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Am Samstag, 19. Juni

Mit Baum und Gottesdienst wird in Stephanskirchen an Sorgen wegen Brenner-Nordzulaufs erinnert

Der Protest gegen den Brenner-Nordzulauf setzt sich fort. Ende April sorgte eine „Lärmwelle“ entlang der geplanten Trasse für Aufmerksamkeit (Foto), nun sollen weitere Aktionen folgen.
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Ende April sorgte eine „Lärmwelle“ entlang der geplanten Trasse für Aufmerksamkeit (Foto). Nun stehen die Sorgen der Anwohner im Mittelpunkt von Gottesdiensten.

Mit einer Baumpflanzung sowie einem Feldgottesdienst will die Pferrgemeinde Stephanskirchen am Samstag, 19. Juni, gegen die geplante violette Trasse als Brenner-Nordzulauf protestieren. Als Ziel haben sich die Organisatoren gesetzt, den Anwohnern „Hoffnung und Zuversicht zu spenden“.

Stephanskirchen – „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“ – dieses Wort wird gemeinhin dem Reformator Martin Luther zugeschrieben. Die Welt wird wohl nicht so schnell untergehen und auch bis zum Baubeginn des Brenner-Nordzulaufs werden noch einige Jahre ins Land gehen. Ein Apfelbäumchen aber wird am 19. Juni auch in Stephanskirchen gesetzt werden: als „Hoffnungsbaum“ am Trassenverlauf, wie Thomas Riedrich von der Bürgerinitiative Brennerdialog sagt. Im Mittelpunkt der Aktion: Das Nachdenken über die Pläne der Deutschen Bahn, die eine neue Gleistrasse östlich des Inns vorsehen.

„Den Menschen eine Stimme zu geben.“

Initiiert hat die Aktion Helmut Heiss, ansässig in Riedering. Er ist Pastoralreferent und sieht eine Kernaufgabe der Kirche darin, „den Menschen eine Stimme zu geben“. Schon von daher sei es wichtig, das Nachdenken über die neue Trasse nicht den Bürgerinitiativen allein zu überlassen. „Es stehen zutiefst christliche Motive dahinter“, sagt er gegenüber den OVB-Heimatzeitungen.

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Die Pflanzung soll symbolischer Höhepunkt einer kirchlichen Feier sein, die Auftakt einer Reihe von Feldgottesdiensten über den ganzen Sommer hinweg sein soll, die entlang der im Frühjahr von der Deutschen Bahn vorgestellten Auswahltrasse („violette Trasse“) initiiert werden sollen. Neben Stephanskirchen machen nach den Worten von Heiss die Gemeinden Riedering, Rohrdorf und Flintsbach mit, in Schechen und Großkarolinenfeld finde noch ein „Meinungsbildungsprozess“ statt.

Ziel der Feiern sei es, den Ängsten und Sorgen der Menschen Ausdruck zu verleihen, „mit dem Ziel, wieder Hoffnung und Zuversicht zu spenden“, wie es auch seitens der Bürgerinitiativen gegen den Brenner-Nordzulauf heißt.

Aktion an markantem Punkt der Vorschlagstrasse

Die für Samstag, 19. Juni, geplante Baumpflanzung und der Feldgottesdienst finden an einem markanten Punkt der Vorschlagstrasse der Bahn statt: am Tunnelportal Krottenhausmühle im Stephanskirchner Ortsteil Eitzing – und exakt auf der geplanten Trasse.

Von der Maßnahme betroffene Bürger sollen, so plant es Heiss, bei dem Feldgottesdienst zu Wort kommen. Bei dem Gottesdienst erklingt zudem feierliche Blasmusik. Gelesen wird ein Text aus der Schöpfungsgeschichte, es predigt Stephanskirchens Pfarrer Fabian Orsetti.

Gleise tauchen aus dem Untergrund auf

Die Deutsche Bahn hatte im April ihre Vorzugstrasse vorgestellt (wir berichteten). Sie führt, von Ostermünchen kommend, nördlich von Rosenheim über den Inn und in einem Tunnel östlich um Stephanskirchen herum. Kurz vor Riedering, auf Höhe Eitzing, tauchen die Gleise wieder aus dem Untergrund auf, um kurz vor Rohrdorf im nächsten Tunnel, unter dem Samerberg hindurch, zu verschwinden. Nach der zweiten Innquerung soll bei Niederaudorf eine Verknüpfungsstelle Bestands- und Neugleise zusammenführen, bevor die Verbindung unterirdisch durchs Inntal weiter nach Österreich geführt wird.

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Die Bürgerinitiativen in der Region kämpfen seit Jahren gegen die Neubaupläne der Bahn. Zuletzt sorgten Tausende von Menschen mit einer „Lärmwelle“ entlang der eben erst vorgestellten Plan-Trasse für Aufsehen. Im Februar hatten sie entlang der damals noch vier möglichen Trassen 3000 Feuer entzündet.

Die kommende Aktion solle aber nicht Protestkundgebung oder Demonstration sein, sagt Riedrich, sie solle „eindeutig kirchlichen Charakter“ haben.

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Derweil stellt sich die Bürgerinitiative Brennerdialog Rosenheim neu auf. Der Vorsitzende, Thomas Riedrich, will damit auf die veränderten Rahmenbedingungen seit der Bekanntgabe der Vorzugstrasse zum Brenner-Nordzulauf reagieren. Künftig soll es einen Dachverband unter Namen und Logo „Brennerdialog“ geben. Hinzu kommt, dass der Verein Stephanskirchen mit den Bürgerinitiativen aus Prutting und Riedering verschmelzen und zukünftig unter einem gemeinsamen Namen „Brennerdialog Simssee“ auftreten wird. Riedrich selbst war nicht mehr zur Wahl angetreten. Er will sich künftig auf Dachverbandsebene engagieren – und den Widerstand gegen die Trassenpläne weiterführen.

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