Wilde Verfolgungsjagd um Kolbermoor

Aus Autokontrolle wird lebensgefährliche Jagd

Landkreis - Es sollte eine "harmlose" Fahrzeugkontrolle werden. Doch was dann passierte, war filmreif: Es gab eine spektakuläre Verfolgungsjagd, die laut Polizei zum Teil lebensgefährlich war!

UPDATE, Donnerstag, 13.50 Uhr:

Am Mittwochvormittag, 4. November, bemerkten die bayerischen Schleierfahnder der PI Fahndung Rosenheim um 10.30 Uhr auf der Autobahn A8 auf Höhe Bad Feilnbach einen roten Toyota mit Landshuter Kennzeichen. Schnell wurde klar, dass der Wagen wegen Unterschlagung gesucht wurde und gegen den vermeintlichen Fahrer ein internationaler Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Landshut wegen eines Vermögensdeliktes bestand.

Die Polizisten gaben sich mit Polizeikelle und Blaulicht zu erkennen und forderten den Fahrer zum Anhalten am Parkplatz "Eulenauer Filz" auf. Dem kam der Fahrer scheinbar willig nach. Plötzlich änderte er sein Vorhaben und versuchte, sich durch eine rasante Flucht der Polizeikontrolle zu entziehen. Er raste mit 160 km/h und ständigen Spurwechseln davon, wollte an der Autobahnausfahrt Bad Aibling ausfahren, schaffte es nicht, fuhr rasant weiter und nutzte die neue Ausfahrt Rosenheim West, um mit bis zu 140 km/h in Richtung Kolbermoor zu fahren.

Zwischenzeitlich beteiligten sich mehrere Streifenfahrzeuge der umliegenden Polizeidienststellen sowie ein Polizeihubschrauber an der Verfolgung, um bei günstiger Gelegenheit das Fahrzeug zu stoppen. Obwohl sich die direkt folgenden Polizeifahrzeuge absichtlich zurückfallen ließen, setzte der Gesuchte seine gefährliche Fahrt über den Schwaiger Kreisel und Pang in Richtung Westerndorf und Au fort. Anhalteversuche umfuhr er mit halsbrecherischen Fahrmanövern.

In der Folge überholte er mehrfach inner- und außerorts mit hoher Geschwindigkeit, ohne Sicht zu haben. Mehrere Verkehrsteilnehmer mussten in die Wiese ausweichen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Schließlich fuhr er bei der Anschlussstelle Bad Aibling erneut auf die Autobahn, um in Richtung Salzburg zu flüchten. Dort bereitstehende Polizeifahrzeuge setzten sich neben und hinter das Fluchtfahrzeug. Ein Lkw-Fahrer, der die Situation im Rückspiegel erkannte, verhinderte das Vorbeirasen des Toyota über den Standstreifen. Nun stoppte der Flüchtende und gab auf. Der nachfolgende Verkehr wurde von Polizeifahrzeugen soweit gedrosselt, dass es zu keinen weiteren Gefährdungen kam.

Der 63-jährige Deutsche ließ sich widerstandslos festnehmen. Auf der Dienststelle schüttelte er über sein lebensgefährdendes Verhalten selbst den Kopf. Er gab an, angesichts der drohenden Polizeikontrolle die Nerven verloren zu haben. Er ging in Haft und muss sich neben seinen bisher begangenen Straftaten noch wegen Straßenverkehrsgefährdung und Nötigung im Straßenverkehr verantworten.

Glücklicherweise wurde keine Person verletzt. Über Sachschaden ist gegenwärtig ebenfalls noch nichts bekannt. Die Polizei bittet Verkehrsteilnehmer, welche von dem flüchtenden Mann in dem roten Toyota mit Landshuter Kennzeichen gefährdet oder genötigt wurden, sich bei der Polizeiinspektion Fahndung Rosenheim unter der Telefonnummer 08035/9068-210 zu melden.

Die Erstmeldung:

Mehrere User berichteten unserer Redaktion von Polizeiautos, die mit Blaulicht um die Ecke preschten und sich wohl eine wilde Verfolgungsjagd lieferten. Wir haben bei der Polizei nachgeforscht, was da los war:

Bei einer Fahrzeugkontrolle auf der A8 ist am Dienstagvormittag gegen 10.40 Uhr ein Fahrer abgehauen. Die Polizei verfolgte das Fahrzeug wohl über die Westtangente in Richtung Kolbermoor.

Wie Stefan Sonntag vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd gegenüber rosenheim24.de sagte, sei aber nichts spektakuläres passiert. die Beamten hätten das Auto stoppen können.

redro24/Pressemeldung PIF Fahndung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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