Erster vager Fahrplan von Seiten des Gesundheitsministeriums

Corona-Impfzentren: In jedem Landkreis in der Region eine Station angedacht

Landkreise - Es wird konkreter, was eine Impfung im Kampf gegen das Coronavirus anbelangt. Bis zum 15. Dezember sollen Bayerns Corona-Impfzentren einsatzbereit sein. Das Gesundheitsministerium gibt erst Auskünfte, was geplant ist für die Region.

„Wir wissen aktuell noch nicht, an welchen Standorten genau diese Impfzentren entstehen werden. Es wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen bis die Kreisverwaltungsbehörden die logistischen Fragen geklärt haben“ erklärt Sabine Grüneberg von der Pressestelle des Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege im Gespräch mit rosenheim24.de.


Aktuell gebe es noch keine Informationen darüber, wo genau in den Landkreisen Altötting, Mühldorf am Inn, Traunstein, Berchtesgadener Land und Rosenheim Impfstationen entstehen sollen. Fest stehe nur, dass in jedem Landkreis eine solche Station realisiert werden soll.

Corona-Impfstoff: Von neun übergeordneten Stellen in Bayern in die jeweiligen Regionen


Der bisherige Fahrplan der Bayerischen Staatsregierung für die gezielte Impfung in der Anfangsphase sieht wie folgt aus: Sobald der Impfstoff ausgeliefert werden kann wird er zu insgesamt neun lokalen Zentren in Bayern gebracht. Aus Sicherheitsgründen werden auch diese Standorte nicht genau benannt, erläutert Grüneberg weiter. Von dort aus werden die Impfstoffe auf die jeweiligen Stationen in den Landkreisen verteilt.

Zusätzlich sind in allen Landkreisen und kreisfreien Städten mehrere mobile Impfteams angedacht, die zum Beispiel in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern sowie bei eingeschränkt mobilen Bürgern, die selbstständig nicht in der Lage sind, zu dem Impfstationen zu gelangen, zum Einsatz kommen sollen. 

Impfungen nach Priorisierung - Wirkstoff zu Beginn nicht für gesamte Bevölkerung ausreichend

Weitere Information bezüglich der genauen Priorisierung gehen aus dem Ministerratsbeschluss zum Corona-Impfkonzept hervor. Dieses enthält neben der Verteilung des Impfstoffs sowie der Logistik den Ablaufplan die Information, welche Personengruppen sich vorrangig impfen lassen sollten. Ein Impfstoff flächendeckend für die gesamte Bevölkerung wird aller Voraussicht zunächst nicht zur Verfügung stehen. Vorgesehen ist auf freiwilliger Basis eine Impfung für:

besonders vulnerable Gruppen wie Menschen hohen Alters, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie Betreute und Bewohner in stationären und teilstationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderung
Menschen mit einem erhöhten Infektionsrisiko etwa aufgrund ihres Berufs (insbesondere medizinisches und pflegerisches Personal)
Berufsgruppen aus sensiblen Bereichen der kritischen Infrastruktur wie Polizei, Feuerwehr und Gesundheitswesen
Menschen mit einem erhöhten Infektionsrisiko aufgrund äußerer Umstände wie zum Beispiel beengte Wohnverhältnisse

Weitere Impfstoffe im Laufe des nächsten Halbjahres spruchreif

Dass eine Corona-Impfung, wie es auch schon bei der Influenza-Impfung der Fall ist, künftig in den Hausarzt-Praxen erfolgen könnte, schließt Grüneberger eher aus. „Die bisherigen Impfwirkstoffe benötigen eine extreme Kühlung. Dass bei den Hausärzten fachgerecht tiefgekühlt werden kann stelle ich mir schwierig vor. Das jedoch ausreichend beurteilen zu können - auch in Bezug, wie viele Impfdosen überhaupt zur Verfügung stehen werden - ist noch nicht möglich. Wie auf lange Sicht hier weiterverfahren wird, muss sich erst zeigen.“

„Im Laufe des nächsten Halbjahres wird sich noch extrem viel tun“, schließt Grüneberger ihre Erläuterungen. „Es werden noch weitere Impfstoffe aus der Forschung auf den Markt kommen - da ist es durchaus möglich, dass ein Wirkstoff dabei ist, der nicht so kühl gelagert werden muss.“ Diesbezüglich näher darauf einzugehen sei aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt „reine Spekulation“.

mb

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow (dpa)

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