Nach Diskussion im Freilassinger Stadtrat

Nicht-öffentlicher Austritt aus der BGLT - Das sagt Bürgermeister Markus Hiebl

Freilassing - Während in Laufen und anderen Städten die Zerschlagung der landkreisweiten Tourismusvermarktung über die BGLT ausführlich und natürlich öffentlich diskutiert und am Ende auch öffentlich die Folgen entschieden wurden wollten die Freilassinger Stadträte dies offensichtlich lieber hinter verschlossenen Türen tun. Der Grund für die Geheimniskrämerei sind nach Aussage von Bürgermeister Markus Hiebl „rechtliche Vertragsmodalitäten“, die aber in Freilassing sicherlich nicht anders sind als in Laufen.

Die Stadt Freilassing verabschiedet sich mit Ablauf dieses Jahres aus der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH (kurz: BGLT). Das hat der Stadtrat in nicht-öffentlicher Sitzung beschlossen. Diese Schritte standen zur Entscheidung an, nachdem die Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee im vergangenen Herbst beschlossen hat, der BGLT die Markenrechte an der Marke „Berchtesgaden“ zu entziehen und ab 2021 selbst zu vermarkten.

In einem Interview mit BGLand24.de stand Freilassings Bürgermeister Markus Hiebl zu diesem Thema Rede und Antwort.

Warum wird die Tourismusfrage in allen betroffenen Gemeinden öffentlich diskutiert und entschieden, zum Beispiel in Teisendorf und Laufen, warum in Freilassing nicht-öffentlich?
Hiebl: Weil noch andere rechtliche Vertragsmodalitäten diskutiert wurden, die in Freilassing die Nicht-Öffentlichkeit erforderlich gemacht haben.

In einer Presseinformation der Stadt heißt es, die Stadt wolle „die eigene touristische Ausrichtung herauszuarbeiten”, Was heißt das konkret? In welche Richtung soll’s Ihrer Ansicht nach gehen?
Das Jahr 2021 will die Stadt Freilassing nicht ungenutzt verstreichen lassen. Bis zum Jahr 2022 soll geprüft werden, wo die Stadt Freilassing ihre Stärken im Bereich „Tourismus“ hat und wie im Landkreis im Rahmen einer touristischen Vermarktung zusammengearbeitet werden kann.

Was sagen Sie als Bürgermeister zur Auflösung der BGLT-alt?
„Ich finde es sehr schade, dass der Landkreis nun etwas auseinandergerissen wird. Unser langfristiges Ziel muss sein, dass im Bereich der touristischen Vermarktung nicht jede Gemeinde ihre eigene Suppe kocht. Ich bin zuversichtlich, dass wir die Situation nutzen können und im Landkreis eine Basis für eine touristische Zusammenarbeit finden können. Meiner Meinung nach müssen wir hier regional denken.“

Was haben die Vertreter der TRBK und der BGLT-neu in den nicht-öffentlichen Sitzungen der Stadt „angeboten”?
Die Vertreter der TRBK haben der Stadt Freilassing angeboten, dieselben Dienstleistungen unter der touristischen Marke „Berchtesgaden“ zu leisten, wie es bisher die BGL-T über den Betrauungsakt geleistet hat, also Flyer, Prospekte und touristische Homepage.

Wie verlief die Diskussion im Stadtrat zu diesem Thema, wer vertritt welche Meinung?
Der Widerruf des Betrauungsaktes mit der BGLT zum Ablauf dieses Jahres, die Veräußerung der Gesellschafteranteile an der BGLT an die Stadt Bad Reichenhall und dass vorerst das Angebot der TRBK über eine touristische Vermarktung nicht angenommen wird, wurden einstimmig vom Stadtrat beschlossen.

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