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Rosenheimer Labor entdeckt neue Mutanten

Corona-Virenküche in der Region: Wenn sich Delta als Omikron tarnt - wie gefährlich ist das?

Coronavirus - PCR Labor
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Testen in unübersichtlicher Lage: Verlieren die Labore angesichts von neuen Subtypen und Varianten den Überblick? Foto: dpa

Was ist Omikron, und wenn ja, wie viele? Eine neue Untervariante der Mutante ist bereits in der Region Rosenheim nachgewiesen worden. Der Rosenheimer Laborchef Dr. Thomas Schulzki machte eine weitere Entdeckung: eine getarnte Variante. Wir haben nachgefragt, was das zu bedeuten hat.

Rosenheim - BA.2: So heißt das neue „Modell“ des Corona-Virus. Mittlerweile ist es in einer Reihe von Ländern nachgewiesen worden. Die Feststellung, dass es sogar gegenüber dem etwas älteren, bereits hochansteckenden Omikron-Typ an Terrain gewinnt, lässt manche Experten vermuten, dass es im Wettlauf um Infektionen einen weiteren Vorteil besitzt.

In der Region Rosenheim ist BA.2 bereits angekommen. Dr. Thomas Schulzki, Chef des Rosenheimer Medizinischen Labors, bestätigte dies gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. „BA.2 ist nachgewiesen“, sagte Schulzki.

Und zwar in ungefähr in den Proben, die das Rosenheimer Labor zum Sequenzieren weggeschickt hatte und jüngst zurückerhalten hat. Beim Sequenzieren wird der gesamte Genom-Datensatz des Virus analysiert. Die Resultate des Verfahrens geben hundertprozentige Sicherheit.

Ist der neue Sub-Typ womöglich schon weiter als gedacht?

Allerdings ist das Sequenzieren entsprechend aufwendig. Es kostet vergleichsweise viel Geld - und Zeit. Die Tatsache, dass die vier Proben, die als BA.2 identifiziert wurden, aus der ersten Januar-Hälfte stammen, legt den Verdacht nahe, dass BA.2 mittlerweile größeren Anteil einnimmt.

Erklärt das, warum die Zahlen so heftig durch die Decke gehen? Im Vergleich zur vergangenen Woche haben sich die Ansteckungszahlen in der Region Rosenheim verdoppelt. Experten sprechen nicht mehr von einer Kurve in der graphischen Darstellung der Infektionsdynamik, sondern von einer Wand.

Die Rosenheimer haben im übrigen noch einen weiteren Sub-Typ entdeckt, der sich sozusagen maskiert hat. Die Test- und Analyse-Methoden des Labors ergaben zunächst einen weiteren Omikron-Fall: Ein Delta-Merkmal reagierte nicht, dafür aber ein für Omikron typischer Abschnitt. Beim Sequenzieren stellte sich heraus: doch ein Delta. Es ist, als habe sich ein Gast, der bereits unangenehm aufgefallen war, für den neuerlichen Besuch mit Klamotten vom Spezl getarnt.

Eine Kombi aus Delta und Omikron wäre ein schlimmer Sprössling

Manchmal gibt sich Delta aber auch gar nicht so viel Mühe. Nicht ganz so ansteckend, dafür offenbar heftiger wirkend, ist es weltweit an einem Viertel bis Drittel der Infektionen beteiligt. Schulzki hält ohnehin die Fixierung auf Viren-Typen auch außerhalb der Wissenschaft für nicht zielführend: „Wir blicken nur noch auf diesen Aspekt und sind einfach monothematisch.“

Macht so manche Entdeckung zuerst: Dr. Thomas Schulzki vom Rosenheimer Medizinischen Labor.

Auch Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamts Rosenheim, kann der Diskussion um angeblich harmlosere Omikron-Varianten nichts abgewinnen. Gut, vorläufige Daten von Studien wiesen darauf hin, dass Omikron weniger Menschen ins Krankenhaus und vor allem die Intensivstation bringe. Aber durch die „extrem hohe Welle“ könnten dennoch Betten knapp werden.

Omikron trifft Infrastruktur härter als viele Infizierte

Außerdem muss ein Virus nicht viele Menschen ins Krankenhaus bringen, um einen empfindlichen Punkt zu treffen: Werden wie Mitte des Monats Dutzende und Aberdutzende Mitarbeiter in den Romed-Kliniken positiv getestet, fehlen dem Klinikverbund auf einmal wertvolle Mitarbeiter in großem Ausmaß. Nicht nur der Infizierten wegen, sondern auch wegen der Quarantäne-Regeln.

Dr. Hierl warnt vor Rekombinationen

Hierl warnt außerdem vor weiteren Mutationen der ansteckenden Omikronvariante und Rekombinationen mit der virulenten Deltavariante. Das Ergebnis könnte ein Sprössling mit den schlimmsten Eigenschaften der Eltern sein: Kontaktfreude und Virulenz.

Die Grenzen verschwimmen

Beide Experten sind sich einig: Impfen bietet den besten Schutz. Allerdings keinen absoluten. „Die Grenzen zwischen den einzelnen Typen verschwimmen“, sagt Schulzki. Um so schwieriger wird es auch werden, Voraussagen zu treffen oder gar einen maßgeschneiderten Impfstoff für alle Varianten zu entwickeln.

Neben der Dauer eines Viren-Angriffs etwa wenn man neben einem infizierten Menschen in einem Raum sitzt, entscheidet die Virenlast über die Heftigkeit der Infektion. Und das eigene Immunsystem. Wichtig sei, dass man den Aggressoren möglich viele Antikörper entgegenstelle, sagt Schulzki. Dann steigen schon mal die Chancen auf einen einigermaßen erträglichen Verlauf.

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