht mehr beliebt, wegen des Zuchtfortschritts.

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