Apothekerin flotter als die großen Einzelhändler

Corona-Selbsttests für jedermann - in Bad Reichenhall sind sie schon erhältlich

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In Deutschland gibt es Corona-Selbsttests bald frei verkäuflich.

Ab kommender Woche gehen die neu zugelassenen Corona-Schnelltests für jedermann breit in den Verkauf. Auch die heimischen Apotheken und Drogeriemärkte bereiten sich darauf vor. BGLand24.de hat mit Apothekern aus der Region über die Selbsttests gesprochen.

Landkreis Berchtesgadener Land - Große Einzelhändler wie die Drogeriemarktketten Rossmann und dm sowie die heimischen Apotheken planen den baldigen freien Verkauf von Corona-Schnelltests zur Selbstanwendung. „Wir rechnen mit einer Verfügbarkeit für unsere Kunden frühestens ab dem 9. März, sofern die Lieferzusagen des Herstellers eingehalten werden können“, erklärte der zuständige Geschäftsführer von dm, Sebastian Bayer, am Montag, 1. Mai. Die entsprechenden Tests der Marke Boson sollen „zunächst online, dann auch sehr zeitnah in den rund 2000 Filialen bundesweit berfügbar sein“.  Man gehe davon aus, dass man bundesweit das erste Unternehmen sei, dass entspreche Testkits für die Eigenanwendung zur Verfügung stellen könne, hieß es.

So sind die Apotheken in der Region gerüstet

Doch das stimmt nicht ganz. In der Kur-Apotheke und der Salinen-Apotheke in Bad Reichenhall sind die Selbsttests dank des engagierten Einsatzes von Inhaberin Sabine Wölfer schon ab heute, 2. März erhältlich. Die Fachapothekerin für Allgemeinpharmazie hat sich seit Mitte Oktober intensiv darum bemüht, diese Schnelltests zu bekommen und ist große Befürworterin der Tests. Sie sieht sie als gute Möglichkeit, die Inzidenzwerte zu senken. „Ich habe mich dann mit der Firma Roche zusammengeschlossen und dort die Tests bestellt. Nach intensiver Recherche habe ich mich für diesesn Hersteller entschieden, weil er mir am Besten und Schnellsten Auskunft gegeben hat.“ Laut Wölfer liege die Spezifität der Tests von Roche bei 99,8 Prozent. „Spezifität heißt, dass der Test das Virus zu 99,8 Prozent erkennt.“ Die Sensibilität des Testes liege bei 97 Prozent.

Die Handhabung der Selbsttests von Roche sei laut Wölfer, die selbst seit 25 Jahren im Vorstand des Bayerischen Apotheker Verbandes ist, sehr einfach. In ihren beiden Apotheken hat sie bereits Aufklärungsstationen für die Handhabung der Tests eingerichtet. „Danach ist man dann kein Laie mehr“, so die Apothekerin, der kollegiales Zusammendenken und ein respektvoler Umgang miteinander ein großes Anliegen ist. Selbst durchgeführt werden die Tests in ihren Apotheken aber nicht. „Dafür haben wir keine geeigneten Räumlichkeiten.“ Hat man den Test gemacht, empfiehlt Wölfer diesen über den Sondermüll zu entsorgen. 6,95 Euro kostet ein Einzeltest, es gibt aber auch 25er Pakete für 180 Euro. Nicht alle Apotheken sind so gut vorbereitet, wie die Kur- und Salinen Apotheke. In der Bahnhofsapotheke in Bad Reichenhall wisse mann nach Aussagen einer Mitarbeiterin noch nichts von der Zulassung der Tests und habe daher auch noch keine bestellt.

Selbsttests als Weg aus dem Lockdown?

Mehr Schnelltests könnten für den Handel ein Weg aus dem Lockdown sein, meint Jürgen Helmes, Hauptgeschäftsführer der IHK Regensburg. Für den Handel sei es jetzt ganz wichtig, dass er wieder aufmachen könne. „Er braucht diese Öffnungsperspektive und das auch schnell jetzt noch im März. Da helfen uns die Tests.“

Abstrich in der vorderen Nase

Bisher wurden vier Selbsttests zugelassen. Alle sind für einen Abstrich in der Nase. Den Abstrich kann man im vorderen Teil nehmen. Man muss mit dem Stäbchen nicht bis ganz hinten. Demnächst dürften aber auch Spucktests kommen.

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