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Umzug von Bad Aiblinger nach Bruckmühl im Dezember

Corona-Ausbruch in Bad Aiblinger Reha-Klinik - Besucherstopp in der Vorweihnachtszeit

Schutzmaßnahmen in der geriatrischen Reha Bad Aibling: Fiebermessen im Schutzanzug gehört zum Alltag.
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Schutzmaßnahmen in der geriatrischen Reha Bad Aibling: Fiebermessen im Schutzanzug gehört zum Alltag.

Die Lage ist angesichts der aktuellen Corona-Infektionen alles andere als einfach für Betreiber von Rehakliniken in der Region. Die Gefahr ist groß, dass das Virus trotz 2GPlus ins Haus gebracht wird.

Bad Aibling/Lenggries – So auch jüngst in der Ghersburgklinik Bad Aibling. Dort waren 14 Personen betroffen. Es wurde schnell reagiert. Mittlerweile sind alle wieder negativ.

Delta und Omikron extrem ansteckend

Wie nah die Coronagefahr jeden Tag ist, weiß Netzer aus seiner Einrichtung in Lengries. „Mit großem Bedauern müssen wir die 2G- plus-Besucherregelung einstellen und zu einem Besucherstopp wechseln. Dieser gilt bis auf Weiteres.“ Hintergrund: Innerhalb kurzer Zeit hatte man Ende November mindestens zwei besuchende Angehörige, die sich mit Zweifachimpfung plus Schnelltest sicher wähnten und zum Besuchszeitpunkt dann doch unfreiwillig, wie ein am Besuchstag durchgeführter PCR-Test ergab, positiv waren. „Dies hat zu einer Steigerung der Covidfälle in unserer Klinik geführt. Eine Übertragung durch Personal haben wir mittels Schnell- und PCR- Reihentests soweit ausschließen können“, schlüsselt Netzer auf.

Umzug noch heuer nach Bruckmühl

Man sei über diese Entscheidung traurig, „weil ausgerechnet in der Weihnachtszeit Einschränkungen für Angehörige entstehen, die sich an alle Regeln gehalten haben und nach bisherigem Verständnis vollständig geimpft waren“. Aber Delta und möglicherweise Omikron seien so extrem ansteckend, dass auch Zweifach-Geimpfte den Virus auf vulnerable Gruppen übertragen können. „Wir hoffen, eine Besuchsmöglichkeit an den Feiertagen für Dreifach-Geimpfte Angehörige ermöglichen zu können“, stellt der Geschäftsführer gegenüber unserer Zeitung in Aussicht.

Natürlich ist der Fachkräftemangel in der Pflege wie für alle Kliniken und Pflegeheime auch bei den Rehakliniken ein ständiger Begleiter jetzt in der Coronakrise nochmals verschärft. Denn qualifiziertes Personal ist schwer zu finden. „Der Markt im Inland ist leergefegt. Bemühungen im Ausland geeignete Kräfte zu akquirieren sind unendlich mühsam, aufwendig und es ist ungewiss, ob von Erfolg gekrönt mit einer Anerkennung der Fachkraft durch die Regierung von Oberbayern“, schildert Professor Dr. Nikolaus Netzer.

14 Monate Bauzeit

Seine Klinik in Bad Aibling beherbergt bei Vollauslastung 30 Patienten. Ende des Jahres erfolgt der Umzug nach Bruckmühl. Dort geht es nach angemieteten Räumen in den vergangenen Jahrzehnten nun ins eigene Haus. Nach rund 14 Monaten Bauzeit soll die Fachklinik für Geriatrische Rehabilitation in gut einer Woche jetzt fertig sein. Auf dem 4320 Quadratmeter großen Grundstück entstehen im dreigeschossigen Bau Betten für 56 stationäre Reha-Patienten und für zehn Begleitpersonen. „Therapeutischer Erfolg mit einer Rückkehrquote von über 90 Prozent in die gewohnte häusliche Umgebung und die alltagsgerechte Funktionalität unserer Klinikeinrichtung waren uns beim Bau wichtig“, so Netzer.

Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit

In familiärer Atmosphäre kümmern sich dort Mediziner, Therapeuten und Pflegepersonal um die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit im Alter. „Denn es gilt für uns der im Sozialgesetzbuch festgeschriebene Grundsatz : Rehabilitation vor Pflege“, betonen Petra und Nikolaus Netzer unisono. „Mit Sack und Pack“ steht Netzer und seinem Team eine alles andere als „staade Vorweihnachtszeit“ bevor. Alles muss gepackt und während des laufenden Betriebs von der Kurstadt in die Marktgemeinde gebracht werden.

„Das wird ein Kraftakt, aber wir wollen am 20. Dezember in Bruckmühl den Betrieb aufnehmen. Das ist unser persönliches Weihnachtsgeschenk“, so Netzer. Seine Fachkliniken hätten sich auf die Wiedererlangung der Mobilität im Alltag (Physiotherapie) und die Fähigkeit zur selbstständigen Lebensführung (Ergotherapie) bei älteren Menschen spezialisiert, damit fast alle Patienten wieder in die eigenen vier Wände zurückkehren können.

Geeignete Versorgungsform

Bei Patienten nach mehreren Schlaganfällen muss auch oft das Sprechen und Schlucken im Rahmen der Logopädie mitgeübt werden. Therapie nach dem ersten Schlaganfall findet aber meist in spezialisierten neurologischen Rehakliniken statt. Ergänzend zur Rehabilitation in der Klinik in Bad Aibling und ab diesem Monat Bruckmühl gibt es seit Juni die Mobile Geriatrische Rehabilitation (MoGeRe) Südostbayern GmbH mit Sitz in Bad Aibling unter gleicher Trägerschaft.

Häusliches Umfeld ein wichtiger Faktor

Zum Leistungsspektrum des spezialisierten Rehateams gehören neben fachärztlichen Therapien durch einen Altersmediziner (Geriater) auch Physiotherapie, Physikalische Therapie, Ergotherapie, Logopädie, neuropsychologische Behandlung sowie sozialdienstliche Beratung.

„Dieses Versorgungsangebot schließt eine Versorgungslücke, denn nicht für alle geriatrischen Patienten sind etablierte Rehabilitationsangebote die geeignete Versorgungsform“, so der Mediziner. Die Patienten bräuchten eine an ihre Bedürfnisse angepasste Reha im häuslichen Umfeld, in die auch ihre Betreuungspersonen einbezogen sind.

Das sagt das Gesundheitsamt Rosenheim zur aktuellen Corona-Lage

Das Gesundheitsamt Rosenheim weist in seinem jüngsten Wochenbericht darauf hin, dass das Infektionsgeschehen in Stadt und Landkreis Rosenheim exponentiell angestiegen war. Seit Anfang dieser Woche sinkt die Kurve der 7-Tage-Inzidenz – wie auch in anderen Regionen im Südosten Oberbayerns – deutlich ab. Dem Gesundheitsamt werden aber weiterhin täglich zwischen 450 und 600 neue Infektionsfälle gemeldet.

So bestanden Covid-19-Infektionsgeschehen in der vergangenen Woche in 32 Alten- und Pflegeheimen bei 249 Bewohnern.

„Ich appelliere noch einmal nachdrücklich an alle Beschäftigten in der Pflege und Therapie, dem Service und dem Reinigungsdienst in Pflegeheimen sowie an die Angehörigen der Pflegebedürftigen, die sich bislang noch nicht für eine Impfung entscheiden konnten, sich einen vollständigen Impfschutz geben zu lassen“, macht Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamtes, klar. Ungeimpfte setzten die in den Einrichtungen betreuten und behandelten Bewohner einer unnötigen Gefahr aus. „Ich finde diese Haltung ethisch nicht vertretbar“, verdeutlicht Hierl. 235 Covid-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich 35 Patienten auf einer Intensivstation.

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