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Hilfe für die Flutopfer in Rheinland-Pfalz

Bad Aiblinger Uwe Hecht fährt ins Hochwassergebiet und hat einen Berg an Spenden dabei

Uwe Hecht neben dem Transporter, mit dem er gestern um 8 Uhr Richtung Norden aufgebrochen ist. Foto: re
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Uwe Hecht neben dem Transporter, mit dem er Richtung Norden aufgebrochen ist.

Uwe Hecht (57) kennt sich aus im Hochwassergebiet in Rheinland-Pfalz, denn er hat dort Familie. Nach einem Spendenaufruf ist seine Garage gefüllt. Einen Teil fährt er jetzt nach Ahrweiler, weil er helfen will. Was er zu den großen Spendenbereitschaft der Bürger in der Region sagt, verrät er hier.

Bad Aibling – Am Mittwochmorgen herrschte rege Betriebsamkeit an der Thürhamer Straße. Denn Uwe Hecht (57) war dabei, Kisten voller Schuhe, Eimer, Toilettenpapier, Gummistiefel und Wasserflaschen in den Transporter zu laden. Er wollte pünktlich los, denn vor ihm lagen 650 Kilometer. Sein Ziel war das Hochwassergebiet. Er wollte ins schwer getroffene Ahrweiler in Rheinland-Pfalz.

Hilfsbereitschaft für die Flutopfer ist enorm

Aber von vorne: Uwe Hecht hatte am Wochenende auf Facebook einen Spendenaufruf für die Opfer der Hochwasserkatastrophe in Ahrweiler gestartet. „Ich habe binnen kürzester Zeit über 100 Nachrichten erhalten.“ Das ganze Mangfalltal wolle helfen, so Hecht, der über diese enorme Hilfsbereitschaft sichtlich gerührt ist. „Nach einer Stunde musste ich sagen, dass ich keine Kleidung mehr annehmen kann.“

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Und damit die Spenden auch an ihren Zielort gelangen, ist er am Mittwoch Richtung Norden aufgebrochen. Hecht kennt die Gegend gut: Ein Teil seiner Familie lebt dort. Im Dezember hat er dort von seiner verstorbenen Tante ein altes Fachwerkhaus geerbt, das mitten in der Ahrweiler Innenstadt steht.

Seine Garage ist voll: „Es haben so viele Menschen gespendet, ich bin überwältigt“, so Hecht.

„Ich habe ständig Kontakt mit meiner Familie“, sagt er. Den Menschen fehle es an allem: Kleidung, Lebensmittel, Trinkwasser, Klopapier, berichten seine Verwandten. Und als er das alles hörte, wollte er unbedingt etwas tun. „Ich habe mir gedacht, wenn ihr mich braucht, bin ich da. Mal schauen, wer jetzt für mich da ist und hilft“, sagt er. Viele waren und sind da.

Kleidung, Schuhe, Eimer

Sie haben Kleidung gespendet, Schuhe, Eimer, Wasser. Bäcker und Metzger aus Bad Aibling und Tuntenhausen haben ihre Hilfe angeboten und Semmelsäcke und Wurst-Pakete gepackt. Das Mangfalltal hilft – und auch über die Grenzen hinaus bekam er Unterstützung: Bürger aus Rott, München, Großkarolinenfeld helfen. Aber wie kam er an die Spenden? Einige haben sie vorbeigebracht, bei anderen habe er sie abgeholt.

Arbeitgeber genehmigt kurzfristig Urlaub

Hecht ist glücklich über diese grenzenlose Hilfsbereitschaft. Um wirklich loszukönnen, reichte er kurzfristig Urlaub ein – sein Arbeitgeber gab grünes Licht, ein Kollege kam freiwillig früher aus dem Urlaub zurück, damit Hecht aufbrechen konnte. Alle helfen.

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Als er Dienstag und Mittwochmorgen vor seiner Garage stand, war es fassungslos: „Sie ist so voll, ich bekomme das mit einer Tour gar nicht alles hoch“, sagt er. Deshalb will der Bad Aiblinger nach dieser aktuellen Hilfs-Tour noch einmal nach Ahrweiler fahren. Denn die Katastrophe ist in einigen Woche nicht vorbei. Viele Menschen haben alles verloren.

Gekommen, um anzupacken

Hecht fährt alleine die 650 Kilometer. Weil die A61 gesperrt ist, muss er einen Umweg über Bonn in Kauf nehmen, um ans Ziel zu kommen.

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Hecht will etwa eine Woche dort bleiben, um die Spenden abzuliefern, aber auch, um vor Ort mit anzupacken. „Ich helfe, wo ich kann“, sagt er. Von seinen Verwandten weiß er, dass es Stellen gibt, wo man die Spenden einfach abgeben kann.

„Sie haben nichts mehr“

Und das geerbte Haus? Zweitrangig. Es gehe um die Existenz vieler Menschen – „sie haben nichts mehr“, sagt Hecht, der sich bei den Gebirgsschützen Aibling, der Faschingsgilde Aibling und dem Aiblinger Stopselclub engagiert.

Die Bilder aus dem Fernsehen und den Zeitungen lassen ihn nicht mehr los. Und deshalb packt Uwe Hecht mit an. Und mit ihm die Bürger aus der Region. Dank deren Hilfe Hechts Transporter bis unters Dach gefüllt war.

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