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Neue Radsporttrends „Downhill“, „Enduro“ oder „Trail“

Aschauer „Downhill-Fahrer“ wünschen sich mehr Strecken in der Region

Die begeisterten Downhill-Fahrer Kilian, Janosch, Fabi und Leonhard
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Die begeisterten Downhill-Fahrer Kilian, Janosch, Fabi und Leonhard

„Downhill“, „Enduro“ oder „Trail-Fahren“, die neuen Trends im Radsport finden in der Region schon bei den Jugendlichen viel Zuspruch. Die Fahrer wünschen sich mehr Strecken, auf denen sie fahren können. Die Gemeinde Aschau im Chiemgau kommt ihnen nun entgegen.

Aschau im Chiemgau – Janosch 17, Kilian 13, Leonhard 14 und Fabi 15 Jahre, haben ein gemeinsames Hobby: Radfahren. Doch sie fahren eher selten auf Radwegen oder Straßen. Am liebsten bewegen sie sich in sogenannten „Bike-“ oder „Dirt-Parks“, meist bergab über Steine, Wurzeln, Sprungschanzen und Steilkurven. „Downhill“, „Enduro“ oder „Trail-Fahren“ sind die Bezeichnungen für neue Trends im Radsport, die aus USA und Kanada herüber geschwappt sind, weshalb viele englische Begriffe den Sport dominieren.

Sportart findet viel Zulauf

Die Gruppe ist mit ihrem Hobby nicht alleine: In den letzten Jahren hat sich das Downhill- und Enduro-Fahren unter den Jugendlichen im Chiemgau zu einem regelrechten Hype entwickelt.

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Wer die Fahrer anschaut, wähnt sich in der Kulisse eines Star-Wars-Films. Ein Helm, möglichst mit Kinnschutz, stabiler Brustpanzer und Knieschützer gehören ebenso zur Ausstattung wie ein „Fully“, ein voll-gefedertes Downhill-Rad. Ein leichter Überzug mit Dreck und Lehm macht den Look perfekt. „Nachricht an alle Mütter: Waschen ist sinnlos“, lacht Fabi, „wir fahren ja auch bei Regen im Schlamm.“

Bei Winter und Wetter fahren die Jugendlichen

40 Zentimeter Schnee im Winter ist für die jungen Bike-Fans ebenso wenig ein Hindernis wie die rund 500 Höhenmeter, die sie von Aschau zu ihrem Lieblingstrail an der Kampenwand hochstrampeln müssen. „Wenn wir einen guten Tag haben, machen wir das mehrmals hintereinander“, so Kilian. „Bei jeder Abfahrt verbessert man seine Technik“.

„Normales Radfahren war uns zu langweilig“, sagt Janosch, nach seiner Motivation für den Sport befragt. „Früher sind wir mit unseren ungefederten Mountainbikes an der Straße über Bordsteinkanten und kleine Hindernisse gesprungen. Da die Räder das irgendwann nicht mehr mitgemacht haben, mussten Fullys her. Damit ging es richtig los.“ Der Zusammenhalt in der Truppe ist groß, trotz der Altersunterschiede. Die Älteren geben den Jüngeren gerne Tipps, wie sie sich langsam an die Sprünge herantasten können.

Wer draußen ist, braucht keine Online-Spiele

Wer sich so austoben kann, braucht keine Online-Spiele. „Also meine Handy-Zeit ist glatt auf die Hälfte zusammengeschrumpft“, berichtet Leonhard, „der Kick beim Biken ist viel besser“. Die anderen stimmen zu. Und sie sind froh, dass sie ihren Sport auch während der Pandemie ausüben konnten, während andere Sportarten ausgesetzt waren.

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Nach ihren Wünschen befragt, sind sich alle einig: „Mehr Trails in der Umgebung, die die Radfahrer nutzen dürfen, ohne Ärger zu bekommen. Das wär‘ schon was.“ Am Wochenende sei „der Samerberg“ total überfüllt mit Auswärtigen, da käme man kaum zum Fahren.

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Ziel ist mehr Trails zu schaffen

Unterstützung für ihr Anliegen finden die hiesigen Biker im Aschauer Unternehmer Mario Mittermayer-Weinhandl, Mitveranstalter und Rennleiter der seit einigen Jahren stattfindenden Radsport-Rennserie „Enduro-One“. Bis 2019 war auch Aschau einer der Austragungsorte. Gemeinsam mit einigen Gleichgesinnten engagiert er sich in der Interessengesellschaft „IG-Mountainbike“ dafür, den neuen Raddisziplinen im äußeren Priental „ein Angebot zu schaffen“, wie er im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen erklärt.

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„Die Trail-Biker finden in unserer bergigen Gegend natürlich ein optimales Terrain.“ Die Radler suchten sich herausfordernde Abfahrten auf alten Jagdsteigen oder Wanderwegen, so Mittermayer-Weinhandl, da entstünden leider auch Konflikte mit Wanderern, Jagdpächtern oder Grundeigentümern. Im Laufe der letzten Jahre sei bereits ein Netz aus gut frequentierten Trails in den Aschauer Bergen entstanden.

Ziel der IG-Mountainbike ist es, in Abstimmung mit allen Interessengruppen und den Naturschutzbehörden einen Teil dieser Trails für den Radsport zu kennzeichnen. Und damit gleichzeitig die Radler von Wanderwegen und geschützten Bereichen fernzuhalten.

Aschau soll eine „Pump-Track“ Anlage bekommen

Über ein weiteres Projekt berät die IG-Mountainbike derzeit mit der Aschauer Gemeinde: Die Errichtung eines sogenannten „Pump-Track“ und einer „Dirt-Line“ auf einem 2000 Quadratmeter großen Gelände in Ortsnähe. Hier könnten sich Radl-Fans jeden Alters und Könnens austoben und ein Gefühl für ihr Sportgerät entwickeln. „Das Beste ist“, ergänzt Mittermayer-Weinhandl, „ein asphaltierter Pump-Track ist nicht nur für Radler spannend, auch Skater, Rollerfahrer, kleine Kinder mit Laufrad und sogar Rollstuhlfahrer können hier richtig Spaß haben.“

Der Aschauer Bürgermeister Simon Frank bestätigt die Pläne, die bereits das Wohlwollen des Gemeinderates erlangt haben. Die Kosten in Höhe von rund 200.000 Euro für die geplante Anlage könnten zu rund. 60 Prozent über LEADER bezuschusst werden. Der Rest soll durch private Spenden und durch Sponsoren finanziert werden. (re)

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