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Zahlreiche Großprojekte im Berchtesgadener Land

Finanzen, Bobbahn und Diskussion um Klinikstandort - Das sagt Landrat Kern

Landrat Bernhard Kern Berchtesgadener Land Neubau Kreisklinik KSOB Bob- und Rodelbahn Königssee
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Landrat Bernhard Kern spricht im Interview mit BGLand24.de über die Standortdiskussion des Klinik-Neubaus, die Bobbahn am Königssee und die finanzielle Lage des Landkreises.

Im Berchtesgadener Land stehen große Projekte an. Im Interview mit BGLand24.de spricht Landrat Bernhard Kern über die Bobbahn am Königssee, den Neubau der Kreisklinik und den Haushalt des Landkreises.

Herr Landrat, im Landkreis Berchtesgadener Land wird derzeit viel investiert. Große Projekte stehen an, etwa im Bildungsbereich aber auch im Straßenbau. Wie sieht denn die finanzielle Lage des Landkreises aus?

Die Kämmerei bei uns im Landkreis arbeitet momentan am Haushalt und an der Finanzplanung für die nächsten Jahre, nicht nur für 2022. Wir werden uns dann im Kreistag und Kreisausschuss damit befassen, wie es insgesamt weitergehen kann. Wir haben große Projekte wie die Berufsschule Berchtesgadener Land mit rund 115 Millionen Euro, das Gymnasium in Laufen und viele andere Maßnahmen. Und die belasten uns natürlich. Wenn wir da versierte Zahlen, Grundlagen und vielleicht eine Vorplanung haben für das ein oder andere Projekt, dann können wir wieder nähere Aussagen dazu geben. Dann kann man auch die Prioritätenliste für die nächsten Jahre wieder anpassen, die wir ja voriges Jahr im Juli 2020 auf den Weg gebracht haben. Mit den versierten Zahlen können wir die Bevölkerung informieren.

Der Freistaat Bayern hat 53,5 Millionen Euro für den Wiederaufbau der Bob- und Rodelbahn am Königssee zugesichert. Der Kreistag hat Ihnen als Landrat die Befähigung gegeben, die Planung einschließlich des Objektschutzes in Auftrag zu geben. Wie ist denn der aktuelle Stand um die Bobbahn?

Es ist momentan ein VGV Verfahren in der Erarbeitung. Das heißt, dass alle Maßnahmen, die jetzt an der Bob- und Rodelbahn getroffen werden sollen, mit der Leistungsphase 1 und 2, in Auftrag gegeben werden. Da ist auch mit dabei das Thema Georisiken - der Schutz für die Anwohner inklusive der Bob- und Rodelbahn. Hier ist ganz klar die Richtung, dass der Schutz der Anwohner gegeben sein muss und nicht nur der Schutz für die Rodelbahn. Hier ist wichtig, ein gemeinsames Verfahren zu haben. Und nicht, dass wir jetzt sagen, wir kommen mit der Rodelbahn, also sprich der Landkreis und Freistaat Bayern als Finanzierer, sondern auch das Wasserwirtschaftsamt. Wichtig war mir auch, dass die Kosten übernommen werden, auch für die Planungen. Wenn wir die versierten Vorplanungen haben, dann kann man sagen, unter diesen Voraussetzungen kann und wird man die Bob- und Rodelbahn am Königssee wieder herrichten.

Der Neubau der Kreisklinik im Berchtesgadener Land mit den möglichen Standorten Piding und Bad Reichenhall wird heiß diskutiert. Nur aus dem Landratsamt und von den Kliniken Südostbayern hört man derzeit wenig. Können Sie dazu etwas sagen?

Wir haben am Freitag (26. November) Aufsichtsratssitzung der Klinken Südostbayern. Wir werden uns bezüglich Standort, ob Piding oder Bad Reichenhall, auch da noch einmal eingehend unterhalten und auch natürlich abwägen, wo der bessere Standort ist. Wir können uns in der glücklichen Lage schätzen, dass wir zwei Standorte haben. Und das ist meine Meinung: Vor eineinhalb Jahren hat sich niemand vorstellen können, dass wir überhaupt zwei Standorte zur Verfügung haben. Also irgendwo glaube ich, ist das schon mal die klare Richtung für die Bevölkerung im Berchtesgadener Land. Dass wir die zwei Standorte haben, ist total wichtig. Und da bin ich auch froh darum und dankbar. Und zwar nicht, dass man jetzt sagt, man kann es sich aussuchen, sondern jetzt hat man zwei gute Möglichkeiten, die bewertet man und wenn man die Bewertung hat, dann kann man eine Aussage treffen. Da kommen die Kosten dazu, die Infrastruktur, wie lässt es sich erschließen, was ist besser in der Anbindung zu den Ortschaften usw.. Da muss man eine Auswertung machen und dann setzt man fest, wo man in die Planungen weiter einsteigt. Ob in Bad Reichenhall oder in Piding.

In Piding zeigte sich zeitweise Skepsis bei einigen Gemeinderäten. Diese befürworteten den Klinik-Neubau in Bad Reichenhall und nicht in Piding. Haben Sie Sorge, dass es zu Schwierigkeiten kommen könnte, sofern die Entscheidung auf Piding als den zukünftigen Standort für die Kreisklinik fällt?

Sorge habe ich wirklich keine, ob in Piding oder Bad Reichenhall. In Piding ist ja ein öffentlicher Beschluss gefasst worden: Dass man im Falle des Falles auch zur Verfügung steht. Ich sag mal so, genauso wie die Stadt Bad Reichenhall die Zustimmung gegeben hat, dass da alles unternommen wird, dass alles möglichst rasch über die Bühne geht, wenn es denn so kommt, hat es auch die Gemeinde Piding. Die stehen hinter uns, der KSOB und der medizinischen stationären Versorgung vom Landkreis Berchtesgadener Land und das ist mir das aller, allerwichtigste. Da muss man wirklich sagen, da haben wir echt Glück gehabt, dass wir diese zwei Standorte haben. Wir könnten jetzt dastehen und sagen, wir wissen jetzt gar nicht wie wir weitermachen sollen. Sanieren wir jetzt am Standort in Reichenhall weiter oder was tun wir jetzt eigentlich? Das ‚oder‘ mag ich gar nicht aussprechen. Aber wir haben den Glücksfall. Und wenn man den Glücksfall mit zwei Standorten hat, dann muss man sich einmal dazu bekennen, zeitnah, dass die Bevölkerung Bescheid weiß und da wird nichts hinterm Berg gehalten. Wenn wir wissen, was die Auswertung letztlich bringt, dann gehen wir auch raus. Das ist für die Bevölkerung, für uns alle, den ganzen Landkreis.

Da muss man schon sehen, dass man überhaupt einen Klinikstandort im Berchtesgadener Land weiterhin hat und die medizinische stationäre Versorgung einfach gegeben und gesichert ist. Auch für die nächste Zeit, wo das auch immer ist. Aber sie bleibt bei uns und ich habe immer gesagt und ich wiederhole es wieder, ich möchte nicht der weiße Fleck zwischen Traunstein und Salzburg sein. Und ich glaube, das ist nicht unser Anspruch, den wir haben.

Vielen Dank, Herr Landrat.

Im ersten Teil des Interviews spricht Landrat Bernhard Kern über die Impfkampagne im Berchtesgadener Land und seinen Appell an die Bevölkerung.

ce

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