Rund 500 Einsätze wegen Überflutungen

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Landkreis - Starkregen, Überflutungen, vollgelaufene Keller, ein evakuierter Kindergarten - die Rettungskräfte waren am Donnerstag in der gesamten Region im Dauereinsatz. *Neue User-Fotos*

Interview mit Kreisbrandrat Schrank:

Nach dem Dauerregen der vergangenen Tage hatten die Rettungskräfte am Donnerstag alle Hände voll zu tun. Wegen umgestürzter Bäume, übergetretener Bäche oder vollgelaufener Keller waren zahlreiche Einsätze nötig. Im Landkreis Rosenheim habe es für die Einsatzkräfte vier Schwerpunktgebiete gegeben, wie Kreisbrandrat Richard Schrank gegenüber rosenheim24.de berichtete: "Die Gemeinden Prien, Riedering, Rohrdorf und Thansau waren besonders stark betroffen." In Niedermoosen sei es etwas dramatischer gewesen als in anderen Gemeinden.

"Der Rothbach ist über die Ufer getreten und hat das Gewerbegebiet und angrenzende Wohngebiete überflutet", so Schrank. Dort hatte sich auch Landrat Wolfgang Berthaler einen Überblick über die Lage verschafft. Insgesamt mussten dort 3500 Sandsäcke ausgebracht und ein Heizöl-Tank leer gepumpt werden.

Überschwemmungen in Riedering, Thansau, Niedermoosen

Überschwemmungen in Riedering und Thansau- Teil 2

Über 500 Feuerwehrler im Einsatz

Außerdem war in Prien der Reitbach über die Ufer getreten und hatte den Autobahnzubringer überflutet. Auch ein Autohaus wurde in Mitleidenschaft gezogen. Zudem blieb das Erlebnisbad "Prienavera" am Donnerstag geschlossen, weil am Vormittag "in den Toiletten schon die Brühe stand". Das berichtet die Chiemgau-Zeitung. In Thansau musste ein Kindergarten evakuiert werden. Insgesamt hatten die Rettungskräfte im Landkreis Rosenheim über 400 Einsätze zu bewältigen. Dort waren fast 400 Feuerwehrler, 25 Kräfte des Technischen Hilfswerks und 45 Mitarbeiter der Rettungsdienste stundenlang beschäftigt.

Auch in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land hat sich die Lage wieder normalisiert. Im Landkreis Traunstein gab es am Donnerstag über 60 Einsätze zu bearbeiten. Schwerpunkt war das Achental (Grabenstätt, Übersee, Grassau), wo die Feuerwehren vor allem wegen vollgelaufener Keller und überschwemmter Straßen gefordert waren. Die Straße zwischen Übersee und Grabenstätt bleibt deswegen bis auf weiteres gesperrt.

Unwetteralarm in Grabenstätt

Im Berchtesgadener Land lagen die Einsatzschwerpunkte in den Gemeinden Ainring und Schönau am Königssee. In Schönau waren die beiden Ortsfeuerwehren ordentlich beschäftigt. Sorgen bereitete dabei auch kurzzeitig das Heizkraftwerk am Bergfriedhof. Dort war bereits Wasser in das Gebäude geflossen. Die Floriansjünger brachten die Situation mit Pumpen allerdings rasch unter Kontrolle.

In Ainring hat ein Unbekannter zwei Hochleistungspumpen offenbar vorsätzlich abgeschalten. Deswegen stand in einer Baugrube das Wasser bis zu drei Meter hoch. Die betreffende Baufirma hat bereits Strafanzeige gestellt. Es entstand ein Sachschaden von etwa 70.000 Euro.

Tauernautobahn dicht - Polizei-Großeinsatz

Im benachbarten Salzburger Land hatten die Einsatzkräfte wegen des Starkregens und des gleichzeitigen Wintereinbruches gleich doppelt zu tun. 260 Feuerwehrmänner trafen in und um Salzburg umfangreiche Maßnahmen, um großflächige Überflutungen zu verhindern. Am kritischsten war die Lage im Salzburger Vorort Bergheim. Gleichzeitig war über den Süden des Bundeslandes der Winter hereingebrochen. So musste am Donnerstagvormittag sogar zeitweise die Tauernautobahn (A10) an der Landesgrenze zwischen Kärnten und Salzburg in Fahrtrichtung Salzburg wegen umgestürzter Bäume und liegengebliebener Fahrzeuge gesperrt werden.

Fraglich war auch lange, ob wegen des Wetters das Europa League-Spiel zwischen Red Bull Salzburg und Dinamo Zagreb überhaupt durchgeführt werden kann. Wegen dieser Veranstaltung war auch noch ein Polizei-Großeinsatz nötig. 800 Beamte aus fünf Bundesländern waren laut der Presseagentur Aktivnews zusammengezogen worden, um Ausschreitungen der berüchtigten kroatischen Fans im Stadion in Wals-Siezenheim, der Salzburger Innenstadt und auf den Anreiserouten vorzubeugen.

Großeinsatz wegen Zagreb-Fans

Wetterwarnung aufgehoben

Service:

Die Wetter-Situation hatte sich aber glücklicherweise bereits am Donnerstag Nachmittag entspannt. In der Nacht hat dann auch der Deutsche Wetterdienst "nachgezogen" und seine Wetterwarnungen aufgehoben. Sowohl die Warnung vor ergiebigem Dauerregen in Lagen unter 800 Metern, als auch die Warnung von starkem Schneefall und Schneeverwehungen in Lagen über 1000 Metern wurde von den Meteorologen aufgehoben. Diese hatte für die Landkreise Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land gegolten.

Die Pegel der Bäche und Flüsse (Traun, Tiroler Achen, Alz und Salzach) waren bereits am Donnerstagmittag wieder gesunken. An Inn und Mangfall - und somit auch in der Stadt Rosenheim - hatte es keine Probleme gegeben. Dazu beigetragen hat auch die Verbund AG, die für die Innstaustufen zuständig ist. Die Mitarbeiter hatten in Absprache mit dem Wasserwirtschaftsamt den Wasserdurchlauf an der Staustufe Nußdorf reduziert und gleichzeitig an der Staustufe Rosenheim erhöht. Dadurch sanken die Pegel des Inn und der umliegenden Gewässer spürbar.

Fotos unserer User:

User-Bilder vom Unwetter

Video: Die Situation im Chiemgau am Donnerstag

Überhaupt scheint sich die Wetterlage jetzt wieder zum Positiven zu verändern. Wie Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net berichtet, geht es in den kommenden Tagen aus dem "Frühwinter" zurück in den goldenen Herbst. Am Freitag soll es bereits keinen Regen und Temperaturen von 11 bis 16 Grad geben. Das Wochenende wird freundlich bei 12 bis 18 Grad. Besonders schön wird es in Deutschlands Südwesten, wo die Menschen nächste Woche noch einmal mit Temperaturen bis 20 Grad rechnen können.

redro24/Bayernwelle Südost/OVB Heimatzeitungen/Aktivnews

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © jre

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