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Corona-Lage in der Region Rosenheim

Corona-Zahlen explodieren – sieben weitere Corona-Tote in der Region Rosenheim

Die Corona-Lage in der Region Rosenheim.
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Die Corona-Lage in der Region Rosenheim.

Die Corona-Zahlen in der Region Rosenheim schwellen weiter an. Die Stadt Rosenheim reißt bereits die Marke 300, dicht gefolgt vom Landkreis. Dramatisch entwickeln sich die Todeszahlen.

Rosenheim – Die Corona-Fallzahlen in der Region Rosenheim steigen sprunghaft an. Die Stadt Rosenheim riss Freitag, 22. Oktober, mit einer 7-Tage-Inzidenz von 314,5 erstmals wieder die Marke 300. Der Landkreis blieb knapp darunter mit einer Inzidenz von 282,7.

940 Fälle binnen einer Woche

Insgesamt 940 neue Fälle gingen binnen einer Woche beim Staatlichen Gesundheitsamt Rosenheim ein (Vorwoche: 702). Spitzenreiter war der Donnerstag (21. Oktober) mit 231 Neumeldungen.

Sieben weitere Corona-Tote

Dass die vierte Welle weiter Fahrt aufnimmt, zeigt sich auch an den Todeszahlen: Insgesamt sieben neue Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 kamen in dieser Woche in Stadt und Landkreis hinzu (Vorwoche: 1). Zwei der Verstorbenen waren laut Gesundheitsamt unter 60 Jahren, drei über 80 Jahre alt. Vier der Verstorbenen waren in einem Heim betreut worden.

Welle der Ungeimpften

Und es bleibt weiter eine Welle der Ungeimpften: Betroffen von den neuen Fällen waren nach Angaben des Gesundheitsamtes überwiegend Ungeimpfte. Knapp zwei Drittel der positiv Getesteten lägen im Altersbereich zwischen 18 und 59 Jahren.

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Risiko für schweren Verlauf

Die Auswertung der Fälle seit 1. September ergibt laut Gesundheitsamt, dass trotz der Impfbemühungen etwa zehn Prozent in der Altersklasse über 60 Jahre betroffen waren, also Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Fast zwei Drittel der Fälle (65 Prozent) lagen im Altersbereich zwischen 18 und 59 Jahren. 13 Prozent der Fälle traten bei Kindern zwischen zwölf und 17 Jahren auf. Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamtes, dazu: „Für diese Altersgruppe existiert eine Empfehlung der STIKO. Alle diese Infektionsfälle wären grundsätzlich durch eine Impfung vermeidbar.“

Kinder betroffen

Zwölf Prozent der Fälle traten bei Kindern und Jugendlichen unter zwölf Jahren auf, für die es bislang noch keine Impfstoffzulassung gibt.

Viele Fälle in Schulen und Kitas

Schulen erweisen sich aktuell als Pandemietreiber in der Region. Seit Schulbeginn verzeichnete das Gesundheitsamt insgesamt 415 Corona-Positiv-Fälle an Schulen und Kitas in Stadt und Landkreis Rosenheim. 350 Meldungen entfallen auf Schulen, 65 auf Kindergärten und Krippen. Hinzu kommen 121 Folgefälle, wie die Behörde auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen vermeldet.

Inzidenz nach Altersgruppen

Entsprechend hoch ist aktuell die 7-Tage-Inzidenz in den betreffenden Altersgruppen. Spitzenreiter derzeit ist die Gruppe der 16- bis 19-Jährigen im Landkreis mit einer Inzidenz von 630,1 und in der kreisfreien Stadt Rosenheim mit 593, wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit mitteilt (Stand 21. Oktober, 8 Uhr). Ebenfalls stark betroffen sind die Sechs- bis Elfjährigen: Im Stadtgebiet liegt deren Inzidenz bei 609,6, im Landkreis bei 453,4. Am entspanntesten ist die Lage bei den Null- bis Fünfjährigen mit einer Inzidenz von 117,6 (Landkreis) und 158,6 (Stadt). Die Inzidenz der Zwölf- bis 15-Jährigen liegt indes im oberen Bereich mit 578,8 (Landkreis) und 466,6 (Stadt).

Zum Vergleich die Inzidenzen in den übrigen Altersgruppen: bei den 20-34-Jährigen 435 (Landkreis) und 388 (Stadt); 35-59-Jährige 240 (Landkreis) und 212 (Stadt); 60-79-Jährige 105 (Landkreis) und 96 (Stadt); ab 80 Jahren 85,9 (Landkreis) und 74,4 (Stadt).

145 Schulen mit Corona-Fällen

Die Einrichtungen mit Corona-Fällen werden von Tag zu Tag mehr. Binnen einer Woche waren insgesamt 145 Schulen und neun Kitas in der Region betroffen, davon 24 Ausbrüche mit 39 Folgefällen.

Zu Wochenbeginn handelte es sich noch um insgesamt 28 Einrichtungen, die meisten davon Schulen, einige wenige Kitas. Die Einrichtungen befinden sich über den gesamten Landkreis verteilt, vom Raum Wasserburg über Bruckmühl bis nach Brannenburg. Am Dienstag und Mittwoch meldete das Amt weitere 16 Schulen und Kitas mit Corona-Fällen. In beinahe allen gab es jeweils eine Infektion, am Samerberg und in Westerndorf St. Peter je zwei Fälle, am Gymnasium Bad Aibling waren es drei. Auch in der zweiten Wochenhälfte wurden zahlreiche weitere Einrichtungen mit Corona-Ausbrüchen gemeldet, darunter zum Beispiel die Grundschule Schloßberg (Stephanskirchen) mit drei positiven Fällen.

Die Corona-Entwicklung in der Region Rosenheim binnen einer Woche (Stand 22. Oktober 2021).

Altenheime betroffen

In den Heimen in Stadt und Landkreis ereignen sich bei Mitarbeitern und Bewohnern zunehmend Krankheitsfälle. Dabei sind laut Gesundheitsamt in einigen Fällen auch bereits vollständig geimpfte Bewohner betroffen, die zum Teil hospitalisiert werden mussten. Zum überwiegenden Teil waren die betroffenen Mitarbeiter ungeimpft. So wurden in der letzten Woche in neun Alten- und Pflegeheimen bei zwölf Bewohnern (zehn davon waren vollständig geimpft) und 18 Mitarbeitern (zwölf nicht geimpft, einer nicht vollständig geimpft, vier vollständig geimpft, einer unbekannt) Corona-Infektionen festgestellt. Zwei Heimbewohner (einer nicht geimpft, einer vollständig geimpft) mussten im Klinikum behandelt werden.

Die Lage in den Kliniken

Die Lage auf den Intensivstationen im Romed-Klinikverbund ist weiterhin sehr angespannt, die Covid-Intensivbetten sind meist voll belegt. Es werden dort fast ausschließlich ungeimpfte Patienten intensivmedizinisch versorgt. Insgesamt 65 (Vorwoche: 51) Covid-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim sowie im Nachbarlandkreis Miesbach stationär behandelt. Hiervon befinden sich 16 Patienten (Vorwoche: 19) auf einer Intensivstation.

Dr. Hierl: „Ungebremster Anstieg“

Dr. Hierl zur Einschätzung der Lage in der Region: „Wenn man auf die Situation im Südosten Oberbayerns blickt, wo nunmehr 7-Tage-Inzidenzen über 400 auftreten, so ist zu erwarten, dass dieser Anstieg auch in unserer Region weiter ungebremst stattfinden wird.“ Das Ziel einer ausreichend hohen Impfrate in der Bevölkerung von 85 Prozent dürfte in Stadt und Landkreis Rosenheim voraussichtlich in absehbarer Zeit nicht zu erreichen sein – „darüber müssen wir uns im Klaren sein. Wer aber nicht vollständig geimpft ist, wird sich unweigerlich infizieren.

Es steht zu befürchten, dass in der Region im Winter eine bislang noch nicht dagewesene Welle an Infektionen und Erkrankungen bevorsteht, die mit den zur Verfügung stehenden Infektionsschutzmaßnahmen kaum zu beeinflussen sein wird.“ Dies werde zu einer weiteren Belastung und irgendwann auch zu einer Überlastung der Kapazitäten der Intensivstationen führen. Hierl: „Ich verstehe die Sehnsucht der Bürger auf ein ‚normales Leben‘ ohne Einschränkungen. Dieses Ziel lässt sich jedoch nur über eine hohe Impfrate erreichen. So sinnvoll Testungen sind, sie tragen – so ehrlich muss man sein – nicht dazu bei, die Pandemie zu überwinden.“

Impfquote unterdurchschnittlich

Die Impfquote in der Region bleibt weiter mäßig. Nur etwas mehr als die Hälfte – 56,31 Prozent Zweitimpfungen und 57,35 Prozent Erstimpfungen – der Bevölkerung in Stadt und Landkreis sind vollständig geimpft. „Das ist für einen nennenswerten Beitrag durch eine Herdenimmunität viel zu gering“, beklagt Hierl und appelliert weiter dazu, sich impfen zu lassen oder sich gegebenenfalls zur Auffrischungsimpfung anzumelden.

Weiterhin dürfen sich alle Bürger für die Impfung gegen Covid-19 unter https://impfzentren.bayern registrieren oder telefonisch unter der Rufnummer 08031/ 365 8899. Impfungen im Impfzentrum können auch ohne vorherige Terminvereinbarung durchgeführt werden, in dem Fall ist jedoch mit Wartezeiten zu rechnen. Das Impfzentrum Rosenheim ist nun täglich von 8 bis 17 Uhr geöffnet.

Falls Bürger eine Auffrischungsimpfung wünschen, die Impfserie vor mindestens sechs Monaten abgeschlossen worden ist (entspricht in der Regel der Zweitimpfung) und etwa ein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf vorliegt, wird darum gebeten, sich diesbezüglich an den behandelnden Hausarzt oder die Impfhotline (08031/ 365 8899) zu wenden. Die Impfhotline kann einen Impftermin für die Auffrischungsimpfung im Impfzentrum vergeben. Berechtigte Personen können die Auffrischimpfung im Impfzentrum jedoch auch ohne vorhergehende Terminvereinbarung erhalten.

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