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Schädlingsbefall in Wäldern

Der Borkenkäfer fliegt wieder im Wasserburger und Haager Land: Diese Gefahren drohen

Hier ist er schon am Werk: der Buckdrucke beziehungsweise Fichtenborkenkäfer.
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Hier ist er schon am Werk: der Buckdrucke beziehungsweise Fichtenborkenkäfer.

Jetzt fliegen sie wieder, die Borkenkäfer. Leider, sagt Ortholf von Crailsheim, Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung (WBV) Wasserburg-Haag. Er appelliert gemeinsam mit WBV-Geschäftsführer Alexander Graßl an die 2193 Mitglieder, jetzt schnell zu reagieren. Es ist Gefahr im Verzug.

Wasserburg/Haag/Amerang – Der Borkenkäfer ist heuer spät dran. Das liege am kalten und verregneten Frühjahr, sagt Graßl. Der Schädling befand sich jedoch nur in Wartestellung – und legt jetzt, nachdem der Sommer gekommen ist, richtig los. Konzentriert fliege er aus, um die Bäume zu befallen, warnt auch von Crailsheim. Bohrmehl zeigt, wo der Käfer aktiv ist – es ist an Rinderschuppen der Stämme, auf Ästen und Blättern zu sehen, hängt sich in Spinnweben fest.

Wenn dies zu beobachten ist, muss der Waldbauer sofort einschreiten, will heißen: zur Säge greifen. Er ist nach Informationen der WBV sogar gesetzlich verpflichtet, befallene Bäume zu fällen. Wenn nicht, kann das Forstamt einschreiten und eine sogenannte „Ersatzmaßnahme“ durchführen – kostenpflichtig.

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Da es immer mehr sogenannte „urbane Waldbesitzer“ gibt, also Eigentümer, die den Wald geerbt haben, aber nicht vor Ort wohnen, kann die Pflege per Vertrag auch an die Waldbesitzervereinigung übertragen werden, so der Geschäftsführer.

Ausbreitung verhindern

Jetzt drängt die Zeit, wenn es um die Eindämmung der Borkenkäferplage geht, warnt von Crailsheim. Wer schnell reagiere und betroffene Bäume entdecke sowie entferne, könne das Holz noch relativ gut vermarkten. Außerdem gehe es darum, eine Ausbreitung des Käfers zu verhindern.

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Die Chance, die Plage in den Griff zu bekommen, ist nach Erfahrungen des WBV heuer da. „Das kühle Frühjahr hat dem Wald gut getan“, sagen Graßl und von Crailsheim übereinstimmend. Trotzdem: Über 3000 Schädlinge pro Falle in einer Woche würden derzeit beobachtet. Vergleichbare Fangzahlen seien bisher seit 2015 in keiner Kalenderwoche erreicht worden. Das bedeute, dass sich der Borkenkäfer auch über stehendes, nicht nur über liegendes Holz und unaufgearbeitete Windwürfe hermache.

Kleiner Schädling mit großer Wirkung: der Borkenkäfer. Jetzt fliegt er wieder aus.

Die Lage könnte sich weiter beruhigen

Er und von Crailsheim sind trotzdem zuversichtlich, dass sich das „schlimme Borkenkäuferjahr 2018“ nicht wiederholen wird. Schon 2020 war der Befall weniger stark gewesen, 2021 könnte sich die Lage weiter beruhigen – „wenn wir Waldbauern jetzt aufpassen“, so von Crailsheim.

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Er betont außerdem, dass nun eingeschlagenes, betroffenes Holz schnell vermarktet werden kann – anders als 2018, als die Lastzüge mit gefällten Borkenkäferstämmen vor den Sägewerken Schlange standen und manche Betriebe die Tore schließen mussten, weil sie den Anlieferungen nicht mehr Herr wurden.

Das müssen Waldbauern nun tun

„Im Sinne der Gemeinschaft bitten wir alle Mitglieder, sich an der Suche zu beteiligen“, appelliert WBV-Geschäftsführer Alexander Graßl. „Nur so lässt sich eine weitere Ausbreitung verhindern.“

Die Bohrmehlsuche funktioniert am besten an trockenen Tagen, rät die WBV. Bohrmehl riesele bei der Brutanlage aus dem Stamm heraus. Es sehe aus wie „Schnupftabak“ und sammle sich hinter Rindenschuppen, auf Ästen, in Astgabeln, im Moos am Stammfuß, auf Blättern der Pflanzen am Boden.

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Die Suche sollte an sonnigen Südrändern beginnen, außerdem sei es wichtig, Ost- und Westräder der Bestände zu kontrollieren und im Randbereich letztjähriger Käferlöcher nachzuschauen.

Die Zeit drängt, warnt die WBV. Denn ist die Eiablage beendet, entsteht kein frisches Bohrmehl mehr. Tagesaktuelle Informationen zum Borkenkäfer gibt es unter www.fovgis.bayern.de/borki.

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