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Bürgerinitiative unterstützt Klageerhebung

„Kommerzialisierung der Natur“ - Bund Naturschutz klagt gegen den Ausbau der Kampenwandseilbahn

Noch fahren Viergondeln hinauf zur Kampenwand. Der Betreiber möchte sie durch Achtergondeln ersetzen. Gegen den geplanten Ausbau klagt nun der Bund Naturschutz.
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Noch fahren Vierergondeln hinauf zur Kampenwand. Der Betreiber möchte sie durch Achtergondeln ersetzen. Gegen den geplanten Ausbau klagt nun der Bund Naturschutz.

Der Bund Naturschutz klagt gegen den Ausbau der Kampenwandseilbahn. Das teilte Rainer Auer, Vorsitzender der Kreisgruppe Bund Naturschutz (BN), den OVB-Heimatzeitungen mit. Das ist die Kritik des Naturschutzverbandes.

Aschau im Chiemgau – In den kommenden zehn Wochen würde die konkrete Klagebegründung formuliert, erklärt Auer. In ihr sollen die „juristisch problematischen Teile des Bescheids“ aufgezeigt werden. Da dem Betreiber der Kampenwandseilbahn Eric Zbil die Klage noch nicht vorliege, könne er sich derzeit dazu noch nicht äußern, so ein Pressesprecher der Bahn.

Kritik an Art und Weise des Ausbaus

Der Ausbau der Kampenwandseilbahn war vor über vier Wochen vonseiten des Landratsamtes Rosenheim genehmigt worden. In der Genehmigung hieß es, dass die „Umweltverträglichkeit allen gesetzlichen Erfordernissen entspricht“. Doch für den Bund Naturschutz ist klar: Die Genehmigung ist fehlerhaft. Dabei kritisiert der BN nicht die Modernisierung der Bahn, sondern die Art und Weise des Ausbaus.

„Insbesondere das Fällen von Bäumen im Schutz- und Naturwald oder die Bedrohung streng geschützter Tierarten durch den Neubau entspricht eben nicht den gesetzlichen Erfordernissen“, sagt Auer. Die Kreisgruppe geht davon aus, dass die Situation auf der Kampenwand durch den Ausbau verschlechtert werde. Laut Auer würde sich durch die geplanten Achter-, statt der derzeit vorhandenen Vierergondeln, die Transportkapazität verdreifachen.

Kommen mit dem Ausbau mehr Gäste?

Der Betreiber hingegen argumentiert, dass es nicht darum geht, mehr Besucher in die Kampenwandseilbahn zu bekommen, sondern die Wartezeiten während der Stoßzeiten zu vermeiden.

Auer bezweifelt, dass es zu keiner Steigerung der Fahrgastzahlen kommt. „Unsere Erfahrungen mit ähnlichen Projekten haben gezeigt, dass nach der Investition eines vielfachen Millionenbetrags in der Regel auch entsprechende Gewinne erzielt werden sollen“, sagt Auer. „Ein einfaches ‚weiter wie bisher‘ nach einem Neubau erscheint daher wenig plausibel.“

Erst gestern habe der Bund Naturschutz eine Fahrgastzählung an der Kampenwand durchgeführt. „Es waren mehr als 1000 Fahrgäste“, sagt Auer. Die Kampenwand sei gut gefüllt gewesen. „Vermutlich werden die meisten Besucher gestern eher weniger und nicht mehr Menschen gewünscht haben.“

Bürgerinitiative unterstützt den Bund Naturschutz

Unterstützt wird der Bund Naturschutz in seiner Kritik von anderen Naturschutzverbänden. Der Landesbund für Vogelschutz, der Verein zum Schutz der Bergwelt aber auch der Deutsche Alpenverein hätte in ihren Stellungnahmen zu dem Ausbau der Bahn ähnliche Bedenken geäußert, so der Vorsitzende der Kreisgruppe Rosenheim.

Zugang nur mit Buchung: die Sonnenalm bietet Loungbereich an.

Auch die regionale Bürgerinitiative (BI) „Rettet die Kampenwand“ steht hinter der Klageerhebung des Bund Naturschutz. „Wir alle sind uns einig, dass die unnötige Zerstörung der Natur verhindert werden muss. Hier geht es um die Kommerzialisierung der Berge mit Event- und Gastronomietourismus“, sagt Peter Weimann, Initiator der BI. Neben der Erweiterung der Beförderungskapazität kritisiert Weimann die genehmigten Sonderfahrten, von denen ausschließlich die Sonnenalm, die ebenfalls dem Betreiber der Kampenwandseilbahn Eric Zbil gehört, profitiere.

Gegen die Gentrifizierung

Weimann spricht von „Gastronomietourismus“, Auer von der „Gentrifizierung der Alpen“. Rund um die Sonnenalm stehen dem Besucher sogenannte „Loungen“ zur Verfügung, die je nach Angebot zwischen 39 und 69 Euro pro Person kosten. „Eine solche Kommerzialisierung der Natur zum Nutzen weniger passt nicht in unsere Bergwelt“, sagt Auer. „Jeder, der in letzter Zeit mal auf der Kampenwand war, kann unsere Initiative verstehen, wenn er dort die jetzt schon stattgefundenen Veränderungen sieht“, fügt Weimann hinzu.

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