Infektionsrate Hepatitis C:

Hepatitis C: Rosenheim und Mühldorf über Durchschnitt

Landkreis - Rosenheim und Mühldorf liefern erschreckende Zahlen im Bezug auf die Infektionsrate bei Hepatitis C: Man liegt deutlich über dem Schnitt. Doch es geht noch schlimmer.

Im Landkreis Rosenheim wurde dieses Jahr bereits bei fünf Menschen das Hepatitis-C-Virus diagnostiziert. Im vergangenen Jahr 2014 gab es insgesamt 22 Infektionen. Damit lag der Landkreis mit 8,8 Erstdiagnosen pro 100.000 Einwohner über dem bayerischen Schnitt von 8,6. Bayernweit die meisten Fälle wurden im Stadtkreis Landshut festgestellt (54,4 auf 100.000 Einwohner). Das berichtet die Krankenkasse IKK classic anhand von aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts.

In Mühldorf schlechtere Jahresbilanz

Im Landkreis Mühldorf am Inn wurde dieses Jahr "nur" bei drei Menschen das Hepatitis-C-Virus diagnostiziert. Letztes Jahr 2014 gab es aber insgesamt 21 Infektionen. Damit lag der Landkreis mit 19,2 Erstdiagnosen pro 100.000 Einwohner mehr als doppelt so hoch als Rosenheim.

Lebererkrankungen mit Hepatitis-C-Viren gehören weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO infizieren sich jährlich fast vier Millionen Menschen mit dem Virus. 2014 wurden in Deutschland 7,2 Fälle pro 100.000 Einwohner von Hepatitis-C-Erkrankungen diagnostiziert (5813 Fälle). „Eine Infektion mit Hepatitis-C-Viren äußert sich in der Regel nicht durch eindeutige Krankheitszeichen. Deshalb wird die Ansteckung von den meisten Patienten zunächst gar nicht bemerkt“, sagt Markus Neumeier, Pressereferent der IKK classic.

Druckschmerzen im rechten Oberbauch

Nur bei einem Drittel der Hepatitis-Infizierten zeigen sich grippeähnliche Symptome oder auch Druckschmerzen im rechten Oberbauch. Eine Gelbsucht tritt bei Patienten nur selten auf. Deshalb kann die Erkrankung über Jahre hinweg unentdeckt bleiben und wird häufig nur zufällig festgestellt, beispielsweise bei einer Blutspende oder im Rahmen einer medizinischen Vorsorgeuntersuchung.

Bisher gibt es keine Impfung gegen Hepatitis C, da dieser Virus sehr wandlungsfähig ist und sein Erbgut immer wieder verändern kann. Auch eine ausgeheilte Hepatitis-C-Virus-Infektion schützt nicht vor einer erneuten Ansteckung. Die IKK classic empfiehlt deshalb auf Hygiene und Vorsorgemaßnahmen zu achten: Personen, die mit Hepatitis C infiziert sind, sollten Gebrauchsgegenstände, die mit Blut in Berührung kommen können, nicht gemeinsam mit anderen Menschen benutzen. Das können beispielsweise Zahnbürsten und Rasierer sein. Blut auf Gegenständen sollte mit Desinfektionsmittel und mit Schutzhandschuhen entfernt werden.

Pressemitteilung der ikk classic

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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