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Verantwortliche kündigen in Schreiben Konsequenzen an

Schön Klinik-Gruppe: Bei ungeimpften Mitarbeitern wächst der Druck

Schön Klinik Schönau am Königssee
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Rund 300 Mitarbeiter sind in der Einrichtung in Schönau am Königssee beschäftigt. Laut Klinikangaben seien bereits 90 Prozent der Mitarbeiter geimpft.

Die Schön Klinik-Gruppe möchte Mitarbeiter, die bis 1. Februar keinen Nachweis über einen ausreichenden Impfschutz beziehungsweise Genesenenstatus erbracht haben, freistellen. Das geht aus einem Schreiben an die Mitarbeiter hervor. Die Verantwortlichen erwägen auch die „Beendigung des Arbeitsverhältnisses”. 

Landkreis Berchtesgadener Land/Traunstein – „Wir hoffen sehr, dass es nicht so weit kommt”, heißt es in dem Brief, der an Mitarbeiter verschickt wurde, bei denen nicht klar ist, ob ein Impfschutz, Genesenenstatus oder eine Ausnahmeregelung vorliegt. „Aufgrund der eingeführten einrichtungsbezogenen Impfpflicht” werde eine Information dazu aber benötigt. 

Auf schriftliche Nachfrage in der Schön Klinik heißt es, die Impfquote „unserer Mitarbeitenden ist sehr gut und liegt bundesweit deutlich über dem Durchschnitt der Bevölkerung”. In der Schön Klinik Roseneck in Prien am Chiemsee seien mehr als 90 Prozent der Mitarbeiter geimpft. Zahlen etwa zur Schön Klinik in Schönau am Königssee teilte die Pressestelle hingegen nicht mit. Laut Mitarbeitern seien in mehreren Kliniken deutlich weniger als 90 Prozent geimpft

Individuelle Maßnahmen an jedem Standort

In der klinikinternen Impfkampagne, heißt es in der schriftlichen Antwort, setze man „vor allem auf transparente Information und Aufklärung”. Bundesweit kämen regelmäßig die Krisenstäbe der Schön-Klinik-Gruppe per Videokonferenz zusammen: „Wir berichten laufend per E-Mail und Intranet-Newsletter von den aktuellen Entwicklungen.”

Hinzu kommen individuelle Maßnahmen an jedem Standort, teilt eine Pressesprecherin mit. In der Schön Klinik Roseneck am Chiemsee haben die Verantwortlichen „sehr gute Erfolge erzielt mit individuellen Aufklärungsgesprächen, flexiblen Impfterminen und Informationsrunden mit einzelnen Mitarbeiterteams”.

Druck auf ungeimpfte Mitarbeiter wächst

Zum per Brief versandten Schreiben an die Mitarbeiter äußerten sich die Verantwortlichen nicht. Unterzeichnet ist der Brief, der Ende Dezember an die Mitarbeiter verschickt wurde, von Klinikgeschäftsführer Sven Schönfeld. Nach Informationen der Redaktion wächst der Druck auf Mitarbeiter der Klinik-Gruppe, die keinen vollständigen Impfschutz haben, deutlich. Weil Mitarbeiter seit wenigen Monaten verpflichtet sind, dem Arbeitgeber über ihren Impfstatus zu informieren, fordert dieser nun ein Update ein – und kündigt Konsequenzen an.

„Sollte bis spätestens 1. Februar in der Personalabteilung kein Nachweis über einen ausreichenden Impfschutz beziehungsweise Genesenenstatus oder eine Ausnahmeregelung vorliegen, müssen wir davon ausgehen, dass Sie nicht über den gesetzlich vorgeschriebenen, notwendigen Impfschutz verfügen”, heißt es in dem Brief. Fett gedruckt wird im Folgenden darauf hingewiesen, dass eine Tätigkeit „in unserer Klinikgruppe aufgrund der herrschenden einrichtungsbezogenen Impfpflicht” mit Ablauf des 15. März „nicht mehr möglich sein wird”.

Freistellung der Mitarbeiter

In diesem Fall will die Klinik Mitarbeiter vorerst ohne Bezahlung von der Erbringung der Arbeitsleistung freistellen – und gegebenenfalls weitere arbeitsrechtliche Maßnahmen bis hin zu einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses ergreifen. Jeder Mitarbeiter müsse zudem berücksichtigen, dass ein vollständiger Impfschutz „erst 14 Tage nach der Zweitimpfung besteht”.  

Klinik für allgemeine Impfpflicht

Auf Nachfrage teilt eine Pressesprecherin der Klinikgruppe mit, jeder einzelne Mitarbeiter, der wegen der einrichtungsbezogenen Impfpflicht aus einer Gesundheits- oder Pflegeeinrichtung in eine andere Branche wechselt, sei „einer zu viel und einer, der in der Versorgung fehlt”. Die Schön Kliniken setzten sich deshalb „mit Nachdruck” für die gesetzlich verankerte allgemeine Impfpflicht für die gesamte Bevölkerung ein. Nur so entstünden gleiche Bedingungen für alle.

Ausweichend antwortet die Kliniken Südostbayern AG auf Nachfrage, ob Mitarbeiter ohne Impfung künftig dort noch weiterarbeiten dürfen: „Neben der bekannten Medienberichterstattung informieren wir stetig intern über die anstehende Impfpflicht.” Die Klinikverantwortlichen gehen davon aus, dass, „wie in anderen Ländern Europas auch, wo es eine berufsgruppenbezogene Impfpflicht zum Teil schon länger gibt, auch unsere Mitarbeiter sich des besonderen Verantwortungsbewusstseins in den Gesundheitsberufen bewusst sind”. Letztendlich, so die Annahme, würden sich „alle impfen lassen”. 

Die Schön Klinik Gruppe ist die größte familiengeführte Klinikgruppe Deutschlands und behandelt gesetzlich und privat versicherte Patienten. Seit Gründung durch die Familie Schön im Jahr 1985 liegen die medizinischen Schwerpunkte in den Bereichen Psychosomatik, Orthopädie, Neurologie, Chirurgie und Innere Medizin. Jedes Jahr kümmern sich rund 10.800 Mitarbeiter um etwa 300.000 Patienten an derzeit 26 Standorten in Deutschland und Großbritannien.

kp