Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Vor dem Laufener Amtsgericht

Schönauer Rentner (77) muss sich wegen Bierwurst, Cevapcici und Leberkäse verantworten

Bierwurst, Cevapcici und Leberkäse. All das hatte der 77-jährige Rentner in seine Hosentasche gesteckt und an der Marktkasse anderes bezahlt.

Schönau am Königssee/Laufen – Wegen Diebstahls stand der Mann bereits zum fünften Mal in Laufen vor Gericht. Nach Geldstrafen gab es diesmal eine Bewährungsstrafe – und eine eindringliche Warnung. Die drei Sachen hätten lediglich 9,66 Euro gekostet. Warum also stehlen? Der Rentner beklagte, dass er bereits Mitte des Monats nurmehr 40 Euro zur Verfügung gehabt habe. Und das trotz guter Rente und einer Ehefrau, die durchaus passabel verdient.

Der Angeklagte klagte über hohe Miet- und Nebenkosten. Daneben habe er sich mit Grundstücksgeschäften in den neuen Bundesländern verspekuliert und bis zu 100.000 Schulden angehäuft. Zweimal schon habe er eine eidesstattliche Versicherung abgeben müssen. Viermal in vier Jahren war der Schönauer schon wegen Diebstählen zu Geldstrafen verurteilt worden. Im Juli 2021 kostete ihn das zuletzt 1500 Euro. „Dafür hätten sie viel einkaufen können“, hielt Richter Christian Daubner dem Angeklagten vor. Der berichtete von einer Rentenerhöhung für ihn und einer Gehaltserhöhung für seine Frau, weshalb er „fest entschlossen“ sei: „Nie wieder.“ 

„I nimm’s wie’s kommt“

Rechtsreferendar Jakob Braach würdigte Einsicht und Reue des Rentners, betone aber auch die einschlägigen Vorstrafen und die Rückfallgeschwindigkeit, so dass nun keine Geldstrafe mehr in Betracht komme. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragte eine Freiheitsstrafe von drei Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt werden könne. „I nimm’s wie’s kommt“, seufzte der Rentner vor der Urteilsverkündung. Daubner entschied auf zwei Monate und stellte dieses Strafmaß in Relation mit vergleichsweisen milden Urteilen wegen „schwerer Vermögensdelikte“.

Andererseits verfüge das Paar über ein „gutes Familieneinkommen“. Die Bewährungszeit beträgt zwei Jahre. Von einer sonst üblichen Geldauflage sah Daubner ab. Doch der Strafrichter warnte den Rentner: „Das Ende der Fahnenstange ist erreicht. Falls nochmal, dann droht Haft.“ Zum Abschied schob Daubner noch hinterher: „Diebstahl ist keine Lösung. Ich möchte sie hier nicht mehr sehen.“

Hannes Höfer

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

Kommentare