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Impfungen für unter 16-Jährige

Vertreter aus der Region hadern mit der Entscheidung, allen Kindern und Jugendlichen ein Impfangebot zu machen

Kinder impfen oder nicht – das hängt aus Sicht von Medizinern vom Einzelfall ab.
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Kinder impfen oder nicht – das hängt aus Sicht von Medizinern vom Einzelfall ab.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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  • Jens Kirschner
    Jens Kirschner
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Sollen auch Jugendliche und 16 Jahren gegen das Corona-Virus geimpft werden? Während Mediziner zumindest Eltern chronisch kranker Kinder eher dazu raten, die immunisieren zu lassen, mahnen einzelne Eltern davor, nichts zu überstürzen. Auch, weil die Studienlage noch dünn ist.

Rosenheim – Am Donnerstag (27. Mai) haben Bund und Länder neue Vereinbarungen zur Corona-Impfstrategie getroffen. Demnach sollen auch Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren ein Impfangebot bekommen. Wenngleich die Politik keine Garantie für Impftermine geben will. Doch den Bundesländern bleibt es anheimgestellt, ob sie einzelne Impfkampagnen für Kinder und Jugendliche organisieren. Vertreter aus der Region hadern mitunter mit diesem Beschluss oder halten sich bedeckt.

Größerer Mangel an Impfstoff befürchtet

„Je mehr geimpft sind, desto sicherer macht dies die Schulen – egal ob Erwachsene oder Kinder“, schlussfolgert zum Beispiel der Leiter des Staatlichen Schulamts Rosenheim, Edgar Müller.

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Zum Thema selbst positionieren will er sich jedoch nicht. Zu entscheiden, ob eine Impfung für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sinnvoll ist oder nicht, obliege den Virologen, die Entscheidung hierüber letztendlich der Politik.

Priorisierung in Bayerns Impfzentren bleibt erhalten

Zumindest für das gemeinsame Impfzentrum von Landkreis und Stadt Rosenheim steht wohl nicht in Aussicht, dass hier auf absehbare Zeit Kinder und Jugendliche geimpft werden: „Das Gesundheitsministerium hat im Zusammenhang mit der Entscheidung der Bundesregierung darauf hingewiesen, dass die Impfpriorisierung in den Impfzentren beibehalten wird“, sagt dessen Leiter Hans Meyrl.

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Er befürchtet dennoch Konsequenzen für die laufende Impfkampagne: „Die Ausweitung des Impfangebots für diese Altersgruppe wird lediglich zu einer Potenzierung des Mangels an Impfstoffen und zu zusätzlicher Frustration bei den vermeintlich Begünstigten dieser Regelung führen.“

Nicht alle Studien einsehbar

Der Rosenheimer Facharzt für Kinder-Lungenheilkunde, Otto Laub, denkt, dass man um die Impfung von Kindern und Jugendlichen nicht herumkommt. Insbesondere für chronisch kranke Kinder hält er eine Impfung gegen das Corona-Virus für sinnvoll.

„Das Problem in der jetzigen Diskussion ist, dass wir Ärzte nicht immer genau wissen, wie die Datenlage ist, da wir nicht alle Studien einsehen können“, sagt Laub. Dies bleibe der Europäischen Arzneimittelagentur oder dem Robert-Koch-Institut vorbehalten. Und damit auch die prinzipielle Entscheidung, ob die Impfstoffe für Jugendliche unter 16 Jahren zugelassen werden oder nicht.

Keine Grund, übereilt zu handeln

Doch es gibt auch Zweifel an einer all zu übereilten Corona-Impfung für Kinder: „Kinder haben es gar nicht nötig“, findet die Mühldorferin Martina Maier-Krampf. Sie hat zwei Kinder im Grundschulalter, für die eine Impfung noch nicht infrage komme. Aber auch bei älteren Kindern sieht die Mühldorferin keinen Grund, übereilt zu handeln.

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„Die Not, die die Krankheit hervorruft, ist bei Kindern doch gar nicht gegeben“, sagt sie und verweist auf die geringen Beschwerden, unter denen an Covid-19 erkrankte Kinder leiden. Deshalb sollte Impfstoff für Kinder zunächst sorgfältig geprüft werden.

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