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Kampf gegen Corona

Priorisierung weg – doch Hausärzte in der Region Rosenheim hemmt Mangel an Impfstoff

Impfen beim Hausarzt: Für viele Patienten wäre das die Lösung der Wahl. Doch auch nach dem allgemeinen Ende der Priorisierung bleibt Impfstoff knapp. Foto: dpa
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Impfen beim Hausarzt: Für viele Patienten wäre das die Lösung der Wahl. Doch auch nach dem allgemeinen Ende der Priorisierung bleibt Impfstoff knapp.
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Bundesweit gilt seit Montag, 7. Juni, für die Hausärzte die offizielle Reihenfolge für Corona-Impfungen nicht mehr. Priorisierung weg, Spielraum da? Schön wär‘s: Was die Hausärzte hemmt, ist ein altes Problem.

Rosenheim – Impfen dürfen sie nun nach ihren eigenen Maßgaben, zumindest theoretisch. Die Impfpriorisierung ist seit Montag bundesweit Vergangenheit. Es dürften sogar Kinder ab zwölf Jahren und Jugendliche geimpft werden. In der Theorie, wie gesagt. Was man betonen muss, denn die Praxis sieht anders aus. Auch in der Region Rosenheim.

Bayern nahm bereits am 20. Mai Abschied von der Priorisierung.

Nach wie vor werden natürlich die Verletzlichen eher geimpft

Die Haus- und Fachärzte konnten also Erfahrung sammeln.. Der Tenor in der Region: Die Praxen gehen nach wie vor nach einer Priorisierung vor, einer Reihenfolge, die sich der Kenntnis ihrer Patienten verdankt. „Bei mir schaut es nach wie vor so aus, dass wir nach Alter und Notwendigkeit impfen“, sagt etwa Andreas Weidinger, Hausarzt in Grassau. Auch für die Patienten, die sich bei ihm auf der Liste haben eintragen lassen, sei die Notwendigkeit entscheidend: „Auch die werden gemäß Alter und Vorerkrankung ausgewählt.“

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So lautet die Devise auch in der Praxis von Reiner Bunse in Tuntenhausen. Man priorisiere nach Alter und Gesundheitszustand, man wisse auch am besten, welche Patienten besonders angreifbar seien. Oder besonders viel Kontakt mit andern Menschen haben, fügt Dr. Fritz Ihler hinzu, der Vorsitzende des Ärztlichen Kreisverbands Rosenheim.

Viel Infrastruktur, wenig Nachschub

Dass sie impfen, wer auch immer eine Spritze begehrt, das mögen sich viele Hausärzte auch in der Region wünschen. Aber, auch das ist eine Erfahrung der vergangenen Wochen: Davon ist man eben weit entfernt. Denn nur weil sie etwas freiere Hand heben, bekommen die Ärzte noch nicht mehr Impfstoff.

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Eigentlich eine Katastrophe, so nennt es Dr. Sebastian Zipplies aus Breitbrunn. Man bestelle dienstags, erhalte am Donnerstag Nachricht, mit wie viel tatsächlich gerechnet werden könne, und lasse sich am Montag überraschen.. „Da sieht man eine Diskrepanz“, sagt Zipplies. „Erst wann wir Montag alles in der Hand haben, vereinbaren wir daher Termine.“ Auch Weidinger sagt: „Die Lieferung ist der Flaschenhals.“ Steigerungen seien für Mai und für Juni versprochen worden, weiß Fritz Ihler. „Nur warten wir darauf noch immer.“

Bei den anstehenden Zweitimpfungen drängt die Zeit

Da hilft manchmal auch die allerhöchste Priorisierung nichts – die der fälligen Zweitimpfung, die nicht zu spät kommen darf, soll die Erstimpfung nicht verpuffen. Auch die an sich garantierten Dosen dafür kommen nicht zuverlässig, sagt Zipplies.

Alles zu umständlich, alles irgendwie behäbig - die Reaktion des Staats sei noch immer nicht ausreichende, sagt Weidinger. Auch Impfzentren stellt er in Frage: „Da hauen wir ein Wahnsinnsgeld hinaus.“ 20 Euro - so wenig Geld hingegen bekommt der Hausarzt pro Impfung.

Auch das Impfzentrum müsste viel mehr Menschen impfen - nur kommt nicht genug Impfstoff

Weiterhin unter seinen Möglichkeiten bleibt wegen des Mangels an Nachschub auch das Impfzentrum. Rund 15 000 Impfungen pro Woche könnte die Einrichtung auf der Loretowiese vornehmen, wenn denn nur genügend Impfstoff käme. 5.900 Dosen wurden für die laufende Woche angekündigt. So oder so wird in den Impfzentren weiter nach der ursprünglichen Priorisierung gearbeitet.

Mit einer Ausnahme: Am Samstag gibt es dort einen Sonderimpftag mit Astra-Zeneca. Möglich macht diesen Termin eine Sonderlieferung von 500 Dosen. Anmelden kann man sich unter https://rosenheim.impfzentrum.bayern.

Währenddessen verwalten die Hausärzte weiterhin den Mangel mit hohem Personaleinsatz. „Wenn dann das Impfzentrum auf einmal 500 Dosen erhält, dann passt doch etwas nicht zusammen“, sagt Fritz Ihler.

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