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Nach Gewaltexzess bei Corona-Demo in Rosenheim

Polizei und Jusos widersprechen „Vorwürfen“ von „Spaziergängern“ vehement

Corona-Demonstration Querdenker Rosenheim
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In Rosenheim wurde bei einer Corona-Demonstration ein Juso-Mitglied tätlich angegriffen.

Rosenheim – Die gewalttätige Attacke durch „Corona-Spaziergänger“ auf ein Juso-Mitglied bei einer nicht angemeldeten Demonstration in Rosenheim am Montagabend (24. Januar) schlägt weiterhin hohe Wellen. Wie fast immer in solchen Fällen gab es hinterher verschiedene Sichtweisen.

rosenheim24.de hatten im Laufe der Woche dazu viele Nachrichten von Usern erreicht. Viele davon, vermutlich selbst Teilnehmer an dem Spaziergang, mokierten bzw. beschwerten sich über die geschilderte Darstellung des Angriffs (Plus-Artikel). Ihrer Ansicht nach sei alles halb so schlimm gewesen und zudem hätten die Jusos die Demo-Teilnehmer zuvor mehrfach provoziert und mit Worten wie „Nazis“, „Vollidioten“ oder „Arschlöcher“ beleidigt. Außerdem sollen angeblich auch Flaschenwürfe von Seiten der Jusos erfolgt sein und es sich bei der geschwenkten Juso-Fahne um eine „massive Holzlanze“ gehandelt haben.

Jusos weisen Anschuldigungen deutlich zurück

Vorwürfe, über die Jonas Bettger, Schriftführer und Beisitzer im Vorstand der Jusos Rosenheim-Land, nur den Kopf schütteln kann: „Erstmal sind wir sehr irritiert über die (…) Anschuldigungen. Wie beim Fußball zählt für uns der Videobeweis. Auf dem Video ist ganz deutlich zu erkennen, dass der Juso – zu erkennen mit der Fahne in der Hand – und seine Begleiter sich friedlich, stumm und still stehend auf der Straße befanden. Es gab von dieser Seite keine Pöbeleien oder Beleidigungen. Die Fahne wurde weder geschwenkt noch als Waffe oder derartiges benutzt. Sinn und Zweck war ein stiller, ruhiger und friedlicher Protest gegen die Corona-Spaziergänge (…).“ Die Fahnenstange sei laut Bettger ein handelsüblicher Besenstiel gewesen und für Demonstrationen ausdrücklich zugelassen.

Zudem konkretisierte Bettger im Gespräch mit rosenheim24.de den Ablauf des Angriffs nochmals. In dem Moment, als einer der „Corona-Spaziergänger“ mit einer Taschenlampe versucht habe, den „Kameramann“ des Videos zu blenden, habe ein anderer, vermummter „Spaziergänger“ (zu erkennen an weiß-grauer Kapuze) von hinten angegriffen. Zwei bis drei weitere „Spaziergänger“ hätten den Juso parallel dazu von vorne attackiert, versucht, ihm die Fahne zu entreißen und diesen am Kopf gepackt. Dabei sei der Juso rund 35 Meter nach hinten gezerrt und geschlagen worden. Auch von einem Faustschlag auf den Kopf berichtete Bettger. „Man sieht ebenfalls, wie die Angreifer den Kopf des Juso nach hinten drücken, wodurch sein Oberkörper um fast 90 Grad gebogen und überdehnt wird. Er klagt noch heute über Rückenschmerzen“, so Bettger.

„Spaziergänger“ über exakten Ablauf uneins

In einschlägig bekannten Telegram-Gruppen und auch in Nachrichten an rosenheim24.de wurde zudem einem der Jusos vorgeworfen, sein Fahrrad gegen Demonstranten als eine Art „Waffe“ eingesetzt und damit mehreren „Spaziergängern“ gegen die Beine geschlagen zu haben. Bettger stellte hierzu klar: „Wir können den Berichten hierzu nur widersprechen. Das Fahrrad wurde nur mitgeführt, ein Einsatz als Waffe ist zu keinem Zeitpunkt erfolgt.“

Und die „Spaziergänger“ selbst scheinen sich über den exakten Ablauf nicht ganz einig zu sein. Einige bezeichneten die Jusos auf Telegram als „faschistoide Antifaleins“. Ein anderer rief quasi offen zur Gewalt auf: „Der Juso hat provoziert und hoffentlich bekommen, was er verdient. (...) Den Rest erledigt die Dunkelheit.“ Andere wiederum waren mit den Vorgängen gar nicht einverstanden. „Ich war echt schockiert gestern. So ein schöner Spaziergang und dann dieser Angriff (…)“, schrieb ein Mitglied in der Telegram-Gruppe „Mahnwache Rosenheim“. Weiter hieß es: „Das ist nicht meine Art des Widerstands!“ Entsprechende Screenshots liegen rosenheim24.de vor.

Polizei stellt keine Verstöße von Jusos fest

Auch für die Rosenheimer Polizei sind die Vorwürfe von Seiten der „Spaziergänger“ gegen die Jusos nicht nachvollziehbar. „Uns liegen diesbezüglich keine Anzeigen vor“, erklärte Dienststellenleiter Robert Maurer auf Anfrage von rosenheim24.de. Während des „Spazierganges“ hätten die Beamten, die vor im Einsatz waren, keine der genannten Verstöße/Taten durch die Jusos feststellen können.

Sollte diesbezüglich noch eine Anzeige bei der Polizei eingehen, würde selbstverständlich ermittelt, betonte Maurer, der jedoch auch klar stellte, dass dann „Roß und Reiter klar benannt“ werden müssten. Maurer bestätigte ausdrücklich einen Schlag ins Gesicht des Jusos und eine entsprechende Rötung an der Wange: „Das war sicherlich kein Spaß für den Geschädigten!“

Unterstützung für Jusos von SPD-Parteispitze

Unterstützung haben die Rosenheimer Jusos derweil sogar von ihrer Parteispitze erhalten. Der Gewaltexzess war jüngst sogar Thema auf dem Instagram-Kanal von SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert. Dort kommt das Thema im Format „Die K-Frage“ im Gespräch mit Parteichef Lars Klingbeil zur Sprache (ab Minute 17:30). „Volle Solidarität mit denen, die von irgendwelchen Querdenkern, Reichsbürgern oder Nazis angegriffen werden“, sagte Klingbeil. „Meldet euch gerne bei mir oder Kevin, wenn wir unterstützen oder helfen können“, fuhr er fort. Kühnert bedankte sich im Anschluss noch bei allen, „die bundesweit auf die Straße gehen und zeigen, wer nachweislich die große Mehrheit im Land ist.“

mw

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