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Nach Aschau oder Schleching ohne Auto

Ab Samstag können die Münchener ganz bequem mit einem Wanderbus anreisen

Gegen gemeinsam den Startschuss für das Pilotprojekt: (von links) Christian Kausch(Tourismus Tegernseer Tal), Andreas Rödl (Bürgermeister Oberammergau) , Dr. Matthias Ballweg, Sektion Oberland) Florian Hofrohne (Naturpark Ammergauer Alpen), Katrin Habenschaden (2 OB München), Verena Dietl (3 OB München), Elisabeth Keihl (Achental Tourismus), Herbert Reiter (Tourist-Info Aschau).
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Gegen gemeinsam den Startschuss für das Pilotprojekt: (von links) Christian Kausch(Tourismus Tegernseer Tal), Andreas Rödl (Bürgermeister Oberammergau) , Dr. Matthias Ballweg, Sektion Oberland) Florian Hofrohne (Naturpark Ammergauer Alpen), Katrin Habenschaden (2 OB München), Verena Dietl (3 OB München), Elisabeth Keihl (Achental Tourismus), Herbert Reiter (Tourist-Info Aschau).

In einem zehnwöchigen Pilotprojekt fährt ein Wanderbus von München direkt in die Chiemgauer Alpen. Als Transportmittel ist es für Wanderer aus der Region nicht interessant. Die Gemeinden Aschau und Schleching können von dem Projekt trotzdem profitieren.

Aschau/Schleching – Der lange Aufstieg durch Blumenwiesen auf den Geigelstein, die letzten schwierigen Meter hoch auf die Kampenwand – wandern ist im Trend und die Menschen zieht es in die Berge. Die Folge sind Staus, volle Parkplätze und Falschparken. Ein Pilotprojekt der Sektion München und Oberland des Deutschen Alpenvereins zusammen mit der Stadt München versucht, den Pkw-Verkehr in die Ausflugsziele zu verringern.

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Vier Wanderbusse sind ab München ab dem Wochenende zusätzlich in der Alpenregion im Einsatz. Einer von ihnen fährt morgen das erste Mal die Chiemgauer Alpen an. Haltestellen sind zum Beispiel Aschau, das Bergesteigerdorf Sachrang, Marquartstein und Schleching.

Zehnwöchiges Pilotprojekt

Das Ganze ist als ein zehnwöchiges Pilotprojekt angelegt. Ziel ist es „Bergbegeisterte klimafreundlich und stressfrei“ an die Toureneinstiege zu bringen. Der zweistöckige Bus, der die Wanderer in die Chiemgauer Alpen bringt, fährt ab dem Münchener Ostbahnhof los. Damit ist der Bus als Transportmittel für Wanderer aus der Region nicht von Interesse, durch die verringerten Verkehrsströme profitieren die Gemeinde Aschau und Schlechling letzendes trotzdem.

„Der Bus zeigt, wie naturverträglicher Bergsport aussieht, und zwar weg vom Auto“, sagt Herbert Reiter, Leiter der Tourist Info Aschau. Der Bus ist nicht nur Transportmittel, er informiert die Gäste auch. „Die Wanderer bekommen Anregungen, wie man nachhaltigen Alpinismus betreiben kann. Es gibt Tipps zu Bergtouren, Hütten und Einkehrmöglichkeiten“, so Reiter.

Broschüren informieren die Wanderer über die Region

Das Informationsblatt wurde zusammen mit der Tourist-Info Aschau, dem Achental Tourismus und dem Deutschen Alpenverein entwickelt. Für die Leiterin des Achental Tourismus Elisabeth Keihl sei der Bus kein „Werbeprojekt“. „Wir können ausprobieren, abseits von öffentlichen Nahverkehr, wie wir nachhaltigen Personenverkehr gestalten können.“

Direkte Verbindung von München

Denn um von München nach Schleching zu kommen, muss der Wanderer einen Zug nehmen und dann auf einen Bus umsteigen. Um an bestimmte Tourenstarts zu kommen, bedarf es zum Teil eines dritten Umsteigens. Das weiß auch Keihl. „Schleching ist nicht ideal an den ÖPNV angebunden, deswegen bin ich sehr glücklich, dass die Stadt München und der DAV das Pilotprojekt gestartet haben.“

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Für die Region sei der Wanderbus „extrem wichtig.“ Aschau ist ein bisschen besser angebunden. Mit einem Umsteigen in Bad Endorf kommt der Ausflügler mit dem Zug in die Gemeinde. Vom Bahnhof kann die Kampenwand erklommen werden. Wer aber von München nach Grattenbach oder Sachrang möchte, muss ebenfalls auf einen Bus wechseln. Eine direkte Busverbindung vom Münchener Ostbahnhof ist da bequemer.

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Zudem wirbt der DAV mit ausreichend Platz für Fahrräder, Kletterausrüstung, Kraxen oder Kinderwägen. Jeder der mal versucht hat, mit dem Zug vom Tegernsee zum Schliersee zu fahren, weiß wie überfüllte Züge aussehen.

Hoffen auf weniger Autos in den Bergen

„Die Signalwirkung des Projekts ist wichtig“, sagt Aschaus Bürgermeister Simon Frank. Die Frage, die er sich stellt, ist: Hält der Wanderbus, was er verspricht? „Es wird sich zeigen, ob durch den Wanderbus die Autos wirklich ersetzt werden“, oder ob nicht einfach mehr Ausflügler kommen.

Schlechings Bürgermeister Josef Loferer hofft, dass durch den „Bus eine spürbare Entlastung“ in Sachen Pkw-Verkehr erzielt wird. Es sei ein „Vorzeigeprojekt“, bei dem alle, sei es die Kommunen oder die Regierung, mitziehen müssen. Denn „jedes Auto, das nicht nach Schleching kommt, ist ein Parkplatz weniger.“ Sollte das Pilotprojekt erfolg haben und finanzielle Unterstützung vonseiten der Gemeinde erforderlich wäre, würde sich Schlechings Bürgermeister im Gemeinderat für eine Unterstützung einsetzten. Aschaus Bürgermeister Simon Frank war hier zurückhaltender.

Die beiden Touristiker Reiter und Keihl hoffen jedenfalls, dass das Angebot angenommen wird. „Er ist der erste Schritt Richtung nachhaltige Mobilität“, sagt Keihl.

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