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Interview

Bad Endorfs Bürgermeister Loferer über erstes Amtsjahr: „Auf guter Arbeitsbasis aufbauen“

Bad Endorfs Bürgermeister Alois Loferer. Er wurde im vergangenen Jahr neu ins Amt gewählt.
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Bad Endorfs Bürgermeister Alois Loferer. Er wurde im vergangenen Jahr neu ins Amt gewählt.

Bad Endorf - Vergangenes Jahr gelangte er ins Amt. 47 Gemeinderatssitzungen und weit über 300 Beschlüsse später hat Alois Loferer (CSU), Bürgermeister von Bad Endorf, über ein Jahr seiner sechsjährigen Amtszeit hinter sich gelassen. Wie war‘s? Und wie soll‘s werden? Das besprachen wir im Interview mit Loferer.

Wie haben Sie das erste Jahr als Bürgermeister empfunden?

Alois Loferer: Es ist ein sehr intensives und auch sehr abwechslungsreiches Jahr gewesen. Es war vor allem ein Jahr, in dem viele Dinge zusammengefunden haben, die zusammen gehören. Ich denke da an den Gemeinderat und auch an das Rathausteam. Es hat sich eine gute Arbeitsbasis für uns alle entwickelt, sei es in der Politik oder auf der Verwaltungsseite, mit der wir schon wesentliche Entscheidungen treffen konnten. Für mich war die Rolle des Chefs eine neue.

Wie bringen Sie ihren Beruf und ihre Familie zusammen?

Loferer: Ich bin ein sehr kontaktfreudiger Mensch. Ich finde, das ist eine der wichtigsten Eigenschaften eines Bürgermeisters. Trotzdem ist es wichtig, ein Privatmensch zu sein. Wenn ich mit meiner Familie unterwegs bin, dann wird darauf Rücksicht genommen.

Was hat Sie am meisten an dem Amt des Bürgermeisters überrascht?

Loferer: Ich glaube die Feststellung, wie häufig man für sinnvolle Projekte kämpfen muss. Nichts ist ein Selbstläufer, und man muss dahinter bleiben und die politisch getroffenen Entscheidungen mitnehmen und umsetzen. Die Ungeduld ist manchmal groß, und das nicht nur von Seiten der Bürger, sondern auch von mir. Mich hat überrascht, dass einige Prozesse länger dauern als gedacht.

In ihrem Wahlkampf haben Sie damit geworben, dass Bad Endorf aus dem Planungsmodus herauskommen muss. Was hat sich hier bisher getan?

Loferer: Ich sehe es unter anderem bei kleinen Maßnahmen. Zum Beispiel beim Brandschutz in der Grundschule oder beim Provisorium des Kindergartens Katharinenheim. Die Dinge eben, die schnell gehen mussten. Hier konnten wir die Entscheidungsfindung verkürzen.

Ein viel diskutiertes Thema ist der Kreisverkehr Kirchplatz...

Loferer: Der Kreisel am Kirchplatz ist beim Thema Verkehr von zentraler Bedeutung. Bei der Bahnhofsstraße ist eines der wichtigsten Projekte die Zähmung des Verkehrs und die Sicherheit der Fußgänger. Wenn man nicht alleine entscheiden darf und viele Partner hat, ist die Kommunikation manchmal schwerer als gedacht. Aber auch hier haben wir im vergangenen Jahr mit den Verantwortlichen eine gute Basis gefunden. Das Projekt hat Fahrt aufgenommen. Wenn alles gut geht, kann im kommenden Jahr der Kreisverkehr umgesetzt werden und die Bahnhofsstraße dann als Folgeprojekt.

Bürgerbeteiligung ist Ihnen besonders wichtig. Wie konnten Sie den Austausch mit den Bad Endorfern vorantreiben?

Loferer: Ich habe zum Teil Einzelgespräche durchgeführt. Größere Informationsveranstaltungen und Bürgerbeteiligungsformate, wie zum Beispiel themenbezogene Arbeitskreise, konnten leider nicht stattfinden. Und natürlich kann man sagen, dass das auch Online möglich gewesen wäre. Aber ich finde schon, dass so was eine Auftaktveranstaltung benötigt. Die Idee ist, dass sich interessierte Bürger in Arbeitskreisen zu einem Thema zusammenfinden und zielorientiert arbeiten. Die Arbeitskreise sollten dann zu einem Ergebnis kommen, das im Gemeinderat verabschiedet werden kann.

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In wie weit konnte die Gemeinde in Sachen bezahlbarer Wohnraum tätig werden?

Loferer: Mit dem Beschluss „Bauland für Einheimische“ haben wir eine Grundlage geschaffen. Wichtig ist, wenn neues Bauland ausgewiesen wird, gehen 50 Prozent davon an die Gemeinde. Wir haben überwiegend einen privaten Wohnungsmarkt. Das Problem ist der Zuzugsdruck. Die Gemeinde hat ein Grundstück in der Chiemseestraße in Bad Endorf erworben. Hier werden zwölf Wohneinheiten entstehen. Wir dürfen nicht zum Luxuswohnort werden.

Was steht dieses Jahr noch an?

Loferer: Im kommenden Februar soll der Neubau der Kindertagesstätte Katharina fertiggestellt werden. Die Planungsarbeiten am Schulzentrum schreiten ebenfalls weiter voran. Wir arbeiten gerade sehr intensiv an der Vorentwurfsplanung. Das Projekt sprengt alles, was die Gemeinde in den vergangenen Jahren gesehen hat. Da dürfen wir nichts falsch machen. Aber wir haben ein tolles Team und sind auf dem richtigen Weg.

Bis jetzt ist ihre Amtszeit von Corona geprägt. Wie haben Sie die Pandemie als Bürgermeister bisher empfunden?

Loferer: Ich sage mal so: Ich hatte kaum Termine. Das hat mir Zeit gegeben, Projekte im Rathaus zu begleiten. Das war ein Vorteil, den ich aber auch aktiv nutzen musste. Die steigende Unzufriedenheit der Bürger aufgrund der Pandemie war ebenfalls ein Thema. Ich hatte auch große Sorge um den Einzelhandel. Es ist eine schwierige Situation, und ich wollte nicht zuschauen, wie alles kaputt geht. Ich bin sehr, sehr stolz und glücklich, dass es der Einzelhandel geschafft hat. Das ist kein Zuckerschlecken, und es ist für den Ort wichtig, dass das Angebot des Einzelhandels bestehen bleibt. Ich hoffe, dass mit den ersten Öffnungsschritten das Angebot auch angenommen wird. (re)

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