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5000 Haushalte in der Region Rosenheim betroffen

Erneuter Stromausfall ärgert die Anwohner - Betreiber über die Hintergründe

Die Kabeldefekte im Gemeindebereich Bad Feilnbach und Raubling sollen so schnell wie möglich behoben werden. Bayernwerk Netz GmbH
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Die Kabeldefekte im Gemeindebereich Bad Feilnbach und Raubling sollen so schnell wie möglich behoben werden. Bayernwerk Netz GmbH

Raubling/ Bad Feilnbach – Etwa 5000 Haushalte aus der Region waren in den vergangenen Tagen von Stromausfällen betroffen. Am Montagabend gab es erneut einen Blackout. Der Versorger hat sich nun zu den Ursachen geäußert.

Update, 14.41 Uhr - Versorgung nach weiterem Ausfall am Dienstag großteils wieder hergestellt

Nachdem der Strom in Raubling am Sonntagnachmittag (9. Januar) und am darauffolgenden Montagabend wiederholt ausgefallen war, kam es am Dienstagmittag gegen 12.45 zur nächsten Störung - der dritten in Folge.

Wieder meldeten sich Leser am Dienstagmittag (11. Januar). Der Strom sei Raubling schon wieder ausgefallen. Über das Portal störungsauskunft.de gingen bis 13.30 Uhr bereits 51 Meldungen von Nutzern ein, dass die Versorgung ausgefallen sei. Auf Anfrage von rosenheim24.de bestätigte der Pressesprecher der Bayernwerk Netz GmbH, Christian Martens, dass es auch am Dienstag wieder zu einer Störung gekommen war.

Dieses Mal seien rund 200 Haushalte zwischen 12.37 und 12.54 Uhr betroffen gewesen, so Martens. Die Störung lag ausschließlich in Raubling vor und nicht in anderen Ortsteilen. Um 12.54 Uhr konnten drei der vier Stationen wieder in Betrieb genommen werden. Eine Station war gegen 13 Uhr noch offen, so Martens. Diese soll zunächst per Niederspannung versorgt werden - die Techniker befinden sich im Einsatz. Somit sollte auch für die letzten Haushalte die Versorgung in absehbarer Zeit wieder gewährleistet sein.

Auf die Frage, wie die Aussicht auf die nächsten Tage sei, gibt sich Martens realistisch: „Wenn wir es präventiv vorhersehen könnten, würden wir es (Anm. d. Red.: gemeint ist ein weiterer Ausfall) verhindern.“ Aktuell gehe es darum, die Lücken, die durch die vergangenen Vorfälle entstanden sind, wieder zu schließen. Dafür müssen die nötigen Reparaturen am Netz durchgeführt werden, welche auch zum Teil schon abgeschlossen sind - andere stehen jedoch noch aus. Komplett ausgeschlossen werden können weitere Ausfälle nicht.

„In der Regel dauern die Reparaturen wenige Tage“, erklärt Martens. Es müsse schnell repariert werden, um schnell wieder „mehr Stabilität“ gewährleisten zu können. Die Bekämpfung der wiederholten Ausfälle haben hohe Priorität, so der Pressesprecher und verweist auf das komplexe System der Stromversorgung. Durch einzelne Fehler, welche zur Sicherheit der Versorgung manuell abgeschaltet werden müssen, wie am Sonntag, kann es an anderen Stellen zu weiteren Problemen kommen. Diese Probleme können behoben werden, können aber bis zu diesem Zeitpunkt zu erneuten Störungen führen. „Das lässt sich nicht vorhersehen und auch nicht ausschließen.“, meint Martens. „Da erwischt es uns aktuell in ungewollter Regelmäßigkeit“

Der Blick auf das Portal störungsauskunft.de sei immer ratsam, erklärt Martens abschließend. Das Portal werde auch von Bayernwerk Netz genutzt. Das Unternehmen kommuniziert dort bekannte Störungen sowie die Aussichten auf deren Behebung. Für Anwohner beziehungsweise Betroffene bietet sich die Möglichkeit, eine Störung zu melden.

Update, 11. Januar 12.40 Uhr

In der Gemeinde Raubling fiel am Montagabend erneut für knapp eine Stunde der Strom aus. „Der Strom fiel zwischen 19.50 Uhr und 20.40 Uhr aus“, sagt der Pressesprecher der Bayernwerk Netz GmbH Christian Martens. Der Grund für den Ausfall ist ein Kabeldefekt. Die Störung sei im Netz erkannt worden. Aufgrund der Defekte am Sonntag und für eine schnelle Fehlerbehebung , versuchten die Bayernwerk Netz GmbH, den Fehler am Abend zu lokalisieren. Es kam zu manuellen Abschaltungen verschiedener Netzabschnitte, um den genauen Fehlerpunkt zu finden.

„Davon betroffen waren Hochrunstfilze, Raubling, Grünthal, Nicklheim, Moos und Staudach“, sagt Martens. Die Ortsteile waren aufgrund der manuellen Abschaltung unterschiedlich lang vom Stromausfall betroffen. So seien rund 100 Haushalte nur für eine Minute ohne Strom gewesen, rund 500 Haushalte für rund eine viertel Stunde und weitere 500 Haushalte für die gesamten 50 Minuten.

Ob der Kabeldefekt am Montagabend mit den Stromausfällen von Sonntag zusammenhängen, könne nicht mit Sicherheit gesagt werden, erklärt der Pressesprecher. Durch die Teilab- und Umschaltungen im Bereich der defekten Kabelstücke fehle aber eine Rückfallstufe. „Die Spannung auf die Betriebsmittel wie Schalter und Verteiler ist damit erhöht“, sagt Martens.

Erstmeldung

„Die erste Störung wurde am Sonntag um 8.05 Uhr in Pfraundorf registriert“, sagt Christian Martens von der Bayernwerk Netz GmbH. Dort gab es eine technische Störung an einem Trafo im Bereich Breiteich. Die technische Störung sei erkannt, lokalisiert und der Stromkreislauf daraufhin so geschaltete worden, dass der Fehlerpunkt umgangen werden konnte, erklärt Martens das Vorgehen des Bayernwerks Netz. Um 9.30 Uhr lag wieder eine Vollversorgung vor. Von dem Ausfall am Vormittag waren rund 400 Haushalte betroffen.

Erster Ausfall am Morgen ist Auslöser

Am Sonntagnachmittag kam es dann zu sogenannte Folgefehlern. Denn das Umgehen des Fehlerpunktes in Pfraundorf hat zur Folge, dass die anderen Netzabschnitte höher belastet werden. Infolgedessen traten um 15.09 Uhr in der Kufsteiner Straße in Raubling und Am Heilholz in Bad Feilnbach zwei Kabelfehler auf.

„Die zeitliche Verzögerung ist nicht ungewöhnlich“, erklärt Martens die Defekte. Sie stehen aber klar im Zusammenhang mit dem Stromausfall am Morgen.

In Bad Feilnbach war um 17.14 Uhr auch der letzte Haushalt wieder mit Strom versorgt, in Raubling dauerte der Stromausfall in manchen Ortsteilen bis 19.21 Uhr an. Mertens schätzt, dass von diesen Stromausfällen bis zu 5000 Haushalten betroffen waren.

„Bayernwerk Netz kümmert sich jetzt zeitnah um die Behebung des Defekts“, versichert Martens. Dazu werde der genaue Kabelabschnitt lokalisiert und ausgetauscht. In Zuge dessen wird es voraussichtlich zu Erdarbeiten kommen. Zu weitere Stromausfällen sollte es aber nicht kommen, so der Pressespreche.

Strom fiel über drei Stunden aus

„Es war schön ärgerlich, für drei Stunden keinen Strom zu haben“, sagt Olaf Kalsperger, der Bürgermeister von Raubling. Das mal für eine viertel Stunde der Strom ausfalle, kenne man, „aber das am Sonntag, das war schon eine lange Zeit“. Kalsperger war vor allem um seine Bürger besorgt, die vielleicht den Grund für den Stromausfall nicht wussten und Angst bekommen könnten. „Da ist es dann schon eine Erleichterung, wenn das Licht wieder angeht“, so der Bürgermeister.

Als Vorsichtsmaßnahme war das Feuerwehrgerätehaus Raubling mit zwei Mann besetzt, sagt Alain Ullmann, stellvertretende Kommandant der Raublinger Feuerwehr. „Hilfe benötigte aber keiner.“

Folgen für den Betrieb im Rathaus hatte der Stromausfall von Sonntag nicht. „Wir haben Glück gehabt, dass der Stromausfall nicht zu normalen Öffnungszeiten war“, sagt Kalsperger.

Bad Feilnbachs Bürgermeister Anton Wallner sieht das wie sein Amtskollege. Auch er habe den Stormausfall mitbekommen. „Viele Bürger haben den Stromausfall für einen Spaziergang genutzt“, sagt Wallner und bedankt sich bei der Bayernwerk Netz GmbH für das schnelle Handeln.

Pensionsgäste zeigen Verständnis

Silvio Hohendorf führt zusammen mit seiner Frau das Gästehaus Enzian in Kirchdorf. Er und seine Gäste saßen rund zwei Stunden im Dunkeln. „Ich bin durch das Haus gegangen und habe Kerzen verteilt“, sagt Hohendorf. Seine Gäste hätten verständnisvoll reagiert. „Ein größeres Problem war die fehlende Internetverbindung“, so der Vermieter der Gästezimmer.

Am Nachmittag habe er noch zwei Rechnungen schreiben und Gästeanfragen bearbeiten wollen. Das sei nicht möglich gewesen.

Die Bürgermeister und der Touristiker waren sich in einem einig: Ein solcher Ausfall zeige ganz deutlich, für wie viele alltägliche Dinge Strom benötigt wird.

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