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Der Laborkittel wir halt abgeschnitten

Band Bel Canto gibt in Wasserburg Benefizkonzert für Verein kleinwüchsiger Personen

Familie Linner mit (von links) Günther, Laura, Julian und Martina, sie sind leit langen Mitglied beim Landesverband kleinwüchsiger Personen in Bayern.
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Familie Linner mit (von links) Günther, Laura, Julian und Martina, sie sind leit langen Mitglied beim Landesverband kleinwüchsiger Personen in Bayern.

Julian aus Soyen ist kleinwüchsig. Die Band Bel Canto ist seit langer Zeit mit seiner Familie befreundet, nun gibt sie ein Benefizikonzert am Samstag um 18 Uhr in der Schranne. Die Spenden kommen dem Landesverband kleinwüchsiger Menschen Bayern zu Gute.

Wasserburg/Soyen – Seit knapp zehn Jahren hatte Monika Bacher aus Soyen die Idee ein Benefizkonzert für den Landesverband kleinwüchsiger Menschen Bayern (LKMF) zu veranstalten. Am Samstag, 26. Juni ist es endlich so weit, dann spielt sie mit ihrer Band Bel Canto um 18 Uhr in der Schranne.

Die Band Bel Canto gibt am Samstag ein Benefizkonzert zugunsten des Landesverbands für kleinwüchsige Menschen: (von links) Monika Bacher, Gabi Schuster, Katja Kromer, Gerti Grill und Christoph Büdding.

Julian hat Achondroplasie

Der Gedanke an ein „Hut-Konzert“ für diesen Verein kam Bacher aufgrund ihrer langjährigen Freundschaft zur Familie Linner aus Soyen. Denn deren Sohn Julian (16) ist kleinwüchsig. Das Wissen, dass eine Störung es Knochengewebes vorliegt, hatte die Familie noch vor der Geburt. Ein Schock für die Eltern. Die genaue Diagnose, Achondroplasie, kam schließlich im Sommer 2005. „Achondroplasie steht für fehlende Knorpelbildung“, erklärt Vater Günther Linner. Die Krankheit zeichne sich vor allem durch verkürzte Arme und Oberschenkel aus, der Oberkörper entspricht der Norm. Aber auch andere Faktoren könnten eine Rolle spielen.

„Bei unserem Sohn musste zum Beispiel eine Hinterhauptsloch-OP gemacht werden“, erläutert Linner, denn dieses war zu eng, sodass das Gehirnwasser nicht richtig zirkulieren konnte. Auch eine Operation der Waden komme immer wieder vor.

Von der Selbsthilfegruppe zum Landesverband

Hilfe bekamen die Linners beim LKMF, der Informationen zu Ärzten und Begleiterkrankungen sammelt, mit den Familien teilt und ihnen beratend zur Seite steht. „Ursprünglich war es vor allem eine Selbsthilfegruppe von Eltern über ganz Deutschland verteilt“, sagt Linner, der selbst lange Jahre im Vorstand des Verbandes engagiert war. Inzwischen haben sich Gruppen für die jeweiligen Bundesländer herausgebildet, die den Austausch zwischen den Familien und den Betroffenen selbst fördern, meist geschieht dies mit Landestreffen, die in den vergangenen Monaten aber aufgrund der Pandemie aufausfallen mussten.

Am Samstag soll sich das ändern, denn der LKMF hat das Konzert von Bel Canto als Anlass genommen, wieder zusammen zu kommen. „Zuerst treffen wir uns in Oberreith und abends kommen wir alle nach Wasserburg“, sagt Linner.

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Er freut sich darauf. Das gesammelte Geld könne der Verein gut gebrauche. Beispielsweise für Freizeiten, die im Irmengard-Hof am Chiemsee für Jugendliche angeboten werden. Auch diese mussten wegen Corona im vergangenen Jahr ausfallen, so bald wie möglich soll es aber nachgeholt werden.

Julian möchte Chemielaborant werden

Ob Julian dafür Zeit haben wird, ist fraglich. Der Realschüler geht in die neunte Klasse und steckt gerade mitten in der Berufsfindung. Produktdesigner, Elektroniker oder Chemielaborant möchte er werden. Für Letzteres hat er auch schon ein Praktikum absolviert, bei Recipharm in Wasserburg. Dort wurde mit seiner Einschränkung ganz pragmatisch umgegangen, wie Vater Günther verrät. „Die haben einfach den Laborkittel abgeschnitten“, sagt er schmunzelnd.

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Bel Canto in der Schranne

Die Band Bel Canto lädt am 26. Juni zum Konzert im Café Schranne ein. Einlass ist ab 18 Uhr, Beginn um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht, diese kommen dem Landesverband für kleinwüchsige Menschen Bayerns zu Gute. Bei schlechtem Wetter wird das Konzert in den Rathaussaal verlegt. Für Verpflegung sorgt das Café Schranne. Die jeweiligen Hygienemaßnahmen sind einzuhalten.

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