Verkehrsvereine planen Fusion

Stephanskirchen und Riedering: Der Simssee lockt – und nicht die Orte

Ob im Sommer zum Baden, ganzjährig zum Wandern und Paddleboarden – der Simssee erfreut sich bei Urlaubern, Wochenendtouristen und Einheimischen großer Beliebtheit.
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Ob im Sommer zum Baden, ganzjährig zum Wandern und Paddleboarden – der Simssee erfreut sich bei Urlaubern, Wochenendtouristen und Einheimischen großer Beliebtheit.

„Urlaubsregion Simssee“, den Namen nutzen die Verkehrsvereine Stephanskirchen und Riedering schon seit Langem. Nun planen sie ihre Fusion. „Wir haben nur Vorteile davon“, ist Sybille Stein aus Riedering überzeugt. Das Ziel bleibt: Leiser, umweltverträglicher Tourismus.

Simssee – Sie wollen keine lauten Massen, sondern einen leisen Tourismus, die Verkehrsvereine Stephanskirchen (mit Prutting und Söchtenau) und Riedering. „A bisserl altmodisch darf‘s sein“, formuliert es Traudl Aßbichler, 25 Jahre lang Vorsitzende oder Stellvertreterin auf der Stephanskirchener Seeseite. Die beiden Verkehrsvereine teilen die Auffassung, welche Art Tourismus sie wollen, arbeiten seit vielen Jahren zusammen, irgendwann reifte der Gedanke, sich zusammen zu schließen. „Wir haben nur Vorteile davon“, ist Sybille Stein, Vorsitzende des Riederinger Verkehrsvereins, sicher. Das Verfahren läuft.


Zusammenarbeit als Urlaubsregion

Einen Namen hätte der neue Verein schon: „Urlaubsregion Simssee“. Denn die Gäste führen an den See, in welcher Gemeinde sie sich gerade befinden, sei den meisten herzlich egal, sind sich Sybille Stein und Traudl Aßbichler, mittlerweile Ehrenmitglied des Stephanskirchener Vereins, einig. Deswegen gibt es auch nur eine Simsseeschokolade – entworfen mit der Confiserie Dengel aus Rott – und keine Pruttinger Weiße, Söchtenauer Vollmilch, Riederinger Nuss oder Stephanskirchener Zartbitter.


Bad Endorf nicht dabei, aber einbezogen

Bad Endorf ist in der Urlaubsregion Simssee nicht dabei, dort konzentriert sich der Tourismus aufs Kuren. „Aber die Zusammenarbeit mit den Endorfern ist gut“, so Sybille Stein. Ebenso wie die mit dem Chiemsee-Alpenland-Tourismus (CAT). „Deren Wanderführer können wir gar nicht schnell genug nachholen, der wird begeistert mitgenommen“, sagt Sybille Stein.

Stephanskirchen stellt den Raum, Riedering zahlt das Personal

Broschüren überarbeiten, Zimmerverzeichnisse auf den neuesten Stand bringen, die Unterlagen zusammenführen, die gemeinsame Internetseite pflegen, als das muss bei einer Fusion erledigt werden. Der Stephanskirchener Verein hat ein Büro, „da übernehmen wir Raum und Ausstattung, Riedering die Personalstunden“, sagt Stephanskirchens Bürgermeister und Heimatpfleger Karl Mair, der im Sommer 2019 selbst die Ausstellung „Sommer, Sonne Simssee – 100 Jahre Tourismusgeschichte“ im Stephanskirchner Rathaus erarbeitete.

Mit Mair und seinen Kollegen Johannes Thusbaß, Bernhard Summerer und Christoph Vodermaier, allesamt kein Jahr im Amt, will Sybille Stein sobald wie möglich Gespräche führe. Sehen, welche Schwerpunkte die Bürgermeister haben – und welche Ideen.

Große Projekte sind nicht nötig

Große Projekte sind rund um den Simssee-Tourismus nicht an der Tagesordnung. „Die Leute wollen an den See und in die Berge“, weiß Traudl Aßbichler aus Erfahrung. Also müssen die Badeplätze und Wanderwege am See in Ordnung sein. Bei schlechterem Wetter fahren sie auch mal nach Wasserburg, Rosenheim oder ins Schloß Herrenchiemsee. Das sei auch im vergangenen Jahr, als wegen Corona auch viele neue zu den Stammgästen kamen, nicht anders gewesen, erzählt Sybille Stein. Nur die Regentage, die seien schwerer zu überbrücken gewesen, weil viele Ziele wegen der Corona-Pandemie entweder geschlossen oder begrenzte Besucherkapazitäten gehabt hätten. „Da waren die Gäste umso dankbarer für unsere Insidertipps.“

Genehmigung der Fusion abwarten

Ein paar Ideen, was in der Urlaubsregion Simssee noch zu machen sei, gebe es schon, sagt Sybille Stein, aber spruchreif sei noch nichts. Und außerdem müsse man abwarten, ob die Fusion der beiden Vereine überhaupt genehmigt werde, bevor man anpacke.

Traudl Aßbichler hätte da einen Wunsch: „Es wäre Jammerschade, wenn das Strandbad Liebl weiter verfällt. Es wäre so schön, wenn sich da jemand kümmert und es bewahrt.“

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