Kontrastreiches Wetter in Europa

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Landkreis - Das Wetter in Europa gestaltet sich derzeit sehr unterschiedlich. In manchen Regionen ist es kalt und windig, anderswo ziemlich heiß. Woher kommt dieses Phänomen?

In weiten Teilen Nord-, West- und Mitteleuropas ist es wechselhaft und windig. Die Höchstwerte liegen dort meist nur zwischen 5 und maximal 19 Grad. Dagegen steigen die Temperaturen tagsüber im gesamten Mittelmeerraum und im Südosten Europas bei sonnenscheinreichem Wetter meist auf Werte über 20 Grad, teilweise sogar schon auf mehr als 30 Grad an.

Doch wie kommen diese Kontraste zustande? Ein Blick auf die aktuelle Luftdruckverteilung über Europa zeigt, dass sich ein großer Tiefdruckkomplex von der Südspitze Grönlands über den Nordatlantik und weite Teile West- und Mitteleuropas bis zum Baltikum erstreckt. Dem steht ein umfangreiches Hochdruckgebiet, das sogenannte Azorenhoch gegenüber. Ein Keil dieses Hochs reicht dabei bis in den Mittelmeerraum. Von dort aus gibt es über den Balkan hinweg eine brückenartige Verbindung zu einem Hoch mit Zentrum über dem Süden Russlands, eine sogenannte Hochdruckbrücke.

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Somit steht hohem Luftdruck in einem Streifen von den Azoren bis nach Südrussland tiefer Luftdruck über dem Nordatlantik und Teilen Nordeuropas gegenüber. Zwischen den beiden Drucksystemen verlaufen die Linien gleichen Luftdrucks (Isobaren) insbesondere über dem Ostatlantik und Westeuropa relativ gerade in west-östlicher Richtung, woraus sich eine westliche Luftströmung ergibt. Solche großräumigen Strömungsmuster werden als Großwetterlage bezeichnet und in diesem speziellen Fall handelt es sich um eine "Westwetterlage".

An der Südflanke des oben beschriebenen Tiefkomplexes entwickeln sich immer wieder neue kleinräumige Tiefdruckgebiete, sogenannte Randtiefs. Diese ziehen in rascher Folge vom Atlantik über die Britischen Inseln, die Nord- und Ostsee hinweg bis nach Ost- oder Nordosteuropa. Daraus ergibt sich die für Westlagen typische unbeständige Witterung mit vielen Wolken und Niederschlägen, dazwischen aber auch kurzzeitigen freundlicheren Abschnitten. In den Mittelmeerländern herrscht dagegen durch den Hochdruckeinfluss niederschlagarmes und sonnenscheinreiches Wetter.

Woher kommen die Kontraste?

Die hohen Temperaturkontraste über Europa ergeben sich dadurch, dass die vom Atlantik kommende Luft um diese Jahreszeit noch recht kühl ist. Die Wassertemperatur des Nordatlantiks liegt meist noch unter 15 Grad und auf ihrem Weg über die Wasserfläche nimmt die Luft in etwa diese Temperatur an. Über Süd- und Südosteuropa sorgt hingegen die ungehinderte Sonneneinstrahlung für eine deutliche Erwärmung der Landmassen. Außerdem ist das Mittelmeer mit Wassertemperaturen um 20 Grad schon vergleichsweise warm.

Hat sich erstmal eine Westwetterlage eingestellt, so kann diese über einen längeren Zeitraum anhalten. Das zeigen auch die aktuellen Wetterprognosen für die kommenden Tage. Demnach ändert sich an der Luftdruckverteilung über Europa nur wenig. Somit ist am morgigen Freitag und auch am Wochenende mit einer Fortdauer des sonnigen und warmen bzw. heißen Wetters im Süden Europas und auch des wechselhaften Wetters in Nord- und Mitteleuropa zu rechnen. Erst ab Mitte nächster Woche könnte eine Unterbrechung der Westwetterlage auch bei uns wieder beständigeres Wetter und höhere Temperaturen bringen.

Pressemeldung Deutscher Wetterdienst

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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