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Verwirrung um Stopp der Erstimpfungen in bayerischen Impfzentren: Ministerium relativiert Anweisung

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Scharfe Worte von Eltern aus Bad Reichenhall an Regierung

Schule unabhängig von Inzidenzwerten offen lassen: „Längeres Jonglieren nicht zumutbar“

Bayern befindet sich mitten in der dritten Welle der Corona-Pandemie. Die ständig wechselnden Vorgaben an den Schulen sind gerade für Eltern, Lehrer und Schüler belastend. In offenen Schreiben wenden sich betroffene Eltern nun mit deutlichen Worten an die Politik.

Bad Reichenhall - Selbsttests, Maskenpflicht über Stunden, Hände waschen und desinfizieren, am offenen Fenster bei winterlichen Minustemperaturen lernen. Dazu kommen Wechselunterricht ohne Rücksicht auf soziale Kontakte, Pausen ohne zu spielen und ohne Freunde aus anderen Klassen zu treffen, Home-Schooling mit gestressten Eltern.

„Unsere Kinder zwischen sechs und zehn Jahren, denen die Tragweite der Coronakrise noch gar nicht bewusst sein kann, vertrauen den Eltern, den Lehrern und der Schulleitung. Sie zeigen eine hohe Bereitschaft, um das Infektionsgeschehen einzudämmen und stecken viel ein.“ Darüber sind sich die Eltern der Grundschule Bad Reichenhall St. Zeno/Marzoll einig, unterstreicht Doris Grinninger, Vorsitzende des Elternbeirats in einem offenen Brief, der sich in erster Linie an Ministerpräsident Markus Söder sowie Kultusminister Michael Piazolo wendet.

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Kritik an Entscheidungen abhängig der Inzidenzwerte

„Was wir unseren Kindern nicht plausibel erklären können, ist, warum sie trotz all dieser Mühen nicht in die Schule dürfen“, heißt es weiter in dem Schreiben, das neben der Grundschule Bad Reichenhall die Unterstützung weiterer Grundschulen im Berchtesgadener Land hat. Der Laufener Schulleiter Johannes Kumeth nahm bereits im Gespräch mit bgland24.de Stellung zum ständigen Wechsel von Öffnungen und Wiederschließungen der Schulen abhängig der Inzidenzwerte.

In dem offenen Schreiben formuliert es Grinninger wie folgt: „Es kann nicht sein, dass mit solchen Maßnahmen der Schulbesuch noch immer an den Inzidenzwert geknüpft ist.“ Denn dann stelle sich die Frage, ob die obersten Politiker des Landes Bayern überhaupt Vertrauen in die oben genannten Maßnahmen hätten, beziehungsweise welchen Sinn die Einhaltung derselben hätte.

Die dringende Bitte der Bad Reichenhaller Eltern: Diesen Mechanismus nochmals zu überdenken und den Kindern die Möglichkeit zu geben, die Schule unabhängig von einem Inzidenzwert zu besuchen. „Ein längeres Jonglieren mit Arbeitszeiten, Homeoffice und unbezahltem Urlaub für Home-Schooling, ohne zu erwähnen, wie kraftraubend es ist, mehrere Schul- und Kindergartenkinder zu motivieren und zu unterrichten, ist uns Eltern nicht zumutbar.“

mb

Rubriklistenbild: © Matthias Balk

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