"Kinder wissen zu wenig über Lebensmittel!"

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Landwirtschaftsministerium verschickt Heu an Bayerns Grund- und Förderschulen
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Landkreis – Das Landwirtschaftsministerium steht trotz Kritik zu seiner Aktion, Heu an alle Grund- und Förderschulen Bayerns verschickt zu haben. In der Region führte diese eher zu Verwunderung:

Eine Handvoll Heu und Infomaterialien in einem DIN-A4 Umschlag schickte das Bayerische Landwirtschaftsministerium an alle Grund- und Förderschulen Bayerns. Insgesamt waren es über 11.300 Pakete. Das Heu sollte Schüler wie auch Lehrer animieren, an dem Programm „Erlebnis Bauernhof“ teilzunehmen, das jedem Grund- und Förderschulkind mindestens einmal einen Tag auf einem Bauernhof ermöglichen soll. Auf Unverständnis stieß die Aktion allerdings, wie berichtet, bei der Rosenheimer SPD-Landtagsabgeordneten Maria Noichl, die selbst Lehrerin ist.

"Frisches Heu auf der Wiese selbstverständlich"

Doch auch in den Schulen wusste man zunächst nichts mit den Heu-Päckchen anzufangen. Wie Hans-Peter Hofmeister, der Konrektor der Otfried-Preußler-Schule in Stephanskirchen, erzählt, sei die Aktion auch dort in starker Verwunderung ausgeartet. Schließlich „sind wir ja ein ländlich strukturierter Raum mit Schülern, die größtenteils aus landwirtschaftlichen Betrieben kommen“, so Hofmeister weiter. Hier seien das frische Heu und die Kühe auf der Wiese eine Selbstverständlichkeit.

"Denken wir nur an die lila Kuh aus der Werbung"

Als völlig sinnfrei empfindet Hofmeister das Verschicken der Heu-Päckchen allerdings nicht: „Für Schulen im Münchner Raum und in Großstädten kann dies eine ganz andere Wirkung erzielen.“ Dem stimmt auch der Leiter des Staatlichen Schulamtes Rosenheim , Wolfgang Tauber, zu: „Der Grundgedanke ist ja nicht verkehrt. Denken wir nur an die lila Kuh aus der Werbung, es gibt viele Kinder die das glauben!“ Deshalb sei das Heu als Aufhänger, sich mehr mit dem Thema Milch und Ernährung auseinander zu setzen, kein schlechter, so Tauber.

Auch das Ministerium steht trotz der vielen Kritik in den Medien weiter hinter seiner Heu-Aktion. In einer Stellungnahme gegenüber rosenheim24 teilte es mit, dass immer weniger Kinder wüssten „wie unsere Lebensmittel entstehen und welcher Aufwand und welche Verantwortung damit verbunden sind“. Weiter erklärt der stellvertretende Pressesprecher Martin Hecht, dass „das selbst auf dem Land keine Selbstverständlichkeit mehr“ sei. Aus diesem Grund wurde für das Programm in ganz Bayern geworben und nicht nur in den Metropolregionen.

Kosten belaufen sich auf rund 50 Cent pro Kind:

Die Kosten für die Werbe-Aktion belaufen sich auf rund 120.000 Euro, die aus dem Topf für „Maßnahmen zur Begleitung des demografischen Wandels im ländlichen Raum“ stammen. Für das Heu wurden 25.000 Euro ausgegeben, für den Rest wurden unter anderem Verpackung und Versand bezahlt. Umgerechnet auf jedes Kind ergäben sich hier laut Hecht etwa 50 Cent pro Kind. Hecht weiter: „Einen vergleichbaren Werbe- und Informationseffekt mit einer landesweiten Anzeigenkampagne in den Medien zu erreichen, hätte deutlich mehr gekostet.“

Erfolgreiche Werbe-Aktion?

Und es scheint sich für das Landwirtschaftsministerium gelohnt zu haben: „Aus mündlichen Rückmeldungen wissen wir, dass viele Lehrer so erst auf das Programm „Erlebnis Bauernhof“ aufmerksam geworden sind und jetzt mit ihren Kindern einen Bauernhofbesuch planen.“ Mehr als 10.000 Kinder hätten seit dem Start an dem Programm teilgenommen.

Quelle: rosenheim24.de

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