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Nachgefragt in Laufen und beim Bauernverband

Bio-Boom 2020: Hilft das auch regionalen Erzeugern und Händlern?

Bio-Lebensmittel erlebten im Corona-Jahr 2020 einen Boom. Doch hilft das auch regionalen Erzeugern und Händlern? Markus Drexler vom Bayerischen Bauernverband betont, vor allem Discounter und Supermärkte hätten das Angebot übernommen. Diese wiederum würden vor allem billigere Bio-Ware aus dem Ausland, die hiesigen Standards nicht immer entspreche verkaufen, da dies von den Verbrauchern stärker nachgefragt werde.
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Bio-Lebensmittel erlebten im Corona-Jahr 2020 einen Boom. Doch hilft das auch regionalen Erzeugern und Händlern? Markus Drexler vom Bayerischen Bauernverband betont, vor allem Discounter und Supermärkte hätten das Angebot übernommen. Diese wiederum würden vor allem billigere Bio-Ware aus dem Ausland, die hiesigen Standards nicht immer entspreche verkaufen, da dies von den Verbrauchern stärker nachgefragt werde.

2020 gab es einen regelrechten Bio-Boom während der Corona-Pandemie. Aber haben davon auch regionale Erzeuger profitiert?

Laufen - „Wir haben viele sehr gut informierte Kunden, die bewusst bei uns einkaufen. Sie wissen, warum biologisch erzeugte Produkte teurer sind und nehmen unser Angebot war, um mit gutem Gewissen einzukaufen“, berichtet Dr. Johann Lecker vom Biohof Lecker in Laufen gegenüber BGLand24.de. „Unsere Kunden möchten sich vor allem in der Corona-Zeit gesund ernähren, aber auch ihren Beitrag zum Arten- und Klimaschutz leisten. Wir liefern die Ökokisten CO2-neutral zu den Haushalten.“

Bio-Boom in Corona-Zeiten - Profitieren auch regionale Erzeuger?

Bio boomt - besonders in der Corona-Pandemie. Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zufolge stieg die Nachfrage nach Lebensmitteln aus ökologischer Erzeugung in der Corona-Krise deutlich stärker als die Umsätze im Lebensmittelhandel insgesamt, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet. „Bio-Produkte, vegetarische und vegane Nahrungsmittel haben einen richtigen Boom erlebt“, erklärte der Handelsexperte des Marktforschers Nielsen, Fred Hogen, gegenüber der dpa.

Bio sei im Alltag angekommen. Das habe Folgen: Supermärkte und Discounter seien dabei, den Bio-Fachmärkten Marktanteile abzujagen. Die großen Handelsketten würden von den Verbrauchern „zunehmend als kompetente Anbieter von Bio-Lebensmitteln wahrgenommen“, so der Handelsexperte Joachim Riedl von der Hochschule Hof, gegenüber der Nachrichtenagentur.

Bauernverband: Nachfrage für regionale Bio-Produkte muss da sein - und die kosten halt

„Die große Herausforderung ist, dass eine Steigerung in diesem Bereich immer nur parallel zur Nachfrage erfolgen kann“, erläutert Markus Drexler, Pressesprecher des Bayerischen Bauernverbands (BBV). „Im Rahmen des Volksbegehrens Artenvielfalt gab es ja die Forderung, dass bis 2030 30 Prozent der landwirtschaftlichen Erzeugung Bio-Produkte sein sollten“, führt Drexler aus. „Das würden Bayerns Landwirte ja auch gerne leisten, wenn die Nachfrage auch da ist.“ In der Vergangenheit hätten beispielsweise Molkereien Aufnahmestopps von Bio-Milch verhängt, weil sie die von Landwirten angebotenen Mengen nicht absetzen konnten.

„Aus unserer Sicht ist das Problem, dass das Angebot von Bio-Ware seit den 2010er-Jahren immer mehr zu Discountern und Supermärkten gewandert ist. Die wiederum verkaufen zu Preisen, die hiesige Erzeuger auf Grund ihrer Produktionskosten kaum leisten können“, so Drexler. „Die Folge ist, dass deshalb teils Ware aus dem Ausland eingeführt wird. Die entspricht aber teils nicht den hiesigen Vorschriften für Bio-Produkte. Sie ist daher teils deshalb so günstig einzuführen, weil die verbundenen Kosten gespart werden.“ Kürzlich sorgte auch die Grünen-Landtagsabgeordnete Gisela Sengl mit der Aussage für Furore gesorgt, Bio-Weizen aus dem Ausland wäre besser als konventionelles Getreide aus dem Nachbardorf.

Markt hat sich ausdifferenziert

Der Markt habe sich ausdifferenziert. Den Boom würden vor allem Supermärkte und Discounter bedienen. Ähnlich stellte sich auch die Lage bei der gestiegenen Nachfrage nach Wein 2020 dar. Hier profitierten ebenfalls die Ketten, lokale Einzelhändler nicht im Verhältnis zum Verlust des Geschäfts mit der Gastronomie. „Gleichzeitig ist aber auch die Nachfrage nach Bauernmärkten, Hofläden und ähnlichen Angeboten gestiegen“, schließt Drexler.

„Ich kann leider keine Aussagen über das aktuelle Geschehen zum gesamten Biomarkt treffen. Der Biomarkt wächst insgesamt seit Jahren stetig an. Überproportional profitierten von dem langfristigen Trend die Discounter, das ist richtig“, berichtet wiederum Biohof-Betreiber Lecker. „Seit April 2020 wächst jedoch auch der Umsatz im Biofachhandel, in den Hofläden und Wochenmärkten sehr deutlich. Auch wir als Lieferant für biologisch erzeugte Produkte haben von der gestiegenen Nachfrage profitiert. Die Kunden schätzen neben der hohen Qualität der Bio-Produkte auch den Service, die Lieferung vor die Haustüre gestellt zu bekommen und damit den Einkaufsstress zu vermeiden.“

hs

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