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Überblick über die zwölf Stationen

Rosenheim: Hier können Sie einen Corona-Test machen

Die Karte gibt einen Überblick, wo Rosenheimer aktuell einen Test durchführen können.
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Die Karte gibt einen Überblick, wo Rosenheimer aktuell einen Test durchführen können.

In Rosenheim haben einige Zentren geschlossen, zwölf Stationen gibt es weiterhin – ein Überblick.

Rosenheim – Die Stadt hat sich verändert. Über den Max-Josefs-Platz schlendern Bürger mit Einkaufstüten. In Cafés tummeln sich schon mittags hungrige Besucher. Denn Einkauf und Restaurantbesuch sind wieder ohne negativen Corona-Nachweis möglich. Die Nachfrage nach Schnelltests ist gesunken. Entsprechend wird das Testangebot heruntergefahren.

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Vier Testzentren wurden geschlossen. Der Anbieter Novida betreibt die Stationen vor dem OBI-Markt im Aicherpark seit 15. Juni und auf dem Max-Josefs-Platz seit 18. Juni nicht mehr. Dort erinnert nur das weiße Zelt an den ehemaligen Testmarathon.

Zwei Apotheken nicht mehr dabei

Auch in der Salin-Apotheke wird dort seit vergangener Woche nicht mehr, wie Inhaber Andreas Riedrich auf Anfrage mitteilte. Die Nachfrage sei nicht groß genug, aufgrund der Lockerungen und Impfungen. In der Apotheke am Bahnhof herrscht die gleiche Situation, obwohl sie erst kürzlich geöffnet wurde.

Nadja Wehner ist Inhaberin der Rosenapotheke und betreibt die Teststation im Bürgerhaus Happing. „Die Nachfrage ist geringer, aber immer noch gegeben“, sagt sie. Betriebe, Krankenhaus- oder Heimbesucher sowie Urlaubsfahrer ließen sich weiterhin testen. In der vergangenen Woche verzeichnete die Station durchschnittlich 61 Tests pro Tag.

In Hochzeiten über 2000 Tests

Als Bürger noch einen negativen Test für Einkauf und Restaurantbesuch vorzeigen mussten, testeten Wehners Angestellte zwischen 100 und 200 Personen täglich. „Die Zahlen haben sich halbiert“, meint die Apothekerin. Seit drei Wochen sei zudem kein positiver Test dabei gewesen.

Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) hätte in Hochzeiten über 2000 Tests in allen Zentren durchführen können. Darunter drei in der Stadt und sechs im Landkreis. Aktuell seien es nur noch 700 bis 1000, meint Sprecherin Susanne Haidacher.

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Vierte Corona-Welle im Herbst?

Die Firma Mediprime betreibt vier Stationen: im Ballhaus, am Media Markt, Toom Baumarkt und beim Unternehmen Hamberger. Geschäftsführer Kristijan Vidakovic-Keilmann zufolge ist die Nachfrage auch dort „deutlich eingebrochen“, um 70 Prozent. „Im Vergleich zum Mai sogar um 80 Prozent“, meint er. Wegen der Pfingstferien sei der Monat „sehr stark“ gewesen. 700 bis 1000 Tests hätten seine Angestellten in den vier Stationen täglich durchgeführt. Das Maximum sei sogar 3000 gewesen.

Der Geschäftsführer ist optimistisch und glaubt an mehr Tests vor und in den Sommerferien. Dann würden wieder viele Menschen in den Urlaub fahren. Auch im Herbst erwartet er eine vierte Corona-Welle: „Ich will nicht schwarzmalen, aber ich glaube, der Boomerang wird uns hart treffen.“

Möglicherweise Einzelgenehmigungen für Apotheken

Das fürchtet auch Apothekerin Nadja Wehner. Deshalb sei es „fatal“, dass Apotheker ab 30. Juni möglicheweise nicht mehr testen dürften. Dann verfällt die Allgemeinverfügung des Bayerischen Gesundheitsministeriums. Wird die Verordnung nicht verlängert, müssen Apotheken möglicherweise Genehmigungen beim zuständigen Gesundheitsamt einholen.

Was nach Fristablauf passiert, ist bisher unklar. Eines sei aber sicher, meint Kathrin Koller von der Bayerischen Landesapothekerkammer: „Einzelgenehmigungen würden einen massiven bürokratischen Aufwand sowohl für Apotheken, als auch die zuständigen Landesbehörden bedeuten.“

Weniger Geld für mehr Arbeit

Doch Apotheken und andere Anbieter stehen vor einem weiteren Problem. Für einen Test bekamen sie bis zu 18 Euro, nun zahlt der Bund nur noch bis zu 12,50 Euro. „Rentabel ist das nicht mehr“, meint Wehner. Sie bekomme eine geringere Vergütung, bei weniger Tests und mehr Aufwand. Denn aufgrund der vereinzelten Betrugsvorfälle durch private Anbieter, gebe es neue Regeln.

Wer sich testen lasse, müsse nun genauer dokumentiert werden – durch eine Unterschrift. Während Apotheker ihre Handschuhe bereits nach jedem Test gewechselt hätten, müssen private Anbieter dies jetzt auch tun. Dadurch entstehen mehr Kosten, weiß Mediprime-Geschäftsführer Vidakovic-Keilmann: „Manche werden schließen müssen.“

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